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Aids - die Seuche des Jahrhunderts

Wie hat sich das Leben von HIV-Infizierten und Aids-Kranken verändert?

Aids - die Seuche des Jahrhunderts

Montag, 1. Dezember 2008, ab 21 Uhr - 01/12/08

Aids - die Seuche des Jahrhunderts

Sonderprogrammierung zum Weltaidstag


Wo stehen wir heute in Europa? Wie hat sich das Leben von HIV-Infizierten und Aids-Kranken verändert? Ist Aids in Europa tatsächlich eine vergessene Krankheit?

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Themenabend von ZDF/ ARTE

25 Jahre nach ihrer Entdeckung des HI-Virus werden der französische Virologe Luc Montagnier und seine Mitarbeiterin Françoise Barré-Sinoussi mit dem Nobelpreis für Medizin 2008 geehrt. Sie teilen sich den Preis mit dem deutschen Krebsforscher Prof. Harald zur Hausen, der den Preis für die Entdeckung der Papillomviren als Erreger von Gebärmutterhalskrebs bekommt.

Drei Monate nach der Entdeckung des HI-Virus titelte Der Spiegel: "Tödliche Seuche Aids - die rätselhafte Krankheit" und prophezeite eine weltweite Epidemie. Die Autoren behielten Recht. In den 25 Jahren seit der Entdeckung des Virus starben weltweit schätzungsweise 25 Millionen Menschen an Aids, rund zwei Millionen allein im letzten Jahr. Am stärksten betroffen ist derzeit Afrika. Südlich der Sahara leben 68 % aller Aids-Infizierten. Die Zahl der Neuinfizierungen steigt auch in Osteuropa und Südostasien mit erschreckendem Tempo.

In den westlichen Industrieländern scheinen hingegen viele Menschen mittlerweile zu glauben, Aids sei eine Krankheit, der mit Medikamenten beizukommen sei und mit der man problemlos ein langes Leben führen könne. Doch für diesen Optimismus gibt es keinen Anlass. Nach Angaben von UNAIDS (Aids-Programm der Vereinten Nationen) haben sich die Neuinfektionen von 1996 bis heute verdoppelt. Nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts leben in Deutschland etwa 56.000 Menschen mit Aids. Die Zahl der Todesfälle geht aufgrund optimierter Behandlungsmöglichkeiten zwar zurück, Sorge bereitet den Experten jedoch die steigende Zahl der Neuinfektionen.

Samstag, 21. März 2009

14:00
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Meine Wiederholung
Meine Wiederholung

Memory Books

Damit du mich nie vergisst

DETAILS
ZDF

Samstag, 21. März 2009 um 14.00 Uhr

Wiederholungen:
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Memory Books
(Uganda, Deutschland, 2007, 90mn)
ZDF
Regie: Christa Graf

Fassung für  Hörbehinderte 16:9 (Breitbildformat)

In Uganda leben allein zwei Millionen Waisen, die ihre Eltern aufgrund von Aids verloren haben. Im Land entstand eine Initiative, genannt "Memory Books", durch die HIV-infizierte Eltern angeleitet werden, ihre Familienerinnerungen aufzuschreiben. So entstehen Hefte mit Fotos, einfachen Zeichnungen, Ratschlägen, Gedanken und Wünschen. Sie sind oft das Einzige, was den Kindern bleibt, wenn die Eltern gestorben sind - ihr wertvollster Besitz. Christa Grafs Dokumentarfilm wirft einen berührenden Blick in diese Bücher und begleitet einige Kinder und Eltern beim Schreiben.

