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Freedom

ARTE erinnert an das dunkle Kapitel der Sklaverei und stellt Persönlichkeiten ins Licht, die mit Mut und Engagement für Freiheit und Gleichheit eintraten. Was ist geblieben von Kings Traum eines Amerikas ohne Rassenbarrieren? Wie leben Schwarze und Weiße heute in den USA zusammen?

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ARTE erinnert an das dunkle Kapitel der Sklaverei und stellt Persönlichkeiten ins Licht, die mit Mut und Engagement für Freiheit und Gleichheit eintraten. Was (...)

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Sonntag, 01. Juni 2008 ab 20.40 Uhr, Wiederholung am 22. Juni um 16.30 Uhr - 12/06/08

Wege in die Freiheit

Themenabend


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Der Themenabend beginnt mit zwei Teilen der zwölfteiligen Kultserie "Roots - Eine afrikanische Kindheit". Sie entstand Ende der 70er-Jahre nach dem Bestseller von Alex Haley und verfolgt über sieben Generationen die 200-jährige Geschichte einer amerikanischen Familie, deren Vorfahren Opfer der Sklaverei waren.
© The Menil Collection, Houston
Die erschütternde Saga, mit deren ersten beiden Folgen der Themenabend beginnt, erregte großes Aufsehen, zunächst in Amerika, später auch in Europa, zeigte sie doch die Sklaven nicht lediglich als Opfer oder abstrakte Beispiele für Unterdrückung, sondern machte auf einfühlsame, so bisher noch nicht gezeigte Weise ihr Schicksal klar.
Es folgt die Doku-Fiktion "Von Ketten befreit", die eine wahre Begebenheit aus den Jahren 1831 bis 1834 erzählt. Einige mutige Sklaven wagten, ihren grausamen Herren bei der Kolonialgerichtsbarkeit anzuzeigen. Damit gerieten sie in die Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern der Sklaverei, die in jenen Jahren besonders heftig geführt wurden.


Um 20.40 Uhr
Roots (1/12)
Fernsehserie von Marvin J. Chomsky und Jon Erman
Der erste Teil erzählt von Kunta Kintes Leben in Gambia.


Um 21.25 Uhr
Roots (2/12)
Fernsehserie von Marvin J. Chomsky und Jon Erman
Der zweite Teil zeigt die Überfahrt nach Amerika.



Um 22.15 Uhr
Von Ketten befreit
Dokumentarfilm von Philippe Labrune

© Grand Angle Productions
Eines Tages entdeckt ein Mann aus Martinique Dokumente, die Hinweise auf eine Geschichte enthalten, die ihn tief erschüttert und ihn ganz persönlich angeht.

Am 8. Februar 1831 sprechen zwölf Sklaven von der Pflanzung Spoutourne beim Friedensrichter vor. Sie beschweren sich über grausame Misshandlungen durch ihren Plantagenverwalter. Friedensrichter Belletête ist entsetzt und lässt sich von der Stimme des Gewissens leiten. Er gehört - das wissen die Sklaven - zu den wenigen Richtern der französischen Kolonien, die den Argumenten zur Abschaffung der Sklaverei zugänglich sind. Das war der Auftakt zum "Fall Spoutourne", der sich über drei Jahre hinziehen sollte.

So schockierend der Fall ist, ist er doch nicht außergewöhnlich in der Kolonialgeschichte. Normalerweise achtete man genau darauf, alle kompromittierenden Dokumente zu zerstören. Im Fall Spoutourne war es anders. Aussagen der Sklaven, Lügen und Drohungen der Herren, das zögernde Verhalten des Gouverneurs vor Ort, die Betretenheit des Ministers im Mutterland Frankreich - alles ist bekannt. Der Mann aus Martinique sichtet die Dokumente und befragt Historiker, so bringt er Schritt für Schritt und voll innerer Anteilnahme für diejenigen, die wie seine Vorfahren lebten, Licht in die verworrene Geschichte.

"Von Ketten befreit" wirft einen illusionslosen Blick auf das Leben der Sklaven auf den Antillen, die die Allmacht der Sklavenhalter in vielfacher Form zu spüren bekamen. Nackte Gewalt war an der Tagesordnung, und Sklavinnen waren ihren Herren oft zu Willen, weil sie und ihre Familien dafür Vorteile genossen. Andererseits hatten die Sklavenbesitzer Angst vor Rache. Die Verwaltung vertrat selbstverständlich die Interessen der Weißen und hielt es mit der Wahrheit nicht so genau.

Als die Historikerin Caroline Oudin-Bastide in den französischen Kolonialarchiven forschte, wurde sie zufällig auf den "Fall Spoutourne" aufmerksam. Sie fand schließlich einen großen Bündel Papiere, der seit der Kolonialzeit, also 170 Jahre lang, wohl verwahrt war. Verständlicherweise hatte niemand Interesse daran, diese für die Kolonialgeschichte wenig ruhmreiche Angelegenheit ans Licht zu bringen.

Filmemacher Philippe Labrune war von dieser Geschichte sofort eingenommen. Um die Kraft und menschliche Größe, die darin zum Ausdruck kommt, zum Tragen zu bringen, entwickelte er einen ganz besonderen Erzählstil und leistete damit einen originellen Beitrag zum Genre der Doku-Fiktion. Zur ästhetisch gelungenen und sensiblen Kameraführung kommt ein eigens gestalteter Soundtrack. "Von Ketten befreit" ist ebenso poetisch wie historisch fundiert.

Von Ketten befreit. Ein außergewöhnlicher Vorfall und ein ungewöhnlicher Film.
Filmausschnitte und Interviews mit Philippe Labrune und Caroline Oudin-Bastide


Wiederholung am 10. Juni um 1.20 Uhr und am 22. um 16.30 Uhr

Erstellt: 27-05-08
Letzte Änderung: 12-06-08