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Tracks, das Magazin für Popkultur ! Themenvorschau und Archiv, Bonusmaterial und Links zu den Themen der Sendungen.
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Ausstrahlung am Freitag, den 10. Oktober 2003 um 19.00 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program 33
Vibration - Biotech-Art
Bis jetzt durften nur Wissenschaftler hinter verschlossenen Labortüren mit der Biotechnologie ihren Spaß haben. Eine Handvoll visionärer Künstler sahen das gar nicht ein und beschlossen Kunst aus lebendiger Materie zu schaffen.
* Symbiotic A

Oron Catts und Lonat Zurr gründeten 1996 das australische Kollektiv "Symbiotic A". Seitdem touren sie mit ihrem Bio-Labor, in dem sie ein bunten Eintopf aus künstlichen lebenden Zellen züchten, durch die Weltgeschichte. Heute steht Froschsteak auf dem Menü. Der Frosch von dem die Grundzellen für das künstliche Steak entnommen wurden, wird also weiterhin fröhlich in seinem Becken planschen können, während man am Nebentisch sein Fleisch verspeist. Und das ist noch gar nichts gegen "Symbiotic A"s letztem Streich, bei dem sie sich die Hauttransplantationstechniken von Krankenhaus-Laboren zu Nutze machten, um diese niedlichen kleinen Puppen aus menschlicher Kunsthaut zu basteln. Für "Symbiotic A" symbolisieren die Puppen alle Übel der modernen Gesellschaft, von der Demagogie über den Kapitalismus bis hin zur Zerstörung.
Lonat Zurr
Wir befinden uns in einer sehr gefährlichen Zeit, gerade weil mit dem Leben herumexperimentiert wird. Meine Kunst soll die Menschen dazu bringen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Es soll sie nachdenklich machen, wenn jemand vor ihren Augen etwas lebendigesmanipuliert.
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* Fiona Hall et Marta de Menezes
Seit zwei Jahren schöpfen immer mehr Künstler ihre Inspiration aus der lebenden Materie. Die Australierin Fiona Hall macht Skulpturen aus künstlichem Knorpel.
Die Portugiesin Marta Menezes entwirft neue Designs für Schmetterlingsflügel.
Marta de Menezes
Ich habe nicht die Absicht, schönere Schmetterlinge zu schaffen, als es sie bereits gibt. Was ich mache ist Kunst, und Kunst braucht sich nicht mit der Natur zu messen. Dazu ist die Natur zu perfekt. Mein Ziel ist es, etwas neues zu kreieren.
* Eduardo Kac

Aber manche gehen noch viel weiter indem sie neue Tierarten zum Leben erwecken. Eigentlich war es Eduardo Kac der die Biotech-Art 1998 ins Rollen brachte, als er Alba schuf, den ersten genetisch manipulierten Hasen. Jahrelang war die Beziehung zwischen Mensch und Roboter sein Spezialgebiet. Aber inzwischen ist er auf den Hasen gekommen, den er mit Quallen-Proteinen tunt. Das Ergebnis auf das die Menschheit sicherlich nicht gewartet hat: ein Hase, der im Dunkeln leuchtet.
Eduardo Kac
Am wichtigsten war es mir, mit einem Säugetier zu arbeiten, dass eine gewisse Beziehung zum Menschen hat. Ich bin gegen Katzenhaare allergisch, Hunde kamen nicht in Frage, also blieb nur noch die Nummer drei auf der Liste: Der Hase.
Alba sorgte für einen Riesen-Skandal. Inzwischen ist der Hase fünf Jahre alt. Das Licht der Sonne hat er allerdings nie gesehen, da er in den Laboren des nationalen Instituts für Agrarforschung eingesperrt ist. Eduardo Kac kämpft für seine Befreiung. Da Genforschung zu militärischen und wirtschaftlichen Zwecken toleriert wird, sehen Künstler nicht ein, warum sie da nicht mitmischen dürfen.
In der Reportage
> L’art biotech - Diese Ausstellung fand in Nantes im März 2003 statt
> Eduardo Kac
> SymbioticA
> Marta de Menezes
> Texte von Marta de Menezes
> Fiona Hall
> Das Projekt Cell cultureArtikel und Zusatzinformationen
> Art imitates Life-science
> Organism - making art with living systems
> L’art biotech ou quand l’art se fait chair
Erstellt: 27-05-04
Letzte Änderung: 08-10-03