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ARTE KULTUR - 17/11/06

Toni Morrison im Louvre

Sie ist die erste afro-amerikanische Literatur Nobelpreisträgerin: Toni Morrison. Der Pariser Louvre öffnet der starken Frau in diesem November Tor und Hallen : sie hat sich ein weitgefächertes Kulturprogramm ausgedacht, unter dem ihr so wichtigen Motto : Fremd daheim.

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Die Reportage sehen (real video - 5mn10)

Ein trüber Novembertag im Louvre. Die altehrwürdige Institution scheint ewig die Gleiche - doch der Schein trügt: Ein guter Geist hat von ihr Besitz ergriffen. Der Louvre, ganz im Zeichen einer Primadonna der amerikanischen Literatur: Toni Morrison. Ihre Romane hat die Schriftstellerin der Sklaverei gewidmet und den Identitätsproblemen der Afro-Amerikaner. Der Leitfaden ihrer Ausstellung lautet: "Fremd daheim".
Toni Morrison: "Ich habe dieses Thema vorgeschlagen, weil es weit mehr umfasst als nur Einwanderung oder Ausgrenzung. Es hat viel zu tun mit Fremdsein oder zum Fremden abgestempelt werden. Und das im eigenen Land. Wenn wir uns die Welt teilen wollen, so müssen wir darüber nachdenken, wie wir den anderen gegenübertreten."

Ucoc
Rund um das Thema Anderssein und Entwurzelung hat Toni Morrison in ihrer Ausstellung eine Mixtur verschiedener Künstler und Epochen zusammengetragen: ein unkompliziertes Nebeneinander von Malern der Romantik und Slam-Poeten aus Pariser Vororten. Ucoc ist einer der Künstler, die Toni Morrisons Einladung angenommen haben. Zu einem Gemälde von Géricault oder Delacroix schreibt er spontane Poesie schreiben. Ucoc stammt aus Kambodscha. Das Delacroix-Gemälde "Die Massaker von Scio" erinnert ihn an seine Kindheit und seine Kriegserlebnisse.

Bei ihrem Paris-Aufenthalt im vergangenen Herbst war Toni Morrison bestürzt über die Unruhen in den Pariser Vororten. Sie ist die erste schwarze Nobelpreisträgerin für Literatur und sie ist davon überzeugt, dass das Museum und insbesondere die Künstler bei der Integrationsfrage eine wichtige Rolle spielen.

William Forsythe
In den Louvre kam Toni Morrison in Begleitung eines Freundes, des Choreographen William Forsythe. Und der deutsche Künstler Peter Welz hat eine Installation geschaffen, zu der ihn das letzte unvollendete Porträt von Francis Bacon inspirierte: "Retranslation/ Final Unfinished Portrait".

Auch die Antike hat die Schriftstellerin in ihre Ausstellung mit einbezogen und dazu Werke ausgewählt, die mit ihrem Thema, "Fremdsein, daheim", verwandt sind. Ihr ehrgeiziges Ziel: den universellen Wert alter Kunstformen zu zeigen. Wie ihre Romane, die tief in der Geschichte wurzeln und das Leid der afro-amerikanischen Bürger schildern.
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Event
Le Louvre invite Toni Morrison
vom 06. bis zum 29. November 2006
im Louvre - Paris
>> Mehr Informationen
>> The Tony Morrison Society
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ARTE Kultur
November 2006

Erstellt: 16-11-06
Letzte Änderung: 17-11-06