90 Prozent aller Rückenschmerzen gelten als "unspezifisch", das heißt, es lassen sich keine Auslöser für die Schmerzen finden. Auch gibt es keine sichere Korrelation zwischen den Ergebnissen bildgebender Verfahren und Schmerzen. So gibt es Patienten mit deutlich pathologischen Wirbelbefunden ohne Schmerzen und solche mit gesunden Wirbeln und starken Schmerzen. Alle Behandlungsmethoden sind für sich betrachtet wenig zufrieden stellend. Was fehlt, ist ein ganzheitlicher Ansatz.
Doch es tut sich was. An neuen Rückenzentren führen Orthopäden, Radiologen, Neurochirurgen, Sportmediziner, Psychologen und Physiotherapeuten das Wissen ihrer Disziplinen zusammen. Die klassische Trennung zwischen Hightech und Naturheilkunde ist aufgehoben. Mittlerweile gilt auch als bewiesen, dass die Psyche einen entscheidenden Einfluss auf die Schmerzen im Kreuz hat. In den Krankengeschichten spielen deshalb belastende Lebensgeschichten häufig eine Rolle.
Für den Paradigmenwechsel in der Sicht auf Genese und Therapie von Rückenschmerzen gilt europaweit der schottische Professor Gordon Waddell als Experte. Sein ganzheitlicher Ansatz wird auch in Deutschland von so genannten neuen Rückenzentren vertreten.
Die Dokumentation begleitet vier Frauen und vier Männer mit chronischen Rückenschmerzen bei ihrem Versuch, wieder am Arbeitsleben teilzunehmen. Sie gehören zu einer Gruppe in einem Berliner Rückenzentrum. Alle acht haben einen langen Weg in die Chronifizierung ihres Leidens hinter sich. Deutlich wird, wie unterschiedlich die Genese der Schmerzen und wie wichtig deshalb der ganz eigene Weg im Umgang mit den Schmerzen ist, und dass ein interdisziplinärer Ansatz, der ausdrücklich auch die seelischen Anteile der Schmerzen in Diagnose und Therapie einbezieht, richtungweisend erscheint.
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