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John le Carré

Er hat mehr als 20 Bücher verfasst, seine Werke wurden in 36 Sprachen übersetzt, viele von ihnen wurden zu Bestsellern.

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John le Carré

Er hat mehr als 20 Bücher verfasst, seine Werke wurden in 36 Sprachen übersetzt, viele von ihnen wurden zu Bestsellern.

John le Carré

07/11/08

John le Carré

From the author


"Ich will Ihnen ein paar Dinge über mich erzählen. Nicht viel, aber genug:

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Früher hat man mir gern das Etikett des Spions verpasst, der zum Schriftsteller wurde. Das stimmt so nicht. Ich bin lediglich ein Schriftsteller, der als junger Mensch einige unspektakuläre, aber entscheidende Jahre im britischen Geheimdienst verbracht hat.

Biographie
John le Carré wurde 1931 als David John Moore Cornwell in der südenglischen Küstenstadt Poole (Dorset) geboren. Er besuchte die renommierte Sherborne School, studierte zwei Semester Deutsche Literatur an der Universität Bern und schloss sein Studium der Modernen Sprachen am Lincoln College in Oxford mit Auszeichnung ab. Von 1956 bis 1958 war er als Lehrer in Eton tätig. Im Jahr darauf wechselte er zum britischen Geheimdienst, dem er bis 1964 angehörte, zunächst als Zweiter Sekretär der britischen Botschaft in Bonn und danach als Konsul für politische Angelegenheiten in Hamburg. Seinen ersten Roman schrieb er 1961. Seitdem hat er 20 Bücher veröffentlicht.

Meine Mutter habe ich erst kennengelernt, als ich schon 21 Jahre alt war. Ich trete zwar wie ein Gentleman auf, stamme aber zu meinem Glück aus einer ganz und gar nicht respektablen Familie. Mein Vater war ein Hochstapler und Knastbruder. Nachzulesen in "Ein blendender Spion".

Das Telefon ist mir ein Gräuel. Ich kann nicht Maschine schreiben. Meine Romane schreibe ich mit der Hand. Ich lebe in Cornwall, in einem Haus auf den Klippen. Ich hasse Städte und halte es nicht länger als drei Tage und Nächte in einer Stadt aus. Ich lebe sehr zurückgezogen. Mein Tag ist mit Schreiben, Spazierengehen, Schwimmen und Trinken angefüllt.

Abgesehen vom Spionieren habe ich in meinem Leben auch noch andere Sachen gemacht. Ich habe Badetücher verkauft, mich scheiden lassen, Elefanten geschrubbt, bin von der Schule abgehauen, habe eine Herde Schafe mit einem 25-Pfünder dezimiert, weil ich zu begriffsstutzig war, die Anweisungen des Artillerie-Offiziers zu verstehen. Außerdem war ich Lehrer an einer Sonderschule.

Ich habe vier Söhne und zwölf Enkel. Es ist vierzig Jahre her, dass ich Mantel und Degen an den Nagel gehängt habe. Meine ersten drei Bücher habe ich als Geheimagent geschrieben, die nächsten achtzehn dann als freier Mann.

Wussten Sie eigentlich, dass ...
... John le Carré ein großer Verehrer von Thomas Mann ist?
... Le Carré ein heftiger Kritiker des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair ist?
... Fernando Meirelles Verfilmung von „Der ewige Gärtner“ in den USA rund 82,5 Millionen
Dollar einspielte?

Ein guter Schriftsteller ist in keinem Fach ein Experte. So richtig weiß er eigentlich nur über sich selbst Bescheid. Und wenn er klug ist, schweigt er zu diesem Thema. Einige mögen sich fragen, warum ich nur ungern für das Fernsehen, den Rundfunk oder die Presse Interviews gebe. Die Antwort lautet, dass ich ausschließlich Fiktion schreibe. Meine Romane entspringen der Fantasie, nicht der Wirklichkeit. Dennoch behandeln mich die Medien, als würde ich Handbücher für Spione schreiben.

Bis zu einem gewissen Grade fühle ich mich geschmeichelt, dass man meine erfundenen Geschichten so ernst nimmt. Zugleich verachte ich mich in der Rolle des Guru, die mir nicht zusteht, denn sie hat keinerlei Bezug zu meiner Person oder meiner Arbeit. Nach meiner Erfahrung haben Künstler wenig eigene Substanz. Sie tun so als ob. Sie sind nicht die Sache selbst. Sie sind Spione, und ich bin da keine Ausnahme."

Quelle: John le Carré - Official Author's Website (mit freundlicher Erlaubnis des Verlegers)

Erstellt: 28-10-08
Letzte Änderung: 07-11-08