nach dem Roman „Une vieille maîtresse“ von Jules Barbey d’Aurevilly
mit Fu’ad Aït Aattou, Roxane Mesquida, Claude Sarraute, Yolande Moreau, Michael Lonsdale
FotogalerieIm Gespräch mit
Catherine Breillat
Fu’ad Aït Aattou
Roxane Mesquida
Der Trailer zum Film
Synospsis: Überall redet man von der bevorstehenden Hochzeit: Der junge Lebemann Ryno de Marigny soll die makellose, aristokratische Hermangarde heiraten. Einigen liegt jedoch daran, die Verbindung der beiden Verliebten zu verhindern, und man munkelt, es werde dem jungen Mann nicht gelingen, sich von der Vellini zu lösen, für die er seit zehn Jahren in skandalöser Leidenschaft entbrannt ist. Kritik: Bereits vor vielen Jahren hatte der Produzent Jean-François Lepetit geplant, mit Catherine Breillat eine Kinoadaption des autobiographischen Romans von Jules Barbey d’Aurevilly „Une vieille maîtresse“ zu machen. Doch weil die Regisseurin erst ihren radikalen Filmzyklus von „Romance“ bis „Anatomie der Hölle“ vollenden wollte, verschob sie das Projekt immer wieder. Nun hat sie sich dieses Jahr der Umsetzung angenommen, sah sie darin doch eine Möglichkeit, etwas Neues zu machen und nach der Kritik und den schmerzlichen Anfeindungen der vergangenen Jahre zu zeigen, was sie wirklich ausmacht. So tauchte Catherine Breillat also ein in das 19. Jahrhundert, um die Geschichte eines jungen Mannes (Fu’ad Aït Aattou als Ryno de Marigny) und seiner Leidenschaft zu erzählen, was ein völlig neues Element in ihrer bisherigen Filmographie darstellt. Dabei blieb sie sich jedoch treu und wählte einen Schauspieler vom Typ Hiram Keller (bekannt aus „Satyricon“ von Fellini), den sie für „Ein Mädchen“ engagiert hatte. Die unmittelbare, strahlende Schönheit des jungen und bislang unbekannten Schauspielers Fu’ad Aït Aattou, den die Regisseurin zufällig kennen gelernt hatte, inspirierte sie zu einem Diskurs über unwiderstehliche Anziehungskraft, der zwei völlig gegensätzliche Frauen erliegen: zum einen die Kurtisane Vellini (Asia Argento), die von latinischer Schönheit, voller Glut, rebellisch und stolz ist, zum anderen die diskrete, schöne, makellose Hermangarde (Roxane Mesquida), ein unschuldiges junges Lamm der Aristokratie. Um sie herum ergeht sich eine kleine Welt der Reichen und eher Hässlichen in Klatsch und Tratsch: an erster Stelle die Marquise de Flers (Claude Sarraute), deren Neugier ihr zu einer gemeinsamen Nacht mit Ryno verhilft, die Comtesse d’Artelle (Yolande Moreau), ein moralistisches Klatschweib, und der Vicomte de Prony (Michael Lonsdale), hinter dessen englischem Humor und Eleganz sich im Grunde die schlimmste Eifer- und Klatschsucht verbirgt. Unangeachtet dessen leidet Ryno de Marigny unter seinen zwiespältigen Gefühlen, redet sich ein, die Vellini nicht mehr zu lieben, meidet sie und versichert sich seiner Liebe zu seiner Braut Hermangarde. Getrieben von Zweifeln hinterfragt er seine Fähigkeit, überhaupt zu lieben und erfährt zugleich die physischen Qualen seiner Leidenschaft. Was aber vor allem als Eindruck von „Une Vieille Maîtraisse“ bleibt, ist der bewegende Versuch der Regisseurin, durch die Inszenierung und die Grundstimmung zu umschreiben und zu verstehen, was den eigentlichen Kern von Schönheit ausmacht. Die häufigen Nahaufnahmen des Gesichtes von Fu’ad Aït Aattou wirken einerseits wie eine Reminiszenz an die Malerei des 18. Jahrhunderts und sind zugleich der illusorische Versuch, das Geheimnis der faszinierenden Ausstrahlung des jungen Mannes an die Oberfläche zu holen, die etwas geradezu Hypnotisches, ja Entfremdendes hat. In diesem Versuch, die Essenz des Schönen und gleichzeitig Rynos düstere Qualen zu erfassen, offenbart sich Catherine Breillat voll und ganz und kommt ihrem wahren künstlerischen Wesen am nächsten.
Olivier Bombarda






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Mit dem düster-romantischen Film „Une Vieille Maîtresse“ präsentiert Catherine Breillat ihr persönlichstes Werk.
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