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Künstler Hautnah

Paris, Lissabon, Athen, Berlin, New York, Bombay – „Künstler hautnah“ bietet einen breiten Überblick über das zeitgenössische Kunstschaffen, um bei jedem die Neugier und das Interesse für Gegenwartskunst zu wecken.

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Künstler Hautnah

Ein Film von Joelle Oosterlinck - 02/05/10

Virginie Barré - Bildende Künstlerin

Die französische Bildhauerin Virginie Barré bezeichnet sich ganz bewusst als Künstlerin, Frau und Mutter. Die gängige Auffassung, wonach Mutterschaft und Künstlerdasein nicht zusammenpassen, lehnt sie ab. Das wird in ihren jüngsten Arbeiten deutlich. In der Reihe "Simple Dames" (2005) porträtiert sie starke Frauen aus den 1930er Jahren; ihre Comics mit Titeln wie "Freiheit, Gleichheit, Mutterschaft" haben Heldinnen anstatt Helden; und ihren Ausstellungen und Werken gibt Barré neuerdings die Namen ihrer Töchter.

  • Ausstrahlung: Sonntag, 2. Mai 2010 um 13.00 Uhr


Videoauszug



Der Film


Bevor sie Mutter wurde, ließ sich Virginie Barré von den filmischen Welten Alfred Hitchcocks und Stanley Kubricks sowie vom Krimi-Genre allgemein inspirieren. Die Skulpturen aus dieser Schaffensperiode stellen "Tatorte" nach, zeigen Opfer von Unfällen oder Verbrechen: leblose, blutbefleckte Figuren mit verrenkten Gliedmaßen, das Gesicht - wegen der Körperhaltung oder durch eine Mütze oder Kapuze - fast immer verborgen. Szenen wie aus einem Krimi oder einem Alptraum, die beim Betrachter Angst und Amüsement zugleich hervorrufen und ihn dazu anregen, sich sein eigenes Szenario auszudenken.

Virginie Barré wirft gerne Fragen auf. In ihrem Werk gibt es keine vorgefertigten Lösungen, es ist gewollt geheimnisvoll, aber nicht hermetisch. Denn Barré bietet Verständnishilfen an, webt Zitate und Verweise auf die Popkultur ein und macht ihre Arbeit damit einem breiten Publikum zugänglich. Die Titel ihrer Werke sind Teil einer Gesamtinszenierung, geben Hinweise, legen Spuren und zeigen zugleich Barrés eigenen Weg auf: "Cache-cache petit mort" (1994), "Petites funérailles" (1995), "Little Princess" (2003), "Ecarlate" (2004), "Pink Vertigo" (2004), "Sleeping Beauty" (2007).

Schranken jeder Art sind Virginie Barré ein Gräuel. "Es geht darum, so offen wie möglich zu sein", sagt sie. Diese Maxime setzt sie selbst um, indem sie sich an verschiedene Genres wie Bildhauerei, Zeichnung und Animation wagt. Ihre neuesten Werke entstanden auf dem Dachboden ihres Hauses in der Bretagne. Aus Materialien wie Karton, Stoff und Kunstleder formte Barré eine Skulpturen-Scharade, an der die Unmittelbarkeit ihres künstlerischen Schaffens sichtbar wird.

Sie kommen zu Wort:
  • Bruno Peinado, Künstler;
  • die Künstlerin Lili Reynaud Dewar, Herausgeberin der feministischen Kunstzeitschrift Pétunia;
  • Claire Guezengar, Autorin und Kunstkritikerin.

Link




Die Sendung (wieder)sehen


Sie können diese Sendung 7 Tage lang nach ihrer Ausstrahlung auf ARTE+7 sehen!

Künstler hautnah
Sonntag 9. Mai 2010 um 07.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2009, 26mn)
ARTE F

Erstellt: 22-04-10
Letzte Änderung: 12-05-10


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