Die Depression entwickelt sich mit ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen zu einer der am weitesten verbreiteten Krankheiten in den Industriestaaten. Trotz ihrer Steigerungsrate bleibt die Krankheit ein Tabu, steht sie doch in Zusammenhang mit den Anforderungen der modernen Gesellschaft an jeden Menschen, reibungslos zu funktionieren. Der Themenabend erklärt, in welchen Formen sich Depressionen manifestieren, und fragt nach, warum immer mehr Menschen an depressiven psychischen Störungen leiden.
Themenabend: 119 Min.
ZDF
Erfolg, Glück und Selbstverwirklichung sind Ansprüche, die in der modernen Gesellschaft wie selbstverständlich akzeptiert werden. Viele Menschen aber scheitern daran und reagieren mit Verstimmungen, Wutanfällen und Depressionen. Depression ist in den Industriestaaten mittlerweile die Volkskrankheit Nummer eins. Mehr als fünf Prozent der Bevölkerung sind akut betroffen. Und jeder fünfte Mensch wird einmal in seinem Leben depressiv. Trotzdem wird die Krankheit immer noch tabuisiert und unterschätzt.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass Depressionen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits im Jahr 2020 weltweit zu den zweithäufigsten Krankheiten gehören werden. Ein weiterer dramatischer Befund besagt, dass ungefähr zwei- bis dreimal so viele Frauen wie Männer an Depressionen erkranken.
Die Depression ist diskret und subtil; sie macht sich nur leise bemerkbar. Die wachsende Ausbreitung von Depression, der steigende Konsum von Psychopharmaka und die Zunahme der Alkohol- und Drogenabhängigkeit sind nach neuesten Untersuchungen Reaktionen auf die allgegenwärtige Erwartung, nach der jeder Mensch zu funktionieren hat. Depression ist die Kehrseite einer modernen Gesellschaft, die den Menschen zur "Produktivkraft" herabwürdigt und ihn bis zur Erschöpfung fordert.
Der Themenabend richtet den Fokus auf ein Tabu. Er fragt nach, was Depression überhaupt ist und warum sich dieses Krankheitsbild als am meisten verbreitete psychische Störung durchsetzt. In welchem Maße ist die Depression charakteristisch für die Veränderungen der Individualität zu Beginn des 21. Jahrhunderts?
21.00 UhrImmer wieder Achterbahn - Leben zwischen Manie und DepressionDokumentarfilm, Deutschland 2007, 16:9, 58 Min.Regie: Thomas Gill und Birgitta SchülkeStimmungsschwankungen kennt jeder. Sind sie aber exzessiv ausgeprägt und dauern Monate, liegt eine bipolare Störung vor, auch manisch-depressive Erkrankung genannt. Menschen, die unter manisch-depressiven Schüben leiden, fallen von einem Gefühl der überschäumenden Euphorie plötzlich in tiefste Verzweiflung und Depression. Der Dokumentarfilm schildert den Kampf dreier Menschen gegen ihre Krankheit.
22.00 UhrIch wollte nicht mehr aufstehen - Neue Forschung gegen DepressionDokumentation, Deutschland 2007, 16:9, 54 Min.Regie: Dirk PohlmannDie Dokumentation berichtet über Ursachen und Auswirkungen, über bewährte und neueste Behandlungsmethoden der Volkskrankheit Depression. Sie räumt auf mit Vorurteilen und Missverständnissen, die diese Krankheit betreffen und zeigt, dass nicht nur medizinisches Personal vor großen Anforderungen steht, sondern dass unsere Gesellschaft in der Pflicht steht, da sie großen Anteil an der Entstehung der depressiven Symptome hat.