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Zoom Europa

Der Kampf mit dem Drachen - Europa und China

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Samstag, 29. November 2008 um 12.00 Uhr

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Zoom Europa
(Deutschland, Frankreich, 2008, 43mn)
SWR / ARTE F

16:9 (Breitbildformat)

Der Kampf mit dem Drachen - Europa und China

Am 1. Dezember 2008 findet in Lyon das erste Gipfeltreffen zwischen China und Europa statt, und das ist kein Gipfel wie andere. Einerseits ist China Europas größter Lieferant, während es andererseits die eigenen Märkte abschottet. Da herrscht Handlungsbedarf. Ebenso beim Klimaschutz und bei den Menschenrechten. Doch die chinesische Regierung hat sich bisher bei allen strittigen Themen höflich aber unnachgiebig der Kooperation mit Europa verweigert.

(1): China: Hinter der Mauer
China ist der größte Lieferant der Europäischen Union, aber in die andere Richtung floriert der Handel
nicht so gut. Das ist die Folge vieler protektionistischer Maßnahmen Pekings.

(2): EU-Parlament: Menschenrechtspreis für chinesischen Bürgerrechtler
Trotz zahlreicher chinesischer Drohgebärden hat das Europäische Parlament dem chinesischen Dissidenten Hu Jia den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit verliehen.

(3): Kongo: China verdrängt europäische Firmen
Drei Milliarden Dollar investiert China im Kongo in den Bergbau und die Infrastruktur des Landes, um im großen Stil Rohstoffe abzubauen. Dieser Deal liefert die Wirtschaft des Kongo an China aus. Europäische Firmen haben das Nachsehen.

(4): Rückspiegel: Mao und die Studenten in Europa 1968
(5): Österreich: Proteste gegen Chinatown
In Wien in der Kettenbrückengasse protestieren Geschäftsleute gegen ein geplantes chinesischen Drachentor, das ihrer Meinung nach nur den chinesischen Ladenbesitzern dort zugute kommt.

(6): Europa hautnah: Der Streit um die Klimapolitik
Die Europäer tun sich schwer, um sich auf gemeinsame Klimaziele zu einigen. Sollen nun die CO2-Emmissionen bis 2020 um 20 Prozent reduziert werden oder nicht. Wie steht es um die erneuerbaren Energien und den Emissionshandel. Die Zeit drängt.

(7): Reportage: Der Boom der Ein-Pfund-Geschäfte in England
Die gegenwärtige Finanz- und zu erwartende Wirtschaftskrise in Großbritannien kennt viele Verlierer. Aber es gibt auch Gewinner: die Ein-Pfund-Geschäfte, sie haben regen Zulauf, auch von Käufern die bisher noch in besseren Geschäften gekauft haben.

(8): Entdeckt: „Tupper-Sex-Parties“ in Portugal
Wie andernorts zu Tupperware-Parties treffen sich in Portugal Frauen auf dem Land, um sich über Sexualität und erotische Produkte auszutauschen.

12:45
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ARTE Kultur

Täglich von montags bis freitags präsentiert das Kulturjournal Neues aus der europäischen Kulturszene.

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Täglich von montags bis freitags um 20.00 Uhr präsentiert das Kulturjournal Neues aus der europäischen Kulturszene.

Zum Dossier ARTE Kultur

Samstag, 29. November 2008 um 12.45 Uhr

Wiederholungen:
01.12.2008 um 05:45
01.12.2008 um 08:45
ARTE Kultur
(Frankreich, Deutschland, 2008, 11mn)
ARTE

16:9 (Breitbildformat)

Täglich von montags bis freitags präsentiert das Kulturjournal Neues aus der europäischen Kulturszene.

Annette Gerlach und Marie Labory berichten täglich im Wechsel über Neues aus der europäischen Kulturszene. ARTE Kultur bietet ein breites Spektrum an Wissenswertem: von Bühnenkunst und Büchermarkt, musikalischen Events und Festivals, über Kino und Film bis hin zu Architektur und populärer Alltagskunst. Eine Kultursendung, die offen und neugierig auf die magische Welt der Künste blickt und unterhaltsam die Vielfalt des kreativen Schaffens in Europa widerspiegelt.