1992 wird die Organisation NACWOLA in Uganda gegründet. Sie hilft von Aids betroffenen Familien und verwaisten Kindern, mit der Krankheit und ihren Folgen umzugehen. Und die Organisation hat viel zu tun, denn in Uganda leben allein zwei Millionen Kinder, deren Eltern dem HIV-Virus zum Opfer gefallen sind.
Die ehrenamtlichen Gesundheitshelferinnen von NACWOLA führen Kurse in den Dörfern durch. Neben Fragen zu Gesundheit, Hygiene und Pflege geht es dabei vor allem um die Zukunft der Kinder. In diesem Rahmen ist auch das "Memory Book"-Projekt entstanden. Eltern, vor allem Mütter, schreiben zusammen mit ihren Kindern Erinnerungsbücher. Offen und sensibel wird den Kindern nahe gebracht, dass sie bald allein sein werden. Familiengeschichten, Traditionen, Märchen, Lieder, Fotos und kleine Zeichnungen, Ratschläge, Gedanken, Wünsche - alles findet Platz in den bunten Heften, die bald zum wertvollsten Besitz der Kinder werden.
Der Dokumentarfilm begleitet Christine, eine HIV-infizierte Krankenschwester und NACWOLA-Helferin bei ihrer Arbeit im Krankenhaus und beim Unterricht in den Dörfern.
Christine war 42, als ihr Mann an Aids starb. Für sie brach eine Welt zusammen, als sie erfuhr, dass auch sie infiziert ist. Es dauerte lange, bis sie den Schock, die Angst und die Wut auf ihren Mann verkraftet hatte. Sie nahm ihr Leben wieder in die Hand, schrieb Erinnerungsbücher für ihre drei Kinder und setzt sich mit aller Kraft und Überzeugung für andere Mütter und Kinder ein.
Auch Harriet schreibt ein "Memory Book". Es ist für die kleine Winnie, da sie nicht weiß, wie viel Zeit ihr noch bleibt. Ihre Tochter Rachel hat sie bereits durch Aids verloren, und auch Tochter Angela ist infiziert. Nur Patrick ist gesund, ihr einziger Sohn. Sie lässt Winnie nicht testen, da sie Angst vor dem Ergebnis hat. Harriet und ihre Kinder leben nicht allein in dem kleinen Haus, das ihr Mann kurz vor seinem Tod gebaut hatte. Sie muss sich den Platz mit der Zweitfrau Elisabeth und deren Kindern George und Juliette teilen. Drei Kinder hat sie in der Nähe des Hauses schon begraben. Ihr Mann leugnete bis zum Schluss, dass er beide Frauen mit dem Virus angesteckt hatte. Auch Elisabeth weiß, wie wichtig es ist, Erinnerungsbücher für George und Juliette zu schreiben, aber sie ist dazu noch nicht in der Lage.
Betty lebt in einem kleinen Dorf weit entfernt von der Hauptstadt Ugandas. Erst nach dem Tod ihres Mannes erfuhr sie von einer Krankheit namens Aids. Nur zwei Kinder sind ihr geblieben, George und Lucy. Betty hat keine Angst vor dem Tod und hofft, ihre verstorbenen Kinder dann wiederzusehen. Da sie weder lesen noch schreiben kann, diktiert sie George das Erinnerungsbuch für Lucy: "Ich hoffe, du verlierst nie den Mut und schaust vorwärts."
Die Menschen in Christa Grafs Dokumentarfilm haben mit Haltung, großer Würde und Selbsthilfeinitiative einen Weg gefunden, mit der Krankheit Aids umzugehen. Das gibt ihnen Kraft, die sie an ihre Kinder weitergeben. Dank der "Memory-Bücher" ist in Uganda ein Bewusstsein für die Krankheit entstanden, wie in keinem anderen Land in Afrika.

"Wir wissen alles darüber, wie Afrika stirbt, aber nichts darüber, wie Afrika lebt", sagte der Schriftsteller Henning Mankell, als er auf dem Literaturfestival in Berlin, sein Buch "Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt" vorstellte. Im Buch beschreibt er seine Begegnungen mit Aids-Kranken in Uganda, mit den Müttern, die Erinnerungsbücher für ihre Kinder schreiben und mit den Waisenkindern. Dies war Anlass für die Autorin und Regisseurin Christa Graf, mit Unterstützung der Schweizer Hilfsorganisation "co-operaid" und einem Stipendium des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission eine lange Recherchenreise in das Herz Afrikas zu unternehmen und ihren Dokumentarfilm "Memory Books - Damit du mich nie vergisst ..." zu realisieren.
Christa Graf ist freie Journalistin, Filmautorin und Produzentin. Viele Jahre hatte sie in der Biochemieforschung gearbeitet, ehe sie nach langen und abenteuerlichen Reisen in die ganze Welt zum Schreiben und Filmen kam. Über 50 Filme sind in der Zwischenzeit entstanden, Beiträge, Reportagen und Dokumentarfilme, vor allem für ARTE und 3sat. "Memory Books - Damit du mich nie vergisst ..." ist ihr erster Langfilm.
Der Dokumentarfilm wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Er erhielt den Grand Prix des Jeunes Européens (Jury junger Europäer aus 17 Ländern) beim 21. Festival International de Programmes Audiovisuels , den Ehrenpreis des Berliner Filmballs anlässlich der Berlinale 2008, den großen internationalen Dokumentarfilmpreis/URTI in Monte Carlo und den Prix Micheline Vaillancourt in Montréal. Außerdem bekam er das Zertifikat "besonders wertvoll" der Filmbewertungsstelle Wiesbaden.



