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Kabul : die Klinik der Hoffnung

Offiziell ist der Krieg seit fünf Jahren beendet. Aber die täglichen blutigen Anschläge und die Explosionen von im ganzen Land verstreuten Minen und Granaten zeigen, dass Afghanistan von einem wirklichen Frieden noch weit entfernt ist. Wer bei einfachen Feldarbeiten ein Bein oder einen Arm verloren hat wird an den Rand der Gesellschaft gedrängt, Rehabilitationszentren stehen nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung. Einzige Ausnahme ist bisher das Orthopädie-Zentrum von Kabul, das Alberto 1988 im Auftrag des Internationalen Roten Kreuzes aufbaute.
Täglich werden bis zu 300 Körperverletzte behandelt, sie erhalten nicht nur medizinische Hilfe, das Klinikpersonal versucht, den Patienten auch Stolz und Zuversicht zu vermitteln. Im Zentrum sind 300 Angestellte beschäftigt, die meisten sind selbst behindert. Sie sind im wesentlichen frühere Patienten, die von Technikern und Fachleuten für neue Berufe umgeschult wurden.
So werden im Zentrum auch Schienen, Korsette, und Gehhilfen hergestellt, 1 200 Paar Krücken und einhundert Rollstühle konnten im vergangenen Jahr verkauft werden. Für die Klinik eine wichtige Einnahmequelle in einem Land, dessen Wirtschaft noch immer nicht in Fahrt gekommen ist. In den letzten beiden Jahren wurden in sechs weiteren Städten Afghanistans Zentren dieser Art gebaut und ausgestattet.

01.09.2007 - Marine Jacquemin, Patrice du Tertre und Nicole Bontempo
ARTE GEIE / Ethic Productions - Frankreich 2007

Erstellt: 06-09-07
Letzte Änderung: 01-09-07