13:00
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Zapping International

Heute: Das Fernsehen der Äthiopier

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Samstag, 29. November 2008 um 13.00 Uhr

Wiederholungen:
30.11.2008 um 07:00
07.12.2008 um 01:40
10.12.2008 um 04:30
Zapping International
(Frankreich, 2007, 26mn)
ARTE F
Regie: Anaïs Prosaïc


Sage mir, was du schaust, und ich sage dir, wer du bist: ARTE zappt sich durch die Fernsehlandschaften anderer Länder. Jeden Samstag gegen 13.00 Uhr. Heute: Das Fernsehen der Äthiopier.

Über diese Fernsehshow spricht ganz Addis Abbeba: "Ethiopian Idols" ähnelt den Casting-Shows hier in Europa, ganz nach dem Muster von "Deutschland sucht den Superstar". Doch die Kandidaten dürfen nicht nur singen, sondern auch tanzen oder Sketche präsentieren. In welchem der rund 80 in Äthiopien gesprochenen Dialekte sie das tun, ist ihnen völlig freigestellt. Was dabei auf der Bühne entsteht, ist eine kunterbunte Mischung, ein Abbild des ethnischen und kulturellen Spektrums des Landes.
Doch diese Vielfalt ist nicht nur ein Reichtum, sie bereitet den Machern des staatlichen öffentlichen Fernsehens ETV auch Kopfzerbrechen, insbesondere wenn es darum geht, ein Fernsehprogramm für das gesamte Land zu gestalten, das in der offiziellen Amtsprache Amharisch ausgestrahlt wird. Ein Beispiel dafür ist die wöchentliche Talkshow "Amsa Lomi", die mit Diskussionen über kontroverse Themen wie die Rechte der Frauen oder Religion die äthiopischen Fernsehzuschauer aus der Reserve lockt.
Ein eher atypischer Vertreter unter den Stars des äthiopischen Fernsehens ist die Giraffe Tsehai. Die lustige Marionettenfigur ist die Hauptperson eines von der UNESCO geförderten Bildungsprogramms. Es vermittelt das Alphabet, aber auch Informationen über Natur und Umwelt in einem Land, in dem nur 40 Prozent der Menschen lesen und schreiben können.

13:25
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Best of Chic

Das europäische Lifestylemagazin

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Montags bis freitags von 12.00 Uhr

Zum Dossier Chic

Samstag, 29. November 2008 um 13.25 Uhr

Wiederholungen:
30.11.2008 um 07:30
06.12.2008 um 07:30
Best of Chic
(Frankreich, Deutschland, 2008, 26mn)
Moderation: Valeria Risi
ARTE F

16:9 (Breitbildformat)

Angesagte Orte, hippes Design und ungewöhnliche Geschmacksrichtungen - das europäische Lifestylemagazin "Chic" informiert über die aktuellen Trends mit Reportagen über all das, was das Leben schöner macht. Moderatorin Valeria Risi präsentiert neue, schräge Ideen aus Europas Metropolen rund um die Themen Seele, Körper, Wohnen und Umwelt. Bekannte Persönlichkeiten erlauben "Chic" einen Blick hinter die Kulissen von Mode, Film, Architektur, Küche und Kunst. Täglich von Montag bis Freitag um 13.30 Uhr und samstags ein Best of ab 13.30 Uhr auf ARTE.

(1): Porträt der Woche: Jean-Philippe Delhomme
Jean-Philippe Delhomme ist für seinen trockenen Humor bekannt, denn der Maler, Illustrator und Romanautor übt ebenso liebevoll wie kompetent Kritik an den Modeikonen von heute. Ganz gleich, ob es sich um Déco-Fanatiker, ultrakonzeptuelle Künstler oder von ihren Sprösslingen verwirrte Väter der "Top Tendance" handelt: Er beobachtet sie und gibt sie in Gouache oder in bissigen, aber auch schelmischen Bildlegenden wieder. Delhomme arbeitet für die größten Magazine und teuersten Marken und zeigt sich mit seinen Karikaturen über die Schwächen und Exzesse der "Fashionvictims" stets zugleich als Komplize und Kritiker.

