* Virgil Widrich
Wie bekommt man 300 Hollywood Klassiker in 14 Minuten unter? Kein Problem für den österreichischen Regisseur Virgil Widrich, der in seinen letzten Kurzfilm „Fast Film“ aus Hunderten von Szenen aus alten Schinken eine rasante Achterbahnfahrt gebastelt hat, neben der Streifen wie „The Fast and the Furious“ als reinstes Rentnerkino abstinken können.
Virgil Widrich: Ich habe die Bilder aus ihren Kontext gerissen. Zum Beispiel, ein Schauspieler, der einer Dame Feuer anbietet, zündet in meinem Film eine Lunte an. Das ist ein bisschen wie bei Hitchcock, es passiert alles anders, als man es erwartet. Klassische Filme sind immer nach dem selben Muster gestrickt und gut kombinierbar. Ich setze sozusagen mit Worten aus fremden Texten, ein neues Gedicht zusammen.
Ich glaube, dass das experimentelle Kino in unseren Köpfen entsteht. Es sind die Dinge die wir träumen, die wir kurz vor dem Einschlafen oder vor dem Aufwachen sehen. Jedes mal wenn jemand in einem Hollywood Streifen einschläft oder Drogen nimmt wird der experimentelle Stil verwendet. Experimentelles Kino bringt das Unterbewusstsein an den Tag und man sieht es immer wieder bei Filmen in Cannes oder Hollywood. Es zeigt die dunkle Seite des Films.
* Vincent Patar und Stéphane Aubier
Seit 10 Jahren beweisen Pic Pic und Co, dass eine schräge Fantasie besser kommt als Special Effects. Die Macher: Zwei Belgier, Vincent Patar und Stéphane Aubier genau richtig. Alle Drehbücher, Bilder, Kollagen und Stimmen sind 100% Home-made. Was nicht heißen soll, dass berühmte Schauspieler, wie zum Beispiel Benoit Poelvoorde aus „Mann beisst Hund“, sich den Spaß nehmen lassen, den abgespacedten Figuren ihre Stimme zu leihen.
* Phil Mulloy
Die grob gezeichneten und hyper-zynischen Kurzfilme von Phil Mulloy sollten als kleine Bomben gegen die Heuchelei der Gesellschaft verstanden werden. Demnächst erscheint eine Sammlung von 11 Kurzfilmen des britischen Exzentrikers unter dem Namen „Mondo Mulloy“.
Phil Mulloy: Ich bin kein großer Fan von Animationsfilmen. Ich mache außer dem noch andere Sachen. Aber sie geben mir die Möglichkeit mit wenig Mitteln, völlig neue Welten zu schaffen. Dabei kann sich meine Phantasie so richtig austoben. Es ist für mich eine Methode, um über alles mögliche zu Meditieren. Ich bin sarkastisch aber ich glaube nicht, dass ich ein Zyniker bin. Das hoffe ich zumindest. Zyniker wollen die Gesellschaft in erster Linie mies machen. Ich bin kein Miesmacher. Ich habe nicht die Absicht, mit meinen Filmen irgend etwas zu verändern. Sie sind in erster Linie eine Stütze für anders Denkende, die wiederum ihrerseits vielleicht etwas verändern werden.
Links
>> Phil Mulloy im Magazin Kurz-Schluss am 14. April 2004 auf ARTE
>> Mehr zu Mondo Mulloy
>> Ausschnitte des Films Mondo Mulloy
>> DVD - Phil Mulloy - Extreme Animation
>> Virgil Widrich - Offizielle Website
>> Fast Film - Offizielle Website
>> DVD von Virgil Widrich
>> Pic Pic André - Offizielle Website
>> Pic Pic André et leurs amis als DVD erhältlich bei Boomerang Pictures
>> Interview mit Vincent Patar und Stéphane Aubier (auf französisch)
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TRACKS
Donnerstag, den 26. August 2004 um 23.30 Uhr
Wiederhol. am Samstag, den 28. August um 17.45 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
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