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ARTE Reportage

Das internationale Nachrichtenmagazin. Jeden Samstag um 18.20 Uhr. Im Wechsel moderiert von Andrea Fies und William Irigoyen.

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Samstag, 16. Mai 2009 um 19.00 Uhr - 15/05/09

Türkei: der Friedensstifter von Diyarbakir


Von Gunnar Köhne – ARTE GEIE / Deutschland 2009

Sait Sanli (69) wurde schon einmal für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Denn Sanli hat in 20 Jahren über 400 Blutfehden verhindert, indem er Frieden zwischen den verfeindeten Familien vermittelt hat.

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Im kurdisch geprägten Südosten schlägt Streit und "verletzte Ehre" immer noch schnell in blutige Verbrechen um - zahlreicher Kampagnen der Regierung und verschärfter Gesetze zum Trotz. Sanli selbst wurde als Kind Opfer einer Blutfehde: Nachdem einer seiner Onkel jemanden im Streit getötet hatte, musste die Familie aus ihrem Dorf in der Nähe von Diyarbakir fliehen.

Als Sanli Jahre später von einer Blutfehde in der Zeitung las, die ihren Anfang wegen einer Kuh nahm, die auf der falschen Weide weidete, beschloss er gegen diese irrsinnige "Tradition" etwas zu tun. Seither erreichen den zierlichen Mann fast täglich per Eilpost, Telefon oder Boten Hilferufe, manche aus Orten, die hunderte Kilometer von Diyarkakir entfernt liegen. Zunächst eilt er dann zu der Familie, die Rache nehmen will - manchmal in Begleitung des örtlichen Imam. Ist es ihm gelungen, wenigstens eine "Feuerpause" auszuhandeln, geht er zur anderen Familie.

Das ganze kann Monate dauern, aber erfolglos sei er noch nie gewesen, sagt Sanli. Am Ende steht ein "Versöhnungsmahl". Der "Kofi Annan von Diyarbakir" stellt für seine Vermittlungsbemühungen nur zwei Bedingungen: Erstens müssen Mörder der Justiz übergeben werden, und zweitens müssen Witwen von der Familie des Täters Unterhalt bzw Entschädigung bezahlt bekommen.

ARTE Reportage
Samstag 23. Mai 2009 um 06.10 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2008, 30mn)
ARTE

Erstellt: 14-05-09
Letzte Änderung: 15-05-09