(2): Japanische Restaurants in Paris
Man tut der japanischen Küche Unrecht, wenn man sie auf Sushis reduziert. Zur Freude aller avantgardistisch orientierten Köche eröffnet das Land der aufgehenden Sonne nämlich auch ganz neue kulinarische Horizonte. Verspielte Häppchen und ein intimes, minimalistisches oder schlicht verrücktes Dekor - die neuen Talente Japans bieten Überraschungen für den Gaumen in exotischem Ambiente.

(3): Die kleine Geschichte des "Mensch ärgere Dich nicht"-Spiels
Es ist für viele Kinder das erste Brettspiel, das sie kennenlernen und das einzige, das dem Verlierer schon mit seinem Titel einen guten Rat gibt: "Mensch ärgere dich nicht"!
An einem Winterabend zu Beginn des vorigen Jahrhunderts suchte Josef Friedrich Schmidt in München nach einer Beschäftigung für seine Kinder. Er malte ein Kreuz auf ein Stück Pappe, bastelte Spielfiguren und erfand ein neues Gesellschaftsspiel. Die Regeln waren einfach: Das Spielfeld musste einmal umrundet werden und wer es als erster schaffte, hatte gewonnen. Die Kinder waren begeistert.
Schmidt nannte das Spiel "Mensch ärgere dich nicht", gründete die Firma Schmidt Spiele und begann mit der Serienproduktion. Während des Ersten Weltkriegs schickte er 3.000 Exemplare seiner Erfindung an Lazarette, damit die Soldaten sich die Zeit vertreiben konnten. Nach Kriegsende nahmen sie die Spiele mit nach Hause, und so wurde "Mensch ärgere dich nicht" in ganz Deutschland ein Hit. Mit einem Preis von 35 Pfennig kostete das Spiel so viel wie ein Pfund Zucker und war für jeden erschwinglich. 1920 waren bereits eine Million Exemplare verkauft worden - heute sind es weltweit 60 Millionen.
Wurzeln des Spiels kann man übrigens auch außerhalb Europas finden: Es heißt, der indische Großmogul Akbar habe sich bereits im 16. Jahrhundert auf ähnliche Weise vergnügt, und zwar mit einem Riesenspielfeld aus rotem und weißem Marmor und seinen Haremsdamen als Spielfiguren.

(4): Hinter den Kulissen: Stockmann
Das berühmteste Mannequin aller Zeiten ist etwa 150 Jahre alt und nicht gerade eine Schönheit. Und doch durfte die arm- und beinlose Schneiderpuppe - im Fachjargon auch "Stockmann" genannt - seit Mitte des 19. Jahrhunderts die elegantesten Kleider der Welt tragen. Das unentbehrliche Gestell aus Pappmaché, Baumwolle und Klammern ist für Designer ein Kultobjekt. "Chic" gibt Einblick ins geheime Leben des diskreten Topmodels.

13:55
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Ein Messer unter den Gabeln

Ein Mann entdeckt zufällig, dass seine Frau beim Aufräumen ein Messer zu den Gabeln gelegt hat.

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Samstag, 29. November 2008 um 13.55 Uhr

Wiederholungen:
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Ein Messer unter den Gabeln
(Frankreich, 1999, 4mn)
ARTE
Regie: Patrick Eveno


Ein Mann entdeckt zufällig, dass seine Frau beim Aufräumen ein Messer zu den Gabeln gelegt hat. Erst will er ihr es sagen, dann möchte er lieber, dass sie ihren Fehler selbst bemerkt. Aber die Zeit vergeht und das Messer bleibt wie eine Trophee zwischen den Gabeln stehen. Vielleicht hat sie das mit Absicht getan ?

Die farbenprächtige Episode der Reihe " Tragédies Minuscules " erzählt auf zynische Art und Weise über die kleinen alltäglichen Probleme eines Ehepaars. Durch die stilisierte Zeichnung wird die komplexe Situation zu einem kleinen Krimi.

