Seine Besucher empfängt Holmes in seinem berühmten Wohnsitz, der Baker Street 221b, London, wo sich auch tatsächlich ein Museum für den Detektiv befindet. Als "letzte Instanz" greift er häufig dann ein, wenn anderen die Klärung der Situation geradezu unmöglich erscheint. Die Aufklärungsarbeit des Detektivs steht im Mittelpunkt der Geschichten. Sie wird dem Leser vom praktisch veranlagten, verständigen Dr. Watson dargeboten, dem die Rolle des engen Freundes und getreuen Chronisten zufällt. Eine in der Kriminalliteratur häufig anzutrefende Figurenkonstellation: Der Detektiv mit seinem vertrautem Begleiter.
Holmes' entschiedenster Rivale ist Professor Moriarty, der ihm intellektuell in nichts nachsteht, seine Fähigkeiten aber - als genialer Verbrecher - zum Schaden der Menschheit einsetzt. Dem Detektiv sind dadurch die Hände gebunden, da jeder Schritt seiner Pläne bereits vom Gegner vorausberechnet werden kann. Es kommt schließlich zum Kampf der Kontrahenten, bei dem sie - in einer ersten Version - gemeinsam in die Reichenbachfälle bei Meiringen in der Schweiz stürzen. Damit plante Conan Doyle, dem Leben seines Helden ein Ende zu setzen. Aber: Er hatte die Rechnung ohne seine Leser gemacht.
Die Trauer über den Tod von Sherlock Holmes war so groß, dass Conan Doyle seine Figur auf allgemeinen Druck hin ins Leben zurückrufen musste. Dieser sei, so die aufwändige, erzählerische Konstruktion, nicht wirklich in Fälle hinabgestürzt, sondern habe sich an einem Grasbüschel im Fels festhalten können.
Immer wieder wird auch auf Holmes' Kokainkonsum hingewiesen. Dies sei, so erzählt es Dr. Watson, das "einzige Laster" seines Freundes. In der Zeit, in der die Geschichten um Sherlock Holmes entstanden, war Kokain noch nicht als Droge verboten. Im Gegenteil: Man schätzte seine positiven Wirkungen und verwendete es vielfach. Als der Suchteffekt schließlich bekannt wurde, arbeitete Conan Doyle auch dies in weitere Geschichten ein.
Ebenfalls interessant ist die Neigung von Sherlock Holmes, in besonderen Notlagen Gesetze zu brechen. Das zeigt deutlich, welch vergleichsweise modernes Moralempfinden und ausgeprägten Gerechtigkeitssinn sein Schöpfer Conan Doyle selbst hatte.
Das Außergewöhnliche an den Geschichten um Sherlock Holmes ist vor allem, dass es Sir Arthur Conan Doyle gelungen ist, eine in sich geschlossene, fiktive Welt zu erschaffen. Die erscheint dabei so real, dass sie oft nahtlos in unsere nicht-fiktive Alltagswelt integriert wird. Dies gilt heute - entgegen den eigentlichen Absichten des Autors - als bedeutendste Leistung Conan Doyles.
Das Werkverzeichnis um den Detektiv umfasst circa 56 Kurzgeschichten und 4 Romane. Bis heute werden weitere Geschichten um den Detektiv erfunden, darunter auch Parodien. Als besonders gelungen gelten beispielsweise die Bände von Laurie R. King, in denen der gealterte Sherlock Holmes mit einer jüngeren Kollegin Mary Russel weitere Fälle löst.
Weitere Infos zu Sherlock Holmes auch bei Wikipedia.de






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Karierter Mantel und Hut, Spazierstock und Pfeife - das ist Sherlock Holmes, der wohl bekannteste aller Meisterdetektive. Was aber hat die Romanfigur des Schriftstellers Sir Arthur Conan Doyle so berühmt gemacht. Warum fasziniert Sherlock Holmes seine Leser bis heute?
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