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Francisco GoyaNackte Maja (1797)
Prado, Madrid
Eine der bekanntesten entkleideten Frauen der Kunstgeschichte ist ohne Zweifel die nackte Maja von Goya. Amüsiert, man könnte auch sagen schamlos, blickt sie dem Betrachter ins Gesicht. Ein Vollblutweib. Diesen Akt zu malen, war für Goya lebensgefährlich. Genauso wie übrigens für das Modell selbst. Überall lauerten die Spitzel der Inquisition, die alles Öffentlich-Fleischliche als Sünde und Hexerei geißelten. Doch wer ist die nackte Maja? War es die Herzogin von Alba, die sich für Goya nicht nur als Geliebte, sondern auch als Modell ausgezogen hat? Viele Indizien deuten darauf hin. Dennoch alles Spekulationen. Sicher ist jedoch, dass die nackte Maja Inspiration für viele Maler nach Goya war. Eduard Manet, Gustave Courbet, Max Beckmann, Henri Rousseau oder Gustav Klimt, sie alle ließen sich von der nackten Maja inspirieren.
Sandro BotticelliDie Geburt der Venus (1486)
Uffizien, Florenz
Welch Augenweide. Seit der Antike hatte man eine solch gemalte Schönheit nicht mehr gesehen. Die Venus von Botticelli, auf einer Muschel, eher schwebend als stehend, kam die Göttin zurück. Doch das Bild der Unschuld trügt. Es birgt auch das grausame Geheimnis des Windgottes Zephyros, der die Frau seiner Wahl entführt und durch Vergewaltigung fügsam gemacht hatte. Geboren wurde die Venus in Florenz, der Geburtsstadt der Renaissance, wo die Medicis die Künste und den freien Geist förderten. Immer wieder wurde gerätselt, wen Botticelli gemalt haben könnte. Doch der Künstler schwieg eisern.
MichelangeloDavid (1501 - 1504)
Galleria dell’Accademia, Florenz
Michelangelos David aus Marmor – ein Körper als habe ihn Gott erschaffen. Der ideale Held der Florentiner, der in der Lage ist, die Republik zu verteidigen. Er ist ihr Idol, ihn machten sie zum Popstar der Kunst. Doch er ist nur einer der scheinbar überirdischen Werke Michelangelos. Vor David hat er eine andere berühmte Figur erschaffen: baccus – den Gott der Liederlichkeit und des Weines, der Prototyp des Lebemannes. Vermutlich ein Selbstbildnis des homosexuellen Künstlers, der ständig gegen seine Neigung kämpft eund sich im Fresko vom heiligen Bartholomäus als armen Sünder malte.
Eugène DelacroixDie Freiheit Führt das Volk an (1830)
Musée d’Orsay, Paris
Das Volk von Paris in Aufruhr. Keine Heldengestalt führt den Freiheitskampf an, sondern ein „derbes Waschweib“ aus dem Volk. Das hat Delacroix viel Spott eingebracht. Die Revolution, geführt von einer Frau mit nackten Brüsten. Zeichen der Unschuld für eine notwendige und gerechte Sache. Dabei erinnert das Profil der Freiheit an die Venus von Botticello oder eine antike, anbetungswürdige Göttin. Für sie ist man bereit zu sterben. Eros und Thanatos, Liebe, Freiheit und Tod gehören eben untrennbar zusammen.
Pablo PicassoFrau
(Epoche der "Demoiselles d’Avignon")
Fondation Beyeler, Riehen/Basel
Das Bild von fünf Frauen, bewusst grob auf die Leinwand gebannt, ihre Gesichter wie aus Stein gemeißelt. Zusammen bilden Picassos Frauen Von Avignon eine undurchdringliche Figurenwand. Sie sind die Antwort des 26-Jährigen auf Cezannes Bilderserie Die Grossen Badenden und eine Auseinandersetzung mit dem Bild LebensFreude von Henri Matisse und lassen Spielraum für mehrere gleichberechtigte Deutungen: Sicher ging es Picasso einerseits um die Darstellung einer kranken Welt, andererseits sind seine Frauen von Avignon nach der Blauen und Rosa Periode Symbol für seine Suche nach neuen künstlerischen Welten. Tatsache ist, dass er mit seinem Werk eines der wichtigsten Gemälde des 20. Jahrhunderts geschaffen und den Weg für den Kubismus bereitet hat.
Zur Zeit ist dieses Gemälde in der Ausstellung EROS I der Stiftung Beyeler in Riehen/Basel zu sehen.






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