14:00
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Wir Europäer!

(4): Europa erkämpft die Freiheit! (18. Jahrhundert)

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Das Kulturmagazin auf ARTE - Samstags ab 17.30 Uhr (WH: Montag ca. 0.10 Uhr)

Zum Dossier Metropolis, Samstag ab 17.30 Uhr

Samstag, 29. November 2008 um 14.00 Uhr

Wiederholungen:
07.06.2009 um 16:15
11.06.2009 um 09:10
09.05.2010 um 16:15
Wir Europäer!
(Deutschland, 2008, 44mn)
MDR
Regie: Judith Völker, Nina Koshofer

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Wie hat sich im Verlauf der letzten sechs Jahrhunderte in verschiedenen Ländern Europas eine gemeinsame Zivilisation entwickelt? Auf diese Frage versucht die sechsteilige Dokumentationsreihe, Antworten zu geben. Im Zentrum der Betrachtung stehen jeweils wichtige geistige Strömungen einer Epoche sowie bedeutende Vertreter dieser Ideen, die bis heute die Menschen in Europa prägen und bewegen. Der vierte Teil der Reihe steht unter dem Motto "Wir sind das Volk: Freiheit und Mitbestimmung statt Herrscherwillkür". Die Geschichten und Einflüsse von Oliver Cromwell, Marie Gouze und Tadeusz Kósciuszko lassen den Freiheitswillen des 18. Jahrhunderts wieder aufleben.

Im 18. Jahrhundert führen die Europäer sowohl im Namen der Freiheit des Einzelnen als auch um die des Volkes heftige Kämpfe. Herrschaftssysteme und Gesellschaftsordnungen werden gründlich verändert, erste Demokratien entstehen und neue Werte wie Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit prägen die europäische Mentalität nachhaltig. Frankreich gilt seit der Revolution von 1789 als Mutterland der Freiheitsbewegung. In Paris ertönt der Ruf "Die Natur hat die Menschen frei und gleich geschaffen".
Vorläufer dieses Freiheitskampfes werden in England ausgefochten. Dort fordert Oliver Cromwell, geboren 1599 in Huntingdon, eine dauerhafte Repräsentation des neuen Bürgertums im Parlament. Ohne dessen Zustimmung sollen Beschlüsse des Königs keine Gültigkeit haben. Er kämpft gegen einen uneinsichtigen, absoluten Herrscher "von Gottes Gnaden", der keine Einschränkung seiner Machtbefugnis duldet. Als Charles I. sich weigert, erzwingt Cromwell mit seiner "New Model Army" seine Ziele, klagt den König des Hochverrats an und lässt ihn hinrichten. Damit gibt es in Europa zum ersten Mal eine Regierung ohne Monarchen. In Frankreich setzen die Revolutionäre ihre Forderungen ähnlich konsequent um. Das Herrscherpaar Ludwig XVI. und seine Frau Marie Antoinette sterben unter der Guillotine.
Die Philosophie der Aufklärung geht davon aus, dass die Menschen von Natur aus gleich seien, dass nur die Gesellschaft die Menschen ungleich mache. Doch auch die Revolutionen des 18. Jahrhunderts sorgen nicht für vollkommene Gleichberechtigung. So haben Frauen nach wie vor bedeutend weniger Rechte als Männer. Dagegen wehrt sich Marie Gouze, geboren 1748 in Montauban. Durch öffentliche Auftritte, Reden, Plakataktionen und Theaterstücke macht sie den vorwiegend männlichen Verwaltern der Revolution deutlich, dass der Freiheitsbegriff auch für Frauen gelten muss. Sie kämpft gegen die "herrschenden" Verhältnisse im doppelten Wortsinn: sowohl gegen die Machthaber aus Monarchie, Aristokratie und Klerus als auch gegen Männer, die Frauen, unabhängig von deren gesellschaftlicher Position, keinerlei Rechte zugestehen. Doch ihre "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" von 1791 findet erst im 20. Jahrhundert Eingang in die Verfassungen Europas. Marie Gouze wird im Terrorjahr 1793 auf dem Schafott hingerichtet.
Die Demokratisierung Europas setzt sich weiter fort. Der Mensch soll nur noch dem eigenen Willen gehorchen und nicht länger fremden Einflüssen unterworfen sein. Dieser Auffassung ist auch der polnische Freiheitskämpfer Tadeusz Kósciuszko. Inspiriert von Studienaufenthalten in Frankreich und praktischen Erfahrungen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, kämpft er in Polen gegen die Privilegien des Adels. Als Preußen und Russland den polnischen Versuch einer freiheitlichen, republikanischen Verfassung durch eine Invasion beenden, fordert Kosciuszko mit dem von ihm organisierten Aufstand die Freiheit der Nation - allerdings erfolglos. In der Schlacht von Maciejowice bei Warschau 1794 wird er verwundet und gerät in russische Gefangenschaft. Doch er bleibt ein Beispiel dafür, dass die persönliche Freiheit ein Motor für die Freiheit des Volkes sein kann. Volkssouveränität statt Herrscherwillkür setzt sich nach und nach durch. Und statt Zensur gilt Meinungs- und Pressefreiheit.

