Regie: Jean Boué
Wer über Österreich nach Italien reist, fährt zwangsläufig über den Brenner, an Südtirol vorbei, und weiter an die Ufer des Gardasees. Genau dazwischen, im Etschtal, liegt das Trentino, links und rechts der Autobahn. Es ist einer dieser Orte, die man kaum kennt, wo aber fast jeder - meist ohne es zu wissen - schon einmal gewesen ist. So ähnlich verhält es sich mit dem Wein dieser Gegend. Man hat ihn schon einmal getrunken, aber kaum einer erinnert sich daran. 80 Prozent des italienischen Pinot Grigio kommen aus dem Trentino und werden von hier aus in die Supermärkte der Welt geliefert. Zwar bauen die Winzer des Trentino auch andere, gängige Sorten im Tal an, aber meist bevorzugt das, was bezahlbar ist und sich darum gut verkauft. Für die Genießer unter den Weinfreunden wäre das Trentino fast uninteressant, gäbe es da nicht ein paar Winzer, die eben nicht diese modischen Allerweltsweine anbauen. Attilio Scienza, Professor für Weinbau aus Mailand, arbeitet seit mehr als 20 Jahren daran, alte, heimische Sorten in dieser Gegend wieder anzusiedeln. Mit Hilfe einiger Weinbauern hat er dadurch der einen oder anderen Sorte zu großem Erfolg verholfen. Zum Beispiel dem Teroldego Rotaliano, der nur hier im Etschtal wächst, und den eine Frau ganz allein zum Welterfolg machte. Elisabetta Foradori gilt nicht nur als die schönste Winzerin der Region, sie ist auch die erfolgreichste. Seit den 80er Jahren hat sie sich dieser Rebsorte verschrieben und dafür weltweit Achtung und mittlerweile jede Menge Goldmedaillen geerntet.
Eine der ältesten Weindynastien des Tales ist die Cantina Endrizzi. Es ist einer jener Betriebe, die den Moden gefolgt sind, dabei aber ihre Tradition nicht vergessen haben. Der Winzer Paolo Endrici hat sich vor allem deutschen Kunden verschrieben. Zusammen mit seiner schwäbischen Frau führt er einen Musterbetrieb, ökologisch korrekt, mit Duftgarten für die Touristen, aufwändig gestalteten Kellerräumen und publikumswirksam durchgestylter Probierstube.
Zu den 100 besten italienischen Weinmachern zählt auch Mario Pojer mit seinem Partner Fiorentino Sandri. Pojer ist ein Tüftler, ein Ingenieur und Erfinder, der diverse Patente von Kellertechniken angemeldet hat. Seine neueste Erfindung ist eine Vakuumpumpe, die den Trauben in der Presse den Sauerstoff entzieht und damit jede Oxidation ausschließen soll. Der Most könnte dadurch seine Aromastoffe behalten und dem Wein später gesundheitsfördernde Eigenschaften verleihen. Auch Pojer und Sandri machen Weine, die vor allem aus traditionellen heimischen Sorten hergestellt werden.






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