1987 ist es ausgerechnet die Stasi, die die Umweltbibliothek berühmt macht. Sieben Mitglieder werden verhaftet, der Staat will den Protest zerschlagen, aber er wächst. Sofort tritt der Maurer Tom Sello der UB bei. Sie organisieren die erste Mahnwache. 1989 wird die Gethsemanekirche dank ihres mutigen Pfarrers dann zum Brennpunkt der aus heutiger Sicht friedlichen Revolution. Tom Sello erklärt: „Die Situation für die, die damals hier waren in den ersten Oktobertagen, war schon bedrückend. Als die (Poilzei-)Ketten hier aufgezogen waren und ich versuchte, zur Kirche durchzukommen, da hatte ich schon ein mulmiges Gefühl, aber jetzt, im Rückblick, tritt das schon in den Hintergrund."
In der Kirche erinnert eine Ausstellung an 89 - den Mut Tom Sellos und der anderen Oppositionellen: „Ein kleines bisschen stolz ist schon dabei, dass man zumindest ein klein wenig dazu beigetragen hat, dass diese Diktatur in der DDR beseitigt wurde." Die berühmte Druckmaschine steht heute in der Robert-Havemann-Gesellschaft. Hier arbeitet Tom Sello gegen das Vergessen und vor allem gegen verklärende Ostalgie: „Es hätte auch manches viel schlechter laufen können, und insofern muss man als erstes sagen, dass wir eine ganze Menge Glück gehabt haben und dass wir alle zusammen ziemlich gut und glücklich durch diesen gesellschaftlichen Umbruch gekommen sind."
Tom Sello und die anderen haben viel bewegt in ihrem Leben, sie wollten die DDR verändern - mit der kleinen Auflage ihrer Informationsblätter hatten sie eine große Reichweite und haben gleich das ganze System zu Fall gebracht.
Nur im Internet: Das ausführliche Interview mit Tom Sello







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