Der Film- und Theateregisseur Eric Rohmer ist am 11. Januar im Alter von 89 Jahren in Paris gestorben. Aus diesem Anlass zeigt ARTE den Spielfilm "Vollmondnächte".
"Wer zwei Frauen hat, verliert seine Seele. Wer zwei Zuhause hat, verliert seinen Verstand." (Sprichwort aus der Champagne)
Louise und Rémi leben zusammen. Louise liebt Rémi und Rémi liebt Louise. Doch ihre Art der Liebe ist nicht die gleiche. Und ihr Lebensrhythmus auch nicht: Louise liebt es, auszugehen und spät aufzustehen, Rémi hingegen sitzt meist zu Hause und steht "mit den Hühnern" auf. Louise erträgt es nicht, "zu sehr geliebt" zu werden. Sie erträgt es jedoch noch weniger, gar nicht geliebt zu werden. So sucht sie einen Mittelweg: Um mehr Freiheit zu erlangen, sucht sie sich in Paris eine kleine Zweitwohnung. Schnell findet sie in Octave einen Begleiter für ihr Nachtleben und in Bastien einen kurzweiligen Liebhaber. Louise liebt es zu spielen und zu verführen. Sie gerät in einen regelrechten Sog und wird immer anspruchsvoller, nichts kann ihre Gefall- und Vergnügungssucht lange stillen. Doch riskiert sie dabei nicht, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren ? Wird Rémi ihre Eskapaden ewig dulden, ewig für sie da sein?
Der am 11. Januar in Paris verstorbene Regisseur und Autor Eric Rohmer hat als Mitbegründer der Nouvelle Vague den Status einer Kinolegende erreicht. Sein Œuvre organisierte er in Zyklen mit Titeln wie „VierJahreszeiten“ oder „Moralische Geschichten“. “Vollmondnächte“ heiβt der vierte Film der Reihe "Komödien und Sprichwörter" und spielt in den 80er Jahren: Zwischen modernem Chic, "Insider-Parties" und der Welt der aus den Boden schieβenden Werbeagenturen sprechen Rohmers Personen von Liebe, Verführung, Freiheit und Leidenschaft. Als große Entdeckung des französischen Kinos ging Pascale Ogier aus dem Film hervor, die mit bestechendem Naturell die Rolle der Louise verkörperte, gefangen in widersprüchlichen Sehnsüchten, anspruchsvoll und zerbrechlich. Sie wurde 1984 mit dem Preis der besten Schauspielerin auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet. Leider blieb es bei diesem Film für die junge Schauspielerin, die einige Monate später tragisch ums Leben kam. „Vollmondnächte“ wurde 1985 für drei Césars nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch). Das Lexikon des internationalen Films schreibt: „Eine geistreiche und intelligente Auseinandersetzung mit fundamentalen Fragen des menschlichen Zusammenlebens. Der von Sympathie für seine Personen getragene, inszenatorisch nur scheinbar leichte Film besticht gleichermaßen in Stil, Tonlage, Erzählrhythmus und Sujet.“
Vollmondnächte
Dienstag 2. Februar 2010 um 00.35 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 1984, 97mn)
ARTE F