Samstag, 13. Dezember 2008

03:50
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Meine Wiederholung
Meine Wiederholung

Aids - Die vergessene Krankheit?

In Westeuropa führen Aids-Patienten heute ganz unterschiedliche Leben.

DETAILS
ZDF © Sabine Goette

Samstag, 13. Dezember 2008 um 03.50 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Aids - Die vergessene Krankheit?
(Deutschland, 2008, 52mn)
ZDF
Regie: Sabine Goette
Produzent: Berlin Telekult GmbH

16:9 (Breitbildformat)

In Westeuropa führen Aids-Patienten heute ganz unterschiedliche Leben. Da gibt es die medikamentös gut eingestellten HIV-Infizierten, die einer regelmäßigen Arbeit nachgehen, aber auch diejenigen, die unter den Folgen von Infektion und Krankheit leiden. Womit sie alle noch häufig konfrontiert sind, sind mangelnde Solidarität, Vorurteile und irrationale Ängste - auch heute noch, 25 Jahre nach Entdeckung des Virus und umfassenden Präventionskampagnen.

25 Jahre ist es her, dass Prof. Luc Montagnier das HIV-Virus identifizierte. In Westeuropa hat die Krankheit, die weltweit schätzungsweise 25 Millionen Menschen das Leben kostete, heute ihre unmittelbaren Schrecken verloren. Seit Einführung der antiretroviralen Kombinationstherapien Mitte der 90er Jahre hat sich das Leben mit HIV stark verändert. Aids bedeutet nicht mehr den sicheren Tod, Lebenserwartung und Lebensqualität HIV-infizierter Menschen haben sich deutlich erhöht. Von vielen Menschen wird eine HIV-Infektion deshalb nicht mehr als unmittelbare Bedrohung wahrgenommen.
Wie leben die Menschen in Europa heute mit HIV? Wird Aids in Europa zur vergessenen Krankheit? Welche Herausforderungen haben sich seit der EU-Erweiterung entlang der alten und neuen EU-Grenzen ergeben und wie wird darauf reagiert? Und: Welche Strategien werden in der Forschung verfolgt, um die weltweite Epidemie zu stoppen? Die neuen Medikamente scheinen heute ein nahezu normales Leben zu ermöglichen, doch längst nicht allen Patienten geht es dabei gut. Denn auch die Kombinationstherapien haben belastende Nebenwirkungen oder verursachen zusätzliche Erkrankungen. Hinzu kommt, dass auch gegen die neuen Medikamente Resistenzen auftreten. Auch geheilt werden kann die Krankheit bislang nicht. Viele Menschen vergessen zudem, dass allein in Deutschland immer noch rund 700 Personen pro Jahr an Aids sterben.
Im Jahr 2006 wurden in Deutschland 2.700 neue Erkrankungen registriert, in Frankreich waren es 5.700. Im Zuge der EU-Erweiterung haben sich zudem neue Herausforderungen entlang der alten und neuen EU-Grenzen ergeben. Grenzüberschreitende Netzwerke für Aufklärung, Therapie und Diagnostik von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten werden aufgebaut. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen. Seit drei Jahren ist das Mobile Aufklärungsteam beiderseits der Grenzen unterwegs, um die Aufklärung zu stärken und einer Zunahme der Infektionen vorzubeugen.
Ist die weltweite Ausbreitung von Aids zu stoppen? Seit den 80er Jahren forschen Wissenschaftler an einem Impfstoff. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, hält es Prof. Yves Lévy in Paris, einer der führenden Aidsforscher in Europa, für notwendig, parallel verschiedene Ansätze bei der Entwicklung von Impfstoffen zu verfolgen, die sich möglicherweise kombinieren lassen. Doch bislang ist keine Lösung in Sicht. Das Virus ist mutationsfreudig und deshalb schwer zu bekämpfen.
Dr. Frank Buchholz vom Max-Planck-Institut Dresden und Prof. Joachim Hauber vom Heinrich-Pette-Institut Hamburg beschreiten einen neuen Weg in der Aids-Bekämpfung. Sie haben ein biotechnologisches Verfahren entwickelt, mit dem das HIV-Genom wieder aus den infizierten Zellen "herausgeschnitten" werden kann. Gelänge dies nicht nur in Zellkulturen, sondern auch im Menschen, wäre es ein erster Schritt in Richtung einer möglichen Heilung. Bis ein Impfstoff oder Heilmethoden entwickelt sind, bleibt jedoch nach wie vor nur eine Strategie wirksam: die Verhinderung neuer Ansteckungen durch Prävention.




