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Cannes 2008

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Cannes 2008

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Cannes 2008

07.05 um 22.45 Uhr auf ARTE - 29/08/08

Whisky

Ein Film von Juan Pablo Rebella und Pablo Stoll








(Uruguay)
von Juan Pablo Rebella und Pablo Stoll
Mitt : Andrés Azos, Mirella Pascual

"Un Certain Regard Cannes 2004"





Synopsis: Der 60-jährige Jacobo Köller lebt seit dem Tod seiner Mutter, die er in den letzten Jahren gepflegt hat, allein in seinem Appartement in Montevideo. Jeden Tag geht er um die gleiche Zeit in seine kleine, völlig veraltete Sockenfabrik, wo die altgediente Vorarbeiterin Marta schon auf ihn wartet. Als sein Bruder Herman, den er schon viele Jahre nicht mehr gesehen hat, zur Grabsteinlegung nach Montevideo kommt, beschließt der verstockte und vereinsamte Jacobo, ihm Marta als seine Ehefrau vorzustellen. Die treu ergebene und zuverlässige Marta ist bereit, dabei mitzuspielen, zum ersten Mal sieht man sie sogar lächeln. Herman, der in Brasilien eine moderne, gut gehende Strumpffabrik leitet, hat wegen der Mutter seinem Bruder gegenüber ein schlechtes Gewissen, er lädt die beiden übers Wochenende zu einem Ausflug ans Meer ein, dorthin wo die Brüder als Kinder oft die Ferien verbrachten. Ganz langsam verändern sich dabei auch die Beziehungen zwischen Jacobo, Herman und Marta.

Kritik: Ein kleiner Film aus Uruguay, der zweite Spielfilm der beiden Regisseure aus Montevideo (nach „25 Watts“), und eine langsam und leise erzählte Geschichte, wie man sie vom lateinamerikanischen Kino nicht erwartet. Aber anders als in Brasilien ist der Winter in Montevideo kalt und trüb, aus dem Radio kommen keine Samba-Rhythmen, und Jacobo und Marta erwarten eigentlich nicht mehr viel vom Leben. Obwohl man zunächst wenig Interesse oder Anteilnahme für den schweigsamen, immer schlecht gelaunten Jacobo und die stille und unterwürfige Marta mitbringt, entwickelt der Film seine vom Leben nicht gerade verwöhnten Figuren mit so viel Einfühlungsvermögen und Glaubwürdigkeit, dass man sich doch für sie interessiert und jede kleine Veränderung mit Spannung erwartet.

Sie sind nicht arm und nicht reich, nicht schön und nicht jung, und die Arbeit in der Sockenfabrik ist ebenso trist, wie der winterliche Urlaubsort mit Spielautomaten und fast leeren Restaurants. Aber man versteht nach und nach, warum Jacobo sich nicht mehr öffnen kann, warum er keine Beziehung zu seinem Bruder findet, warum Marta ihre Bedürfnisse nicht artikulieren kann, und warum Herman nicht fähig ist, seinem älteren Bruder zu helfen, auch nicht mit Geld. Besonders die schauspielerische Leistung von Andrés Pazos als Jacobo trägt den Film, aber es ist auch insgesamt eine traurig-schöne, stimmig erzählte Geschichte von drei Menschen, die einem noch lange im Gedächtnis bleiben. Der Film heißt übrigens „Whisky“ weil alle drei sich auf ihrem Ausflug einmal fotografieren lassen, und gleichzeitig ein lang gezogenes Whisky rufen, um wenigstens für einen Moment einen fröhlichen Gesichtsausdruck zu bekommen.

Thomas Neuhauser

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Whisky
(Uruguay)
von Juan Pablo Rebella und Pablo Stoll
Mit : Andrés Azos, Mirella Pascual
"Un Certain Regard Cannes 2004"
07.05 um 22.45 Uhr auf ARTE
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Erstellt: 09-05-08
Letzte Änderung: 29-08-08