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Biodiversität

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2010 zum «Internationalen Jahr der Biodiversität» ernannt - zum Schutz der Arten, Ökosysteme und der genetischen Vielfalt.

Biodiversität

Schwerpunkt „Bedrohte Vielfalt” - 14/06/10

"Tschernobyl - Die Natur kehrt zurück"

24 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl scheint es, als habe die Natur das verstrahlte Land wieder zurückerobert. Flora und Fauna sprießen im Sperrgebiet, das die Bevölkerung noch immer nicht betreten darf.
Doch welche Gefahren stecken hinter diesem Wunder der Natur? Warum darf man in Tschernobyl zwar eine Kirsche, nicht jedoch ihren Kern, verzehren? Der Schein der wiedererstärkten Natur wirkt trügerisch und uneinschätzbar.

Man könnte fast den Eindruck gewinnen, die Natur spotte über die Strahlungen in Tschernobyl. Die offensichtliche Rekolonialisierung Tschernobyls durch eine wilde Fauna und Flora, die einer angeblich schwachen, aber doch chronischen Dosis Radioaktivität trotzt, ist zumindest eigenartig. Wie kommt es dazu, dass eine in einem verseuchten Wald lebende Maus selbst radioaktiv wird? Und sich dabei scheinbar bester Gesundheit erfreut? Und wie soll man die Vitalität der Prejwalsky-Pferde verstehen, die 1998 in Tschernobyl eingeführt wurden? Wo doch diese Vertreter einer Wildpferde-Rasse in weiten Teilen der Erde bereits ausgestorben sind.

Für Wissenschaftler hat sich die verbotene Zone Tschernobyls zu einem Labor unter freiem Himmel entwickelt, ein auf tragische Weise unvorhergesehenes, aber immenses Labor. Und in diesem unfreiwilligen Labor machen die internationalen Zoologen und Radioökologen immer wieder erstaunliche Entdeckungen. Obwohl die Radioaktivität stellenweise immer noch tausendmal höher ist als die natürliche Radioaktivität.

Der Ukrainer Sergey Gaschak kam während seines Militärdienstes zu Aufräumarbeiten nach Tschernobyl.
Heute ist er im Auftrag des Internationalen Labors für Radioökologie im Sperrgebiet unterwegs. Er hat sich die Untersuchung Tschernobyls zu einer Lebensaufgabe gemacht. Immer wieder sind er und seine Kollegen von ihren Untersuchungsergebnissen überrascht und können sich bis heute nur unzulänglich erklären, wie es auf so begrenztem Raum zu derart großen Strahlungsgefällen kommen kann.

Die Dokumentation begleitet eine Gruppe von Wissenschaftlern ein Jahr lang bei einer laufenden Studie über die verschiedenen Jahreszeiten hinweg im Sperrgebiet Tschernobyls. Dieser erschütternde Ort, von dem sich jedes menschliche Leben auf brutale Weise zurückgezogen hat. An der Seite der Forscher, die das Terrain bestens kennen, da sie seit mehreren Jahren regelmäßig herkommen, beleuchtet der Film die oft sehr beunruhigenden und heute noch kontrastreichen Ergebnisse der Studie.

Fast 25 Jahre nach der atomaren Katastrophe nimmt ARTE den Zuschauer mit zum Schauplatz des schrecklichen Geschehens, der zu einem faszinierenden Labor für die Wissenschaftswelt geworden ist. Ein Labor mit enormen Versuchsmöglichkeiten, aber ohne jegliche Garantie für Sicherheit, in dem die Wissenschaftler ihre Gesundheit stetig aufs Spiel setzen.

Tschernobyl - Die Natur kehrt zurück
Samstag 3. Juli 2010 um 10.15 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2010, 90mn)
ARTE F

Erstellt: 26-04-10
Letzte Änderung: 14-06-10