Biografie - 02/03/09
Ulysses S. Grant (1822-1885)
Ulysses Simpson Grant wurde 1822 geboren; er war der Sohn eines einfachen Gerbers aus Ohio. Im Alter von 17 Jahren trat er in die Militärakademie West Point ein, wo sein Vater ihn gegen seinen Willen angemeldet hatte.
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Obwohl er ein mittelmäßiger Kadett war, schloss er die Ausbildung 1843 ab. Er erhielt den Dienstgrad eines Leutnants der Infanterie und wurde Garnisonen in Louisiana und in Texas zugewiesen. Im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg verdiente er sich die ersten Sporen und erntete Anerkennung für seinen Mut. Er wurde zum Hauptmann befördert und nach dem Krieg nach Kalifornien versetzt, wo er jedoch dem Alkohol verfiel und depressiv wurde. 1854 trat er aus der Armee aus, um nicht vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. Nach seiner Rückkehr ins Zivilleben zog er erfolglos von Missouri nach Ohio und arbeitete schließlich in der Werkstatt seines Vaters, um seine Familie zu ernähren.
Im April 1861 weckte der Bürgerkrieg erneut Grants militärische Berufung. Aufgrund seiner Erfahrung übertrug man ihm das Kommando über das 21. Infanterieregiment von Illinois und beförderte ihn zum Oberst. Im Juli 1861 wurde er zum Brigadegeneral ernannt. Er kam zunächst in Kentucky und Missouri zum Einsatz, zwei sklavenhaltenden Staaten, die der Union treu geblieben waren. Doch die Ergebnisse, die er erzielte, entsprachen nicht seinen Erwartungen. Er entschloss sich, sein gesamtes Können unter Beweis zu stellen, und zog im Februar 1862 die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten auf sich, als er nacheinander die Kapitulation der Forts Henry und Donelson erreichte und somit den Weg für den Einmarsch nach Tennessee frei machte. Nun wurde er im Norden als Held gefeiert und sofort in den Rang eines Generalmajors erhoben. Grant, der jetzt das Vertrauen Präsident Lincolns genoss, setzte seinen Aufstieg fort und erzielte an der Mississippi-Front neue Erfolge.
Bei Shiloh widerstand er am 6. und 7. April dem Ansturm der konföderierten Armee und zwang sie nach äußerst hartem Kampf zum Rückzug. Nachdem seine Vorgesetzten ihm zu Unrecht Trunkenheit und Inkompetenz vorwarfen, wurde ihm zeitweise das Kommando über die Tennessee-Armee entzogen, bis er es im November 1862 zurück erlangte. Im folgenden Jahr errang Grant neue Siege im Westen: Am 4. Juli 1863 nahm er die Stadt Vicksburg ein, die das Scharnier zwischen den beiden Teilen der Konföderation bildete; anschließend zerschlug er die Gegenoffensive der Südarmee in Chattanooga, im Südosten Tennessees.
Im März 1864 ernannte der Kongress ihn zum Generalleutnant – einen Titel, den bisher nur George Washington getragen hatte. Dadurch wurde Grant zum neuen Oberbefehlshaber der gesamten Truppen der Union. Selbstbewusst übernahm er die Leitung der Operation an der Front in Virginia und traf in einer Reihe von Schlachten bei Richmond auf Robert E. Lee. Trotz furchtbarer Verluste setzte er seinen Vorstoß fort, was ihm den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Grant the Butcher“ („Grant der Schlächter“) eintrug. Doch seine Strategie hatte letztlich Erfolg. Am 9. April 1865 nahm er im Appomatox Court House die Kapitulation der Nord-Virginia-Armee unter General Lee entgegen. Die Wiederherstellung der Union machte ihn zum Helden.
Er gab dem Druck des Volkes nach und schlug in der Republikanischen Partei eine politische Karriere ein. Im November 1868 wurde er aufgrund seiner enormen Popularität zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Doch trotz seiner Wiederwahl 1872 war sein Ruf beim Verlassen des Weißen Hauses recht lädiert: Seine beiden Mandate prägten vor allem das Scheitern der Reconstruction-Politik im Süden, zunehmende Rassenspannungen, Korruptionsskandale, die Wirtschaftskrise von 1873, Währungsfragen und die stürmische Eroberung des Wilden Westens. Grant wandte sich enttäuscht von der Politik ab und unternahm eine zweijährige Reise durch die Welt, auf der er vielfach geehrt wurde.
Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten im Jahr 1879 ließ er sich in New York nieder und wurde mit einem Partner als Investmentmakler tätig. Doch 1884 führten unkluge Investitionen zum Bankrott. Grant war nun hoch verschuldet und erfuhr darüber hinaus, dass er an Rachenkrebs litt und seine Tage gezählt waren. Auf Anraten Mark Twains begann er, seine Memoiren zu verfassen. Der Wettlauf gegen den Tod sollte seine letzte große Schlacht werden. Er starb am 23. Juli 1885, nur fünf Tage nach der Fertigstellung des Manuskripts. Durch die Einnahmen aus der Buchveröffentlichung konnte seine Familie ihre Schulden begleichen und war finanziell abgesichert.
Farid Ameur
Erstellt: 10-02-09
Letzte Änderung: 02-03-09