Rokhaya Diallo
Vorsitzende der Organisation „Les Indivisibles“Sie hat die Klischees satt… Deshalb hat Rokhaya Diallo die Vereinigung „Les Indivisibles“ (Die Unteilbaren) gegründet. Nicht alle Franzosen sind weiß! Rokhaya wurde sich erst spät der Tatsache bewusst, dass sie schwarz ist: durch den Blick der anderen. Vorher sah sie sich nicht als Schwarze, oder zumindest war es für sie kein Thema.
Wenn man fragt, woher sie kommt, sagt sie: aus Frankreich. Ja, aber vorher? Vorher war ich noch nicht auf der Welt, sagt sie dann lächelnd. Sie ist ein großer Fan der japanischen Mangas (schon seit sie noch ganz unbekannt waren), und für sie ist Mischung eine kulturelle Bereicherung. Rokhaya hat diesen Sommer eine große Kolumne in der Tageszeitung „Libération“ veröffentlicht, in dem sie ihre Wut über den Preis für Integration und Ko-Entwicklung zum Ausdruck brachte, der von Brice Hortefeux, dem französischen Minister für Immigration, Integration, nationale Identität und Ko-Entwicklung verliehen wurde.
Vincent Cespedes
PhilosophIn „Mélangeons-nous, enquête sur l’alchimie humaine“ (Maren Sell 2006; zu Deutsch etwa „Mischen wir uns – Studie über die menschliche Alchimie“) entwickelt der junge Philosoph Ideen rund um das für ihn zentrale Thema der Identität. Das Wort Mestizentum ist ihm zu aggressiv. Er bevorzugt Mischung... Seiner Ansicht nach sind die gewaltsamen Ausschreitungen in den Gettos oft nur eine Reaktion auf das, was sie in schlimmster Form widerspiegeln: das Verhalten der Weißen.
Für ihn muss Identität ein Spiel mit dem eigenen Ich sein. Man kann alles Mögliche damit machen, aber man darf nicht daran glauben.
Eric Zemmour
Journalist, Schriftsteller, EssayistEric Zemmour fürchtet eine „Brasilianisierung“ des Westens. Damit meint er eine Gesellschaftsform, in der sich der Mensch verloren fühlt, da er keine Werte hat, an denen er sich orientieren kann. Außerdem schützt Mestizentum auch nicht vor Rassismus, vor allem nicht vor dem klassenbedingten.
„Das Lob der Multikulturalität, die ständige Beschuldigung Frankreichs, der Verfall der Schule und der Sprache, der schwindende Patriotismus – all das hat dazu geführt, dass man sich auf Herkunft, Religion und Gemeinschaft zurückbesinnt. Weil wir die Nation zerstören wollten, haben wir jetzt Stämme. Und Stämme bekriegen sich.“







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