Dienstag, 16. Dezember 2008

03:00
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Meine Wiederholung
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Am Rande

Sechs Kapitel über Aids in der Ukraine

DETAILS
ZDF © Karsten Hein

Dienstag, 16. Dezember 2008 um 03.00 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Am Rande
(Deutschland, 2006, 105mn)
ZDF
Regie: Karsten Hein

16:9 (Breitbildformat)

In der Ukraine ist die Zahl der mit HIV Infizierten stark angestiegen. Ein wichtiger Grund ist die enorme Zunahme des Drogenkonsums nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Die mehrfache Benutzung verunreinigter Spritzen gilt als Hauptursache für eine Ansteckung. Filmemacher Karsten Hein dokumentiert, dass in der Ukraine medizinische Hilfe und psychosoziale Betreuung der Aids-Patienten mehr als mangelhaft sind und das Land offenen Auges einer Katastrophe entgegensteuert.

In keinem anderen europäischen Land breitet sich die Ansteckung mit dem HIV-Virus schneller und massiver aus als in der Ukraine. Prognosen zufolge werden im Jahr 2014 mindestens 800.000 Menschen in dem Land betroffen sein. Gleichzeitig wird die Lebenserwartung um knapp fünf Jahre sinken, 42.000 Kinder werden Vollwaisen und bis zu 170.000 Mädchen und Jungen Halbwaisen sein.
Der Dokumentarfilmer Karsten Hein schlüsselt in sechs Kapiteln auf, wie die Situation in der Ukraine so katastrophal werden konnte, wie sie sich heute darstellt. Anders als in Deutschland ist in der Ukraine der Motor der Epidemie die Drogenabhängigkeit, die seit der politischen Auflösung der Sowjetunion rasant zugenommen hat. Der Filmemacher besucht Familien, in denen aufgrund des Drogenkonsums - zum Beispiel der Benutzung verunreinigten Spritzbestecks - eine ganze Generation an Aids gestorben ist. Zurück bleiben Alte und Kleinkinder.
Eine medizinische Versorgung für die Infizierten ist in den seltensten Fällen gewährleistet. Besonders die Zustände in den Arbeitslagern, in denen an die 200.000 Menschen unter katastrophalen Bedingungen zusammenleben, treiben die Infektionszahlen in die Höhe. Übertragen wird das Virus hier unter anderem durch verseuchte Spritzen oder Vergewaltigungen. Aber der Dokumentarfilm zeigt auch Menschen, die etwas gegen diese furchtbaren Zustände unternehmen.

Der Autor Karsten Hein über seinen Dokumentarfilm "Am Rande" : " Als wir vor fünf Jahren auf das Thema stießen, wollte niemand etwas davon wissen. Wir standen da in Odessa und sahen die Menschen sterben, zuhauf und unter unvorstellbar grausamen Umständen, und es war keine Hilfe in Sicht. Damals entstand mein erster Film über das Thema, "So wollen wir nicht sterben. Aids in Odessa", praktisch ohne Geld - und ohne Drehgenehmigung vor der Orangenen Revolution. "Am Rande" ist mein zweiter Film über die Aids-Epidemie in der Ukraine, die Bestandteil und Symptom einer humanitären Katastrophe ist. Als "Am Rande" entstand, leistete er insofern Pionierarbeit, als es damals noch keine Studie, keine wissenschaftliche Arbeit gab, die die komplexen gesellschaftlichen Ursachen der Epidemie erfasste. Der Film soll aber auch die Zuschauer ergreifen und fordern. Im Nachhinein war es eine gute Erfahrung, so produzieren zu können. Aber wir waren an einem Punkt angelangt, an dem wir es nicht beim Filmemachen belassen mochten. Wir haben unsere Erfahrungen genutzt und inzwischen insgesamt drei Hilfsprojekte gestartet. Sie folgen dem Verfahren der Filme: nicht auf die Unterstützung der Institutionen zu warten, sondern mit den vorhandenen Mitteln zu handeln. Nach den Anstrengungen der ersten Jahre sind wir nun sehr froh, welche Anziehungskraft unser Modell hat. Inzwischen haben sich unserem Netzwerk gut zehn Organisationen angeschlossen und unsere Projekte haben politische Unterstützung. Und seit diesem Jahr werden wir durch das Bundesministerium für Gesundheit mitfinanziert. Jetzt gerade im Juni 2008 schließlich haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Timoschenko vereinbart, die gemeinsamen Anstrengungen gegen die Aids-Epidemie in der Ukraine zu intensivieren. Das bedeutet, das Thema ist in der Politik auf höchster Ebene angekommen. 2008 bedeutet für unser Thema also den Durchbruch. Wir hoffen daher, dass wir zum Welt-Aids-Tag 2008 das Thema nun auch in der Öffentlichkeit durchsetzen können."