14:45
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Wir Europäer!

(5): Europa entdeckt die Nation (19. Jahrhundert)

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Das Kulturmagazin auf ARTE - Samstags ab 17.30 Uhr (WH: Montag ca. 0.10 Uhr)

Zum Dossier Metropolis, Samstag ab 17.30 Uhr

Samstag, 29. November 2008 um 14.45 Uhr

Wiederholungen:
07.06.2009 um 17:00
12.06.2009 um 09:10
09.05.2010 um 17:00
Wir Europäer!
(Deutschland, 2008, 44mn)
MDR
Regie: Judith Völker, Nina Koshofer

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Wie hat sich im Verlauf der letzten sechs Jahrhunderte in verschiedenen Ländern Europas eine gemeinsame Zivilisation entwickelt? Auf diese Frage versucht die sechsteilige Dokumentationsreihe, Antworten zu geben. Im Zentrum der Betrachtung stehen jeweils wichtige geistige Strömungen einer Epoche sowie bedeutende Vertreter dieser Ideen, die bis heute die Menschen in Europa prägen und bewegen. Im fünften Teil der Reihe steht die Bildung europäischer Nationalstaaten im Mittelpunkt. Die Lebenswege von Rigas Velestinlis, Alfred Krupp und Bertha von Suttner vermitteln exemplarisch die geistige, gesellschaftliche und politische Entwicklung einer Epoche, in der die Idee der nationalen Identität ins Zentrum des Handelns rückt.

