Plot
Johnnie Aysgarth (Cary Grant), ein charmanter Playboy und Glücksritter, erobert das Herz der wohlerzogenen jungen Erbin Lina McLaidlaw (Joan Fontaine). Gegen den Willen der Familie und vor allem ihres Vaters, General McLaidlaw (Cedrick Hardwicke), wird Lina Johnnies Ehefrau.

(1941, USA, 99 Min.)
Mit Joan Fontaine, Cary Grant, Cedric Hardwicke, Nigel Bruce u.v.a.

Das legendäre Glas Milch
Die wohl berühmteste Szene des Films ist mittlerweile fester Bestandteil der Hitchcock-Legende: Cary Grant steigt im Dunkeln die Treppe hinauf, um seiner Frau ein Glas Milch zu bringen – und sie ist fest davon überzeugt, dass er sie damit vergiften will. Um den Blick der Zuschauer auf das Glas mit der möglicherweise vergifteten Milch zu lenken, hat Hitchcock das Glas nicht von oben beleuchtet, sondern von INNEN, was Johnnie zugleich ein besonders bedrohliches Aussehen verleiht.Ein allmählich zunehmender Verfolgungswahn
Durch erneute Abschrift der handschriftlichen Notizen zum Drehbuch, die zwischen Filmstudio und Hitchcock ausgetauscht wurden, konnte Biograf Donald Spoto rekonstruieren, dass Hitchcock unbedingt einen Film über die Vorstellungskraft der Frau drehen wollte. Letztlich basiert der gesamte Film auf Schlussfolgerungen, auf Ängsten, kurz: auf der Vorstellungskraft einer recht gebildeten und misstrauischen Frau, die aus Indizien, die sie über ihren Mann sammelt, eigene Schlüsse zieht.Liebesfilm – einmal anders herum
In den Gesichtszügen der Filmheldin, Joan Fontaine, kommt wie bereits in Rebecca eine naive Unschuld, eine Verletzlichkeit zum Vorschein, die sie sofort zur Sympathieträgerin werden lässt. Hitchcock erzählt, dass er einige Kämpfe ausfechten musste, damit die Darstellung nicht zu eingeschüchtert wirkte. Nach Ansicht von Bill Krohn handelt es sich bei der Figur um ein unbedarftes, unschuldiges Mädchen, das zum ersten Mal Liebe und sexuelles Begehren empfindet und sich aus den Fesseln einer übermächtigen Vater-Tochter-Beziehung befreit, um schließlich Opfer ihrer überschwänglichen Romanfantasie zu werden. Joan Fontaine erhält für den Film 1942 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Mit der Wahl ihres Filmpartners traf Hitchcock eine gewagte Entscheidung: Cary Grant, der Darling des amerikanischen Liebesfilms, spielt einen recht unsympathischen Glücksritter und „potenziellen Mörder“.Subtiler Spannungsaufbau
Die Spannung steigt unaufhaltsam, weil Johnnie seine Frau immer weiter belügt, obwohl sie ihn bereits in Verdacht hat. Der Zuschauer bekommt wie die Filmheldin Zweifel an den wirklichen Absichten des zwielichtigen Draufgängers. Das musikalische Leitmotiv von Komponist Franz Waxman unterstreicht die allmählich wachsende Angst. Noch in den Flitterwochen (und während des Balls) hört man die fröhlichen Klänge des Johann-Strauss-Walzers „Wiener Blut“. Doch je mehr sich die Indizien zu einem Verdacht verdichten, desto bedrohlicher wirken die Walzerklänge, die sich wie ein düsterer Schatten über die beiden Eheleute legen. Die Szene mit dem Milchglas im Treppenhaus wird von einer verzweifelt-traurigen Version des Walzers begleitet. Den Höhepunkt bildet am Ende des Films die Szene, in der Johnnie mit seiner Frau in atemberaubender Geschwindigkeit einen Abgrund entlangfährt. Diese Szene entstammt ebenso wenig wie die Schlussszene der Romanvorlage des Films. Im Buch reicht Johnnie seiner kranken Frau ein Glas mit Gift, das sie in vollem Bewusstsein der Gefahr austrinkt.Ein alternatives Ende ...
Alfred Hitchcock erzählte im Gespräch mit Regisseur François Truffaut: „Ich mag den Schluss des Films nicht, ich hatte einen anderen, der ganz verschieden war von dem des Romans. Wenn am Ende des Films Cary Grant Joan Fontaine das Glas vergiftete Milch bringt, hätte sie gerade einen Brief schreiben sollen, und zwar an ihre Mutter: ‚Liebe Mutter, ich liebe ihn wahnsinnig, aber ich will nicht länger leben. Er will mich töten, und da will ich lieber sterben. Aber ich finde, die Gesellschaft muss vor ihm geschützt werden.‘ Wenn Cary Grant ihr also das Glas Milch reicht, sagt sie: ‚Liebling, würdest du bitte diesen Brief an meine Mutter abschicken?‘ Und er sagt: ‚Ja.‘ Sie trinkt die Milch und stirbt. Abblende, Aufblende und eine kurze Szene: Cary Grant kommt pfeifend daher und wirft den Brief in einen Briefkasten.“ Quelle: „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ von François Truffaut (S. 116)Das Abendessen
Der Kurzauftritt von Hitchcock
Die Musik von Franz Waxman
Der Filmtrailer von „Verdacht“ im Original
Die Schlussszene des Films im Original (achten Sie auf den Spoiler)







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