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1929

Filmemacher William Karel untersucht die Mechanismen der Krise von 1929.

1929

1929 - 23/10/09

Von 1924 bis zum 1940: Chronologie der Krise

Die Krise



  • 1924
    Dawes-Plan: Deutschland erhält Auslandskredite von den USA, die es dem Land ermöglichen sollen, die im Versailler Vertrag festgelegten Reparationszahlungen zu leisten.

  • 1926
    In den USA wird ein neues System für kreditfinanzierte Aktienkäufe eingeführt, für die nur eine 10%ige Deckung notwendig ist. Die Spekulationsblase wächst.

  • 1929
    • 18., 19. und 24. Oktober: Erste massive Verkaufswellen von Aktien setzen ein.
    • Donnerstag, 24 Oktober: Schwarzer Donnerstag. Die Aktienmärkte geraten in Panik. Bis zum Mittag fällt der Dow Jones um 22%. Amerikanische Banken versuchen vergebens, durch Aktienkäufe die Kurse zu stabilisieren.
    • Montag, 28. Oktober: 9,25 Millionen Wertpapiere werden gehandelt.
    • Dienstag, 29. Oktober: Schwarzer Dienstag. Der Börsenkrach erreicht seinen Höhepunkt. Insgesamt 16,5 Millionen Aktien werden umgesetzt und die Wertpapiere verlieren im Durchschnitt 30% ihres Börsenwertes. Künstliche Aufkäufe von Wertpapieren durch amerikanische Banken sind nicht mehr möglich. Der Schwarze Dienstag markiert den Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise.
    • November 1929: Präsident Herbert Hoover unterschätzt das Ausmaß der Krise. Er weigert sich, staatliche Hilfen bereitzustellen.


Die große Depression



  • 1930
    Die USA ziehen ihr Kapital aus Europa und vor allem aus Deutschland ab. Eine weltweite Krise bricht aus, die durch staatlichen Protektionismus noch weiter verschärft wird.

  • 1932
    Am 28. Juli veranlasst Präsident Hoover die blutige Niederschlagung des Marschs der „Bonus Army“, in dem zahlreiche Veteranen aus dem Ersten Weltkrieg die sofortige Auszahlung ihrer Bonuszertifikate fordern. Im gleichen Jahr wird er als Präsident von Franklin Delano Roosevelt abgelöst.
    In Deutschland sind 25% der Erwerbsfähigen arbeitslos. Hitler erhält in der Reichspräsidentenwahl rund 30% der Stimmen.

  • 1933
    Die Arbeitslosenquote in den USA beträgt 25%. Roosevelt kündigt zu Beginn seiner Amtszeit nicht nur die Politik des „New Deal“ an, sondern auch den United States Bank Holiday – einen Tag, an dem alle Banken zur Überprüfung ihrer Solvabilität geschlossen bleiben. Er gründet die Natio¬nal Recovery Administration und verabschiedet den National Industrial Recovery Act. Dieser beinhaltet die Einführung von wirtschaftlicher Planung und Mindestlöhnen sowie die Ausweitung des gewerkschaftlichen Einflusses.
    Am 30. Januar wird Hitler, nach einem mehrmonatigen Machtkampf, vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt.
    Am 30. März wird das Dritte Reich ausgerufen und das Ermächtigungsgesetz verabschiedet, das Hitler Sonderrechte einräumt.

  • 1934
    Einführung eines Wohlfahrtsstaats (Welfare State) in den USA.

  • 1936
    Präsident Roosevelt wird wieder gewählt.

  • 1937
    Die amerikanische Industrieproduktion erreicht wieder das Produktionsniveau von 1929. Auf dieses Hoch folgt eine erneute Rezession.

  • 1937
    Roosevelt hält in Chicago seine berühmte „Quarantäne-Rede“, in der er dazu auffordert, alle faschistischen Länder unter Quarantäne zu stellen. Die Außenpolitik der USA erhält unter Roosevelt eine deutlich interventionistischere Wendung.

  • 1939
    Die deutsche Industrieproduktion erreicht wieder den Stand von 1929. Die deutsche Wehrmacht marschiert in Polen ein und der Zweite Weltkrieg beginnt.

  • 1940
    Den USA gelingt es dank der boomenden Kriegswirtschaft, die Wirtschaftskrise zu überwinden.

Erstellt: 06-10-09
Letzte Änderung: 23-10-09