25 Jahre nach ihrer Entdeckung des HI-Virus werden der französische Virologe Luc Montagnier und seine Mitarbeiterin Françoise Barré-Sinoussi mit dem Nobelpreis für Medizin 2008 geehrt. Sie teilen sich den Preis mit dem deutschen Krebsforscher Prof. Harald zur Hausen, der den Preis für die Entdeckung der Papillomviren als Erreger von Gebärmutterhalskrebs bekommt.
Drei Monate nach der Entdeckung des HI-Virus titelte Der Spiegel: "Tödliche Seuche Aids - die rätselhafte Krankheit" und prophezeite eine weltweite Epidemie. Die Autoren behielten Recht. In den 25 Jahren seit der Entdeckung des Virus starben weltweit schätzungsweise 25 Millionen Menschen an Aids, rund zwei Millionen allein im letzten Jahr. Am stärksten betroffen ist derzeit Afrika. Südlich der Sahara leben 68 % aller Aids-Infizierten. Die Zahl der Neuinfizierungen steigt auch in Osteuropa und Südostasien mit erschreckendem Tempo.
In den westlichen Industrieländern scheinen hingegen viele Menschen mittlerweile zu glauben, Aids sei eine Krankheit, der mit Medikamenten beizukommen sei und mit der man problemlos ein langes Leben führen könne. Doch für diesen Optimismus gibt es keinen Anlass. Nach Angaben von UNAIDS (Aids-Programm der Vereinten Nationen) haben sich die Neuinfektionen von 1996 bis heute verdoppelt. Nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts leben in Deutschland etwa 56.000 Menschen mit Aids. Die Zahl der Todesfälle geht aufgrund optimierter Behandlungsmöglichkeiten zwar zurück, Sorge bereitet den Experten jedoch die steigende Zahl der Neuinfektionen.
Samstag, 21. März 2009
| 14:00 |
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Meine Wiederholung
Memory BooksDamit du mich nie vergisst |
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Samstag, 21. März 2009 um 14.00 UhrWiederholungen:
In Uganda leben allein zwei Millionen Waisen, die ihre Eltern aufgrund von Aids verloren haben. Im Land entstand eine Initiative, genannt "Memory Books", durch die HIV-infizierte Eltern angeleitet werden, ihre Familienerinnerungen aufzuschreiben. So entstehen Hefte mit Fotos, einfachen Zeichnungen, Ratschlägen, Gedanken und Wünschen. Sie sind oft das Einzige, was den Kindern bleibt, wenn die Eltern gestorben sind - ihr wertvollster Besitz. Christa Grafs Dokumentarfilm wirft einen berührenden Blick in diese Bücher und begleitet einige Kinder und Eltern beim Schreiben. 1992 wird die Organisation NACWOLA in Uganda gegründet. Sie hilft von Aids betroffenen Familien und verwaisten Kindern, mit der Krankheit und ihren Folgen umzugehen. Und die Organisation hat viel zu tun, denn in Uganda leben allein zwei Millionen Kinder, deren Eltern dem HIV-Virus zum Opfer gefallen sind. "Wir wissen alles darüber, wie Afrika stirbt, aber nichts darüber, wie Afrika lebt", sagte der Schriftsteller Henning Mankell, als er auf dem Literaturfestival in Berlin, sein Buch "Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt" vorstellte. Im Buch beschreibt er seine Begegnungen mit Aids-Kranken in Uganda, mit den Müttern, die Erinnerungsbücher für ihre Kinder schreiben und mit den Waisenkindern. Dies war Anlass für die Autorin und Regisseurin Christa Graf, mit Unterstützung der Schweizer Hilfsorganisation "co-operaid" und einem Stipendium des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission eine lange Recherchenreise in das Herz Afrikas zu unternehmen und ihren Dokumentarfilm "Memory Books - Damit du mich nie vergisst ..." zu realisieren. |
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Samstag, 13. Dezember 2008
| 03:50 |
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Meine Wiederholung
Aids - Die vergessene Krankheit?In Westeuropa führen Aids-Patienten heute ganz unterschiedliche Leben. |
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Samstag, 13. Dezember 2008 um 03.50 UhrWiederholungen:
In Westeuropa führen Aids-Patienten heute ganz unterschiedliche Leben. Da gibt es die medikamentös gut eingestellten HIV-Infizierten, die einer regelmäßigen Arbeit nachgehen, aber auch diejenigen, die unter den Folgen von Infektion und Krankheit leiden. Womit sie alle noch häufig konfrontiert sind, sind mangelnde Solidarität, Vorurteile und irrationale Ängste - auch heute noch, 25 Jahre nach Entdeckung des Virus und umfassenden Präventionskampagnen. 25 Jahre ist es her, dass Prof. Luc Montagnier das HIV-Virus identifizierte. In Westeuropa hat die Krankheit, die weltweit schätzungsweise 25 Millionen Menschen das Leben kostete, heute ihre unmittelbaren Schrecken verloren. Seit Einführung der antiretroviralen Kombinationstherapien Mitte der 90er Jahre hat sich das Leben mit HIV stark verändert. Aids bedeutet nicht mehr den sicheren Tod, Lebenserwartung und Lebensqualität HIV-infizierter Menschen haben sich deutlich erhöht. Von vielen Menschen wird eine HIV-Infektion deshalb nicht mehr als unmittelbare Bedrohung wahrgenommen. |
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Dienstag, 16. Dezember 2008
| 03:00 |
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Meine Wiederholung
Am RandeSechs Kapitel über Aids in der Ukraine |
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Dienstag, 16. Dezember 2008 um 03.00 UhrWiederholungen:
In der Ukraine ist die Zahl der mit HIV Infizierten stark angestiegen. Ein wichtiger Grund ist die enorme Zunahme des Drogenkonsums nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Die mehrfache Benutzung verunreinigter Spritzen gilt als Hauptursache für eine Ansteckung. Filmemacher Karsten Hein dokumentiert, dass in der Ukraine medizinische Hilfe und psychosoziale Betreuung der Aids-Patienten mehr als mangelhaft sind und das Land offenen Auges einer Katastrophe entgegensteuert. In keinem anderen europäischen Land breitet sich die Ansteckung mit dem HIV-Virus schneller und massiver aus als in der Ukraine. Prognosen zufolge werden im Jahr 2014 mindestens 800.000 Menschen in dem Land betroffen sein. Gleichzeitig wird die Lebenserwartung um knapp fünf Jahre sinken, 42.000 Kinder werden Vollwaisen und bis zu 170.000 Mädchen und Jungen Halbwaisen sein.
