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01.02.2008 - 22.30 / 02.02.08 - 03.00 : Tracks - 28/01/08

Visions - Biopics

Verfilmte Biografien von Musikern, sogennante Biopics, erleben in den letzten Jahren einen enormen Boom. Prominentestes Beispiel ist 'Walk The Line', der Oskar-prämierte Film über Johnny Cash. Nun erscheinen zwei Filme über Popstars, die Medien & Öffentlichkeit stets gemieden haben: Bob Dylan und Kate Bush. Tracks stellt die beiden sehr unterschiedlichen Filme vor.

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"I'm not there" von Todd Haynes
"I'm not there" ist der erste Spielfilm über Bob Dylan's Leben. Oder besser: Darüber wie es hätte sein können. Denn historisch akkurat sind nur einige, wenige Szenen im Film. Und: Dylan wird von sechs verschiedenen Schauspielern dargestellt - unter anderem von einer Frau und einem Teenager. Der Titel 'I'm not there' ist also Programm.

Todd Haynes: "Dylan war in den 60ern eine radikale Kraft - das ist ein Grund dafür warum ich eine Frau für die Rolle gewählt habe, die seine berühmtesten Momente darstellt. Dylan's Aussehen und Auftreten, um 1966, waren ein Angriff auf die Folk-Szene und das Mainstream-Establishment. Er war eine Art Punkrocker."

Cate Blanchett brilliert in der Rolle des Bob Dylan der 60er Jahre, des Aufwieglers, des Tabubrechers. Hier wirkt der Film, auch aufgrund der pseudo-dokumentarischen Schwarz-Weiss-Ästhetik, ganz authentisch, fast als ob Dylan selber auftreten würde.

Todd Haynes: "Dieser Film vermischt zwar Fakt und Fiktion, aber er lässt den Zuschauer an diesem Prozess teilhaben, man ist in die Witze eingeweiht, man weiß, was nicht wahr ist. Außerdem trennt der Film ganz klar die einzelnen Kapitel aus dem Leben von Dylan, sodass man ihren gegensätzlichen Charakter erkennt - die eine Seite der Persönlichkeit sagt das, die andere etwas ganz anderes."

"Come back Kate" von Helena Muskens und Quirine Racké
Bei der IDFA in Amsterdam, dem größten Dokumentarfilm-Festival Europas, stellen Helena Muskens und Quirine Racké ihren Film 'Come back Kate' vor. Es geht um Kate Bush, aber wie Dylan spielt auch Kate Bush persönlich nicht mit. Stattdessen stehen einige treue Fans im Mittelpunkt, deren Leben durch die Musik des exzentrischen britischen Popstars völlig umgekrempelt wurde. Der Film lebt ausschließlich von den Kate-Bush-Fans. Zum Beispiel von der Hobby-Sängerin, die eine Krebserkrankung überlebt. Dem Philosophie-Professor, der mit Kate Bush seinen tiefen Depressionen entkommt. Oder von der jungen Frau, die zur Kunst findet und erfolgreiche Fotografin wird.

Sowohl 'Come back Kate' als auch der Dylan-Film leisten etwas im Genre Biopic noch nie Dagewesenes: Sie lassen die reale Person links liegen und begeben sich in die Welt der Möglichkeiten. Bei 'Come Back Kate' füllen die Fans das Vakuum, dass ihr Idol Kate Bush offen lässt, mit ihren eigenen Hoffnungen, Träumen, Sehnsüchten. Im Dylan-Film übernimmt der Regisseur diese Aufgabe, und zwingt den Zuschauer damit zu einem neuen Umgang mit dem Mythos Dylan.

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Todd Haynes Tipp
Das Dokumentarfilm "Eat the Document"
Der Film zeigt Dylan 1966 bei seiner Electric Tour. Ein faszinierendes Zeitdokument. „Eat the Document“ wurde nie offiziell veröffentlicht, und ist nun kürzlich im Netz aufgetaucht. Wer hier auf 100 Prozent Authentizität hofft, der wird voll bedient - denn Dylan führte bei „Eat the Document“ Regie und machte den Schnitt. Aber gleichzeitig ist der Film so experimentell, dass auch er wieder alles offen lässt. Eben 100 Prozent Dylan.
>> Mehr Informationen zum Film
>> Den Trailer zu Film

Die Filme
I'm not there
von Todd Haynes
mit: Christian Bale, Cate Blanchett, Richard Gere, Heath Ledger, Julianne Moore
Tobis Filmverleih
Filmstart am 28. Februar 2008
>> Mehr Informationen

Come Back Kate
von Helena Muskens, Quirine Racké
The Netherlands, 2007
>> Mehr Informationen


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TRACKS
Freitag, den 02. Februar 2007 um 22.30 Uhr
Wiederholung am 02. Februar 2008 um 03.00 Uhr
Redaktion: WDR, Kobalt
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Erstellt: 28-01-08
Letzte Änderung: 28-01-08


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