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Kino auf ARTE - 08/12/11

Wahre Liebe rostet nicht

(Le grand amour)
Spielfilm, Frankreich 1969, ARTE F
Regie: Pierre Étaix; Buch: Pierre Étaix, Jean-Claude Carrière; Kamera: Jean Boffety; Schnitt: Henri Lanoë; Musik: Claude Stieremans; Produzent: Paul Claudon, Gilbert de Goldschmidt, Danièle Delorme, Yves Robert; Produktion: C.A.P.A.C., Les Productions de la Guéville, Madeleine Films
Mit: Pierre Étaix - (Pierre), Annie Fratellini - (Florence), Nicole Calfan - (Agnès), Alain Janey - (Jacques), Ketty France - (Madame Girard), Louis Maiss - (Monsieur Girard)

Pierre heiratet Florence. Zwar sind die beiden verliebt, doch die große Leidenschaft ist es nicht. Zehn Jahre später hat sich Routine bei ihnen eingestellt, ein Tag gleicht dem anderen. Doch das ändert sich, als Pierre seine neue Sekretärin Agnès das erste Mal sieht ... ARTE zeigt diesen Film in einer neu gemasterten HD-Fassung als Auftakt zu einer Reihe mit Filmen von Pierre Étaix, die alle im Jahr 2010 restauriert wurden.



Eigentlich wollte Pierre gar nicht heiraten. Zwar liebt er seine Florence, doch sieht er sich als jemand, der nicht für die Ehe gemacht ist. Aber Florences Eltern und die Aussicht auf die Übernahme der Fabrik ihres Vaters überzeugen ihn dann schließlich doch, das Jawort zu geben.
Zehn Jahre später ist das Zusammenleben von Pierre und Florence routiniert und immer gleich. Jeden Tag verlässt Pierre die gemeinsame Wohnung, die immer noch im Haus von Florences Eltern ist, und verbringt seinen Tag als Direktor der Lederfabrik von Schwiegervater Monsieur Girard. Abends kommt er wieder nach Hause, es wird zusammen gegessen und im Anschluss eine geruhsame Zeit vor dem Fernseher verbracht.
Doch die erste Krise stellt sich ein, als der Klatsch und Tratsch der Nachbarn aus einem harmlosen Zwischenfall einen Seitensprung werden lässt. Während Pierre nur eine junge Dame beim Vorbeigehen im Park gegrüßt hat, erzählt man seiner Frau, er habe sich gleich mit ihr ins Gebüsch geschlagen. Tief verletzt zieht Florence zunächst zu ihrer Mutter - und wohnt nun also ein Stockwerk tiefer -, doch nach kurzer Trennung ist auch dieses Drama ausgestanden.
Zur ersten großen Krise kommt es jedoch, als Pierre eine neue Sekretärin erhält. Agnès ist blutjung, unschuldig und wunderschön - Pierre ist sofort Feuer und Flamme, es ist die große Liebe, auf den ersten Blick. Er träumt von ihr, sieht sie bei sich zu Hause anstelle seiner Frau und nimmt jede Gelegenheit war, sie zum Diktat in sein Büro zu bestellen. Als Florence dann auch noch verkündet, dass sie für zwei Wochen ans Meer fahren will, scheint die Gelegenheit endlich gekommen ...

"Wahre Liebe rostet nicht" ist der vierte Spielfilm des Multitalents Pierre Étaix, der in seinen Filmen nicht nur Regie und Drehbuch übernimmt, sondern auch immer eine der Hauptrollen spielt. Mit unfehlbarem Blick fürs Detail zeigt Étaix die Routine des alltäglichen Ehelebens, wobei jede noch so kleine Absurdität liebevoll in Szene gesetzt wird. Die Träume und Wunschvorstellungen des bürgerlichen Ehemannes, der sich nach Jugend und wilden Abenteuern sehnt, werden dabei mit viel Humor und Fantasie auf die Leinwand gebracht, ohne sie dabei allzu lächerlich erscheinen zu lassen. Vielmehr wirbt "Wahre Liebe rostet nicht" augenzwinkernd um Verständnis für jene ständigen Träumereien und Versuchungen, denen Mann manchmal unterlegen sind.

Wahre Liebe rostet nicht
Dienstag 10. Januar 2012 um 14.55 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 1969, 83mn)
ARTE F

Erstellt: 08-12-11
Letzte Änderung: 08-12-11