Der Autor Karsten Hein über seinen Dokumentarfilm "Am Rande" : " Als wir vor fünf Jahren auf das Thema stießen, wollte niemand etwas davon wissen. Wir standen da in Odessa und sahen die Menschen sterben, zuhauf und unter unvorstellbar grausamen Umständen, und es war keine Hilfe in Sicht. Damals entstand mein erster Film über das Thema, "So wollen wir nicht sterben. Aids in Odessa", praktisch ohne Geld - und ohne Drehgenehmigung vor der Orangenen Revolution. "Am Rande" ist mein zweiter Film über die Aids-Epidemie in der Ukraine, die Bestandteil und Symptom einer humanitären Katastrophe ist. Als "Am Rande" entstand, leistete er insofern Pionierarbeit, als es damals noch keine Studie, keine wissenschaftliche Arbeit gab, die die komplexen gesellschaftlichen Ursachen der Epidemie erfasste. Der Film soll aber auch die Zuschauer ergreifen und fordern. Im Nachhinein war es eine gute Erfahrung, so produzieren zu können. Aber wir waren an einem Punkt angelangt, an dem wir es nicht beim Filmemachen belassen mochten. Wir haben unsere Erfahrungen genutzt und inzwischen insgesamt drei Hilfsprojekte gestartet. Sie folgen dem Verfahren der Filme: nicht auf die Unterstützung der Institutionen zu warten, sondern mit den vorhandenen Mitteln zu handeln. Nach den Anstrengungen der ersten Jahre sind wir nun sehr froh, welche Anziehungskraft unser Modell hat. Inzwischen haben sich unserem Netzwerk gut zehn Organisationen angeschlossen und unsere Projekte haben politische Unterstützung. Und seit diesem Jahr werden wir durch das Bundesministerium für Gesundheit mitfinanziert. Jetzt gerade im Juni 2008 schließlich haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Timoschenko vereinbart, die gemeinsamen Anstrengungen gegen die Aids-Epidemie in der Ukraine zu intensivieren. Das bedeutet, das Thema ist in der Politik auf höchster Ebene angekommen. 2008 bedeutet für unser Thema also den Durchbruch. Wir hoffen daher, dass wir zum Welt-Aids-Tag 2008 das Thema nun auch in der Öffentlichkeit durchsetzen können." |
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Montag, 1. Dezember 2008
| 01:10 |
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Meine Wiederholung
Die Kinder von YingzhouIn Zentral-China haben zahlreiche Bewohner aus großer Armut heraus über einen langen Zeitraum hinweg Blut gespendet... |
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Montag, 1. Dezember 2008 um 01.10 UhrWiederholungen:
Im Yingzhou District in Zentral-China haben zahlreiche Bewohner aus großer Armut heraus über einen langen Zeitraum hinweg Blut gespendet. Für eine Spende bekam der Spender 58 Yen und einen Eierkuchen. Das ist extrem wenig, aber besser, als nichts. Doch nun sind diese Blutspender an Aids erkrankt. Schuld ist eine unverantwortliche und auf Unwissen basierende Blutspende-Methode. Der Dokumentarfilm beobachtet über den Zeitraum eines Jahres einige Kinder von Blutspendern, die durch Aids ihre Eltern verloren haben und auch selbst an der Immunschwächekrankheit leiden. Mit ungefähr 25.000 Aids-Waisen hat China zwar angesichts der Größe des Landes eine vergleichsweise geringe Zahl an Opfern zu beklagen, doch auch hier steigen die HIV-Infektionszahlen. Die meisten der elternlosen Kinder sind selbst mit HIV infiziert. Wegen ihrer Krankheit werden sie von Nachbarn, teilweise sogar von der eigenen Familie abgelehnt und isoliert. Der Film hat zahlreiche Auszeichnungen gewonnen, unter anderem einen Oscar als bester kurzer Dokumentarfilm. |
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