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2006.09.14 - 23.15 : tracks - 31/10/08

Weekend of Fear

Splatterday Night Fever - Im Rausch der Körperflüssigkeiten. Blutrot ist die Farbe des deutschen Horrorfilms. Der deutsche Splatterfilm ist der wildeste Bastard der Horror-Branche. Mit minimalem Budget der maximale Blutrausch.

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Das „Weekend of Fear“ - hier trifft sich jedes Jahr die Gemeinde und zelebriert Horror der extremen Sorte. Splatterfilme, in denen das Blut literweise spritzt. Absoluter Underground, der der deutschen Zensur ein Dorn im strengen Auge ist. Nirgendwo sonst in Europa haben’s Horrorfans so schwer. Filme werden zensiert, landen auf dem Index oder werden gleich komplett beschlagnahmt. Nur am „Weekend of Fear“ ist zensurfreie Zone. Und jeder Splatterfan darf sich mal richtig ausspinnen und Kettensägen-Killer „Bagman“ spielen. „Bagman“ ist eine blutige Low-Budget-Perle aus Kanada im Stil der völlig überdrehten deutschen Splatter-Komödien. Alles tiefster Underground, der nie im Kino sein dreckiges Haupt erheben wird.

Die Regisseure
Der Regisseur Olaf Ittenbach ist der angesagteste Effektguru der Szene. Das Filmemachen hat sich Ittenbach selbst beigebracht. Sämtliche Attrappen, ob Ratten, ganze Leichen, oder nur die Köpfe, baut er selbst. Seine Ehefrau Martina darf das Verwesungsopfer spielen.
Klein hat er begonnen, der Star der deutschen Splatterszene: Der Berliner Jörg Buttgereit, geliebt und gehasst für seine beiden Nekromantik-Filme über Sex mit Leichen - eine verstörende, Tabu brechende Melange aus Kunstkino und Horror. In Deutschland lange verboten, dafür erst recht ein Renner in Japan und den USA. Buttgereit machte deutschen Splatter weltweit berühmt-berüchtigt. Drastische Bilder über drastische Figuren. Es gibt kaum verstörendere Charakterstudien über das Böse, das in scheinbar ganz alltäglichen Leuten steckt.

Je mehr die Filmemacher dem Blutrausch verfallen, umso härter werden sie von der Zensur bestraft. Fast jeder in der Branche hat schon eine Hausdurchsuchung der Polizei hinter sich. Probleme mit der Zensur könnte auch „Cannibal“ bekommen, der sich an der Geschichte des Kannibalen von Rothenburg orientiert. Der Film geht an die Grenzen des Erträglichen. Die Bundesprüfstelle wird Cannibal hassen, aber das ist den Undergroundfilmern grad recht. Denn guter Horror ist immer unbequem und verstörend.
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Festival
Weekend of Fear
vom 28. bis zum 30. April 2006
Nächstes Weekend of Fear am 27., 28., 29. April 2007
in Erlangen
>> Offizielle Website
>> Zum Programm 2006

Links
>> Website von Olaf Ittenbach
>> Website von Jörg Butgereit
>> Rohe Liebe - Cannibal of Rohtenburg - Zwei 'unsichtbare' Filme

Die Filme
Cannibal
Ein Film von Marian Dora
Mit: Carsten Frank, Victor Brandl...
Deutschland, 2005

Nekromantik 1 und 2
von Jörg Buttgereit
Deutschalnd, 1987
Erhältlich bei Barrel Entertainment

Le Bagman Profession: Meurtrier
Ein Film von Anouk Whissel, Francois Simard, Jonathan Prévost
>> Offizielle Website des Films
>> Der Trailer

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TRACKS
Ein Beitrag von Florian Kummert
Donnerstag, den 14. September 2006 um 23.15 Uhr
Wiederholung am Dienstag, den 19.09 um 01.40 Uhr
Redaktion: BR
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Erstellt: 13-09-06
Letzte Änderung: 31-10-08


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