Die kurze Phase von 1966 bis 1968 war die Goldene Ära des Rocksteady, die ebenfalls die Übergangszeit zwischen Ska und Reggae markiert. Für den Dokumentarfilm „Rocksteady. The Roots Of Reggae“ versammelt sich die All-Star-Riege dieser Musikära noch einmal im Studio, um sich auf ein Konzert vorzubereiten und das gleichnamige Album einzuspielen.

V.A.„Rocksteady. The Roots Of Reggae”
Moll Selekta / La Baleine

Als der soulbeinflusste und basslastige Rocksteady den schnellen und vornehmlich instrumentalen Ska ablöste, legte er im selben Moment das Fundament für den zukünftigen Musikstil Reggae. Inspiriert von R’n’B, Jazz und Soul trat bei Rocksteady erstmals der Gesang sowie insbesondere der Bass in den Vordergrund. Der legendäre Schlagzeuger Sly Dunbar bringt es auf den Punkt: „Rocksteady ist die Wurzel des Reggae. Frag Jamaikaner, viele von ihnen werden sagen, dass sie Rocksteady bevorzugen – weil er den besseren Sound hat, den besseren Gesang, bessere Musiker und eine bessere Instrumentierung“. Musiker die Rocksteady-Geschichte geschrieben haben, wie unter anderem Hopeton Lewis, U-Roy, Marcia Griffiths, Derrick Morgan sowie die einzigartige Dawn Penn haben Perlen wie „People Rocksteady“, „You Don’t Love Me“ und „Shanty Town (007)“ neu eingespielt. Die Kompilation ist ein Best Of der Rocksteady-Klassiker und in den ausführlichen Linernotes des Booklets erfährt man aufschlussreiche Informationen über jeden einzelnen Song, und darüber hinaus werden die richtungweisenden Innovationen des Musikstils für Reggae, Dub, Rap und sogar HipHop aufgeschlüsselt. Der Film und das Album sind eine längst überfällige Huldigung der großartigen musikalischen Stilrichtung Rocksteady und seiner wichtigsten Protagonisten.


Matthias Schneider