Synopsis: Franz von Werra - Jagdpilot der deutschen Luftwaffe im 2. Weltkrieg: Gentleman, Draufgänger, Liebling der Nazi-Medien. 1941 kam von Werra, erst 27jährig, bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben. Zahlreiche Gerüchte ranken sich darum, wie auch um seine Herkunft - denn er war Schweizer.Der Schweizer Filmemacher Werner Schweizer verfolgt die Spuren von Werras und verknüpft sie mit denen Hardy Krügers. Das wirkt für den Zuschauer bisweilen befremdlich, weil er viel über Krügers Leben erfährt, was er für sein Verständnis gar nicht braucht, der Focus des Films also bisweilen irritierend verrutscht. Im Vergleich zu Hardy Krügers Schauspielerleben hatte Franz von Werra die wesentlich interessantere Biografie.Nach und nach enthüllt der Filmemacher einzelne Bausteinchen, die sich zu einem faszinierenden und bisweilen sehr zwiespältigen Gesamtbild zusammenfügen. Zu Beginn seiner Karriere als Jagdflieger schreibt Franz etwa an seine geliebte Schwester: "Die Kriegsführung macht so herrlich viel Spaß..." Bis zuletzt bleibt von Werra dem Naziregime gegenüber extrem unkritisch und lässt sich von Hitler sogar persönlich nach seiner Flucht feiern. Von Goebbels erhält von Werra den Auftrag, seine Fluchtgeschichte zu schreiben, die jedoch nie veröffentlicht wird.
Eigentlich sind seine Schwester und er keine Deutschen, denn seine Eltern - verarmte Waliser Adlige - haben die Beiden aus Geldnot zu einer kinderlosen Familie in Deutschland gegeben. Über viele Details aus dem Leben ihres Bruders - besonders über die zur Nazizeit - schweigt seine Schwester Charlotte-Emma heute, und erweist ihm so ihrer Ansicht nach wohl einen letzten Liebesdienst. Gespenstisch unkritisch erscheinen auch die heutigen Aussagen ehemaliger Jagdfliegerkollegen, die sich als Elite begreifen, und den verlorenen Krieg bis heute als sportlichen Wettkampf feiern. Durch diese und andere - vom Filmemacher unkommentierte - Aussagen wird VON WERRA zu einer vielschichtigen Diskussionsgrundlage. Werner Schweizer versteht es die vielen Interviews, Filmausschnitte, Fotos und Wochenschaumaterial in eine dramaturgische Form zu bringen, die bis zuletzt ihre Spannung behält, und so zu einem spannenden Stück filmischer Zeitgeschichte wird.
Das Bonusmaterial: „Ich hatte drei Helden in meiner Kindheit“, berichtet der gutaussehende, junge Wissenschaftler Anfang dreißig: „Odysseus, Old Shatterhand und Franz von Werra.“ Von Werra hat ihn nicht mehr losgelassen. Mehr als zehn Jahre hat der Schweizer Historiker Wilfried Meichtry Franz von Werras Leben und das seiner Schwester Emma recherchiert. Dabei ist er auf allerlei Besonderes gestossen: Die Geschwister einer verarmten wallisischen Adelsfamilie wurden nach Deutschland an eine wohlhabende Familie „verkauft“. Der neue Vater mißbrauchte Emma jahrelang, die in eine Art Beziehung mit ihrem Bruder flüchtete. Die beiden ersetzten sich gegenseitig die Familie. Franz schreibt in einem Brief: „Du bist mir Mutter, Schwester und Schatz“. Meichtry führt als eine Art roter Faden durch die Bonus Tracks der DVD. Er war es auch, der den Dokumentarfilm initiiert hat. Ergebnis seiner langjährigen Forschungsarbeit sind zwei Bücher: „Du und Ich –Ewig Eins, Die Geschichte der Geschwister von Werra“, erschienen im Eichborn Verlag und seine Dissertation an der Uni Bern, Zwischen Ancien Regime und Moderne: Die Walliser Adelsfamilie von Werra, die beide in der Bibliografie auf der DVD aufgelistet werden.
Die Bio-und Filmografie Werner Schweizers informiert darüber, daß der Schweizer Regisseur auch als Journalist und Produzent tätig ist. 1987 gründete er die Produktionsfirma DSCHOINT VENTSCHR. Sein letzter Dokumentarfilm NOËL FIELD trägt den Untertitel: DER ERFUNDENE SPION. Scheinbar hat es sich Schweizer zur Aufgabe gemacht, dubiose Gestalten der Geschichte zu hinterfragen, und deren Leben zu verfilmen. Eine gute Idee, gibt es dabei doch sicher noch viele Schätze zu entdecken.
Die Extras „Die Geschwister von Werra“ enthält viel Material, das bereits im Film verwendet wurde, eine Art Zusammenfassung, die sich auf die Geschwister konzentriert. „Des Teufels Flieger“ ist ein knapp 5-minütiger Track, bei dessem Abspann sich herausstellt, dass er ein Kulturreport-Beitrag ist. Es wäre schön gewesen, diesen als solchen auf der DVD zu kennzeichnen, denn auch er verwendet wiederum dasselbe Bildmaterial, und das wirkt für den Zuschauer doch recht irritierend. Im Ganzen jedoch sind die Bonus Tracks durchaus zufriedenstellend. Überraschenderweise verzichtet der Vertrieb auf eine Trailershow, die ja eigentlich eine gute Form der Eigenwerbung ist.
Nana A.T. Rebhan
Sprachen: Englisch, Deutsch, Französisch
Originalversion mit französischen Untertiteln
Extras:- Trailer
- Die Geschwister von Werra
- Des Teufels Flieger
- Bio-/Filmografie Werner Schweizer
- Bibliografie






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