Montag, 1. Dezember 2008

01:10
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Meine Wiederholung
Meine Wiederholung

Die Kinder von Yingzhou

In Zentral-China haben zahlreiche Bewohner aus großer Armut heraus über einen langen Zeitraum hinweg Blut gespendet...

DETAILS
ZDF © Ruby Yang

Montag, 1. Dezember 2008 um 01.10 Uhr

Wiederholungen:
01.12.2008 um 16:55
Die Kinder von Yingzhou
(China, Usa, 2007, 38mn)
ZDF
Regie: Ruby Yang


Im Yingzhou District in Zentral-China haben zahlreiche Bewohner aus großer Armut heraus über einen langen Zeitraum hinweg Blut gespendet. Für eine Spende bekam der Spender 58 Yen und einen Eierkuchen. Das ist extrem wenig, aber besser, als nichts. Doch nun sind diese Blutspender an Aids erkrankt. Schuld ist eine unverantwortliche und auf Unwissen basierende Blutspende-Methode. Der Dokumentarfilm beobachtet über den Zeitraum eines Jahres einige Kinder von Blutspendern, die durch Aids ihre Eltern verloren haben und auch selbst an der Immunschwächekrankheit leiden.

Mit ungefähr 25.000 Aids-Waisen hat China zwar angesichts der Größe des Landes eine vergleichsweise geringe Zahl an Opfern zu beklagen, doch auch hier steigen die HIV-Infektionszahlen. Die meisten der elternlosen Kinder sind selbst mit HIV infiziert. Wegen ihrer Krankheit werden sie von Nachbarn, teilweise sogar von der eigenen Familie abgelehnt und isoliert.
Da ist zum Beispiel Gao Jun. Er ist schätzungsweise drei oder vier Jahre alt, ganz genau weiß das niemand. Beide Eltern sind an Aids gestorben. Die Onkel des Kleinen sehen sich außerstande, sich um Gao Jun zu kümmern, zu groß ist die Angst, die mit Gao Juns Infektion verbunden ist.
Für Aids-Kranke in China, besonders in den rückständigen ländlichen Provinzen, gibt es nur eine dürftige medizinische Versorgung. Darüber hinaus mangelt es im Land fundamental an Aufklärung. Infizierte gelten generell als hoch ansteckend, niemand will in ihre Nähe kommen.
Und so muss ein kleiner Junge von noch nicht mal vier Jahren allein leben. Ab und an schaut ein Onkel bei ihm vorbei. Doch dessen Kinder dürfen nicht mit ihm spielen, denn dann - so die berechtigte Angst des Onkels - werden auch seine Kinder in Schule und Nachbarschaft ausgegrenzt: ein fürchterliches Dilemma.
Eine Aids-Institution nimmt sich des Falls an und vermittelt für Gao Jun eine Pflegefamilie. Beide Eltern haben ebenfalls Aids und wissen, was die Krankheit bedeutet. Innerhalb weniger Wochen blüht Gao Jun auf, er spricht, lacht und spielt mit seinen Pflege-Geschwistern. Doch dann wird seine Krankheit schlimmer und die Pflegefamilie sieht sich nicht mehr imstande, für ihn zu sorgen.
Die Geschichte von Gao Jun ist nur eine in diesem sehr berührenden Dokumentarfilm über Aids-Waisen in China.

Der Film hat zahlreiche Auszeichnungen gewonnen, unter anderem einen Oscar als bester kurzer Dokumentarfilm.




Erstellt: 12-11-08
Letzte Änderung: 01-12-08