Im 19. Jahrhundert formt sich ein neues Europa der Nationen. Nationalpatriotismus und Vaterlandsliebe erhalten Vorrang vor lokalen Bindungen. Auseinandersetzungen - auch kriegerische - bescheren Europa eine veränderte Landkarte. Und die nationalen Identitäten schaffen sich neue Symbole wie Nationalhymnen, Feiertage, Nationalhelden und Nationalgeschichte.
In Griechenland trägt der Dichter Rigas Velestinlis, geboren 1757, durch seine Lieder zur Schaffung einer nationalen Identität bei und gewinnt politischen Einfluss. Seine volkstümlichen Kampfgesänge, in denen er zum Sturm auf Konstantinopel aufruft, finden weite Verbreitung. Er entwickelt eine Karte, auf der die von den Griechen seit der Antike kolonisierten Landschaften verzeichnet sind, gründet eine geheime, revolutionäre Gesellschaft und verfasst ein Befreiungsprogramm für die Balkanvölker unter dem Titel "Große Idee", das ein "Groß-Griechenland" propagiert. Dieser neue republikanische Staat soll den gesamten Balkan und Kleinasien unter griechischer Führung umfassen. Velestinlis wird zum geistigen Vorkämpfer des griechischen Freiheitskampfes gegen die Türkenherrschaft. Und er wird zum ersten Märtyrer dieses Kampfes, als er 1798 wegen Hochverrats in Belgrad hingerichtet wird.
Vor dem Hintergrund der Französischen Revolution wird die Nation Hoffnungsträger jener Völker Europas, die sich nach Selbstbestimmung sehnen und ihre eigene Kultur leben wollen. Während das individuelle Nationalgefühl wächst, bröckeln die zwei Großreiche Europas. Das Habsburger Reich mausert sich zum Vielvölkerstaat, das Osmanische Reich verliert Gebiete an neu gegründete Nationen.
Zugleich entsteht mit der Nationalstaats-Idee als Abgrenzung auch "das Fremde". Minderheiten werden ausgemacht, und eine nationale Kultur löst das internationale Flair des alten Europa ab. Französisch ist nicht mehr länger herrschende Kultursprache. Erfolg und Wohlstand fördern Nationalbewusstsein und Heimatgefühl. Die eigene Nation wird gleichgesetzt mit Größe und Überlegenheit, Europa in Nationalismusdünkel verwickelt.
Doch auch Gegenströmungen wie Pazifismus, Sozialismus und Internationalismus entstehen, werden jedoch vom wachsenden Nationalgedanken überdeckt. Die Konkurrenz der Nationalstaaten schafft eine neue Qualität ideologischer Feindschaft, die an religiöse Intoleranz erinnert. Ein ungehemmtes Aufrüsten beginnt. Frühzeitig erkennt die Pazifistin und Schriftstellerin Bertha von Suttner, geboren 1843 in Prag, diese bedrohliche Entwicklung. Sie ist keine Gegnerin des Nationengedankens an sich, weist aber konsequent darauf hin, dass aggressives Waffengeklirr, nationales Überlegenheitspathos und imperiales Sendungsbewusstsein von den europäischen Nationen Besitz ergriffen und den "romantischen Nationalismus" verdrängt haben. Dagegen setzt sie die Vorstellungen von Pazifismus, Abrüstung und Konfliktregelung. In ihren Schriften sieht Suttner voraus, dass der überzogene Nationalismus die europäischen Völker in Kriege stürzen wird. Jede Nation versteht sich als Mittelpunkt der Welt. Und der nationale Narzissmus mündet tatsächlich in die Weltkriege des 20. Jahrhunderts.

15:30
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Wir Europäer!

(6): Europa erfindet sich neu (20. Jahrhundert)

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Das Kulturmagazin auf ARTE - Samstags ab 17.30 Uhr (WH: Montag ca. 0.10 Uhr)

Zum Dossier Metropolis, Samstag ab 17.30 Uhr

Samstag, 29. November 2008 um 15.30 Uhr

Wiederholungen:
07.06.2009 um 17:45
15.06.2009 um 09:10
09.05.2010 um 18:15
Wir Europäer!
(Deutschland, 2008, 44mn)
WDR
Regie: Judith Völker, Nina Koshofer

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Wie hat sich im Verlauf der letzten sechs Jahrhunderte in verschiedenen Ländern Europas eine gemeinsame Zivilisation entwickelt? Auf diese Frage versucht die sechsteilige Dokumentationsreihe, Antworten zu geben. Im Zentrum der Betrachtung stehen jeweils wichtige geistige Strömungen einer Epoche sowie bedeutende Vertreter dieser Ideen, die bis heute die Menschen in Europa prägen und bewegen. Die letzte Folge der Dokumentationsreihe stellt das 20. Jahrhundert in den Mittelpunkt. Das Thema "Was ist aus den europäischen Ideen und Idealen geworden? - Durch die Katastrophen des Jahrhunderts zur Neuerfindung Europas" lässt sich an den Lebenswegen der Spanierin Dolores Ibárruri Gómez, der Deutschen Hannah Arendt, des Franzosen Jean Monnet und des Tschechen Václav Havel verdeutlichen.

Acht Millionen Tote, über 16 Millionen Verwundete, traumatisierte Frauen und Kinder an der Heimatfront. 1918, am Ende des Ersten Weltkrieges, steht Europa unter Schock - und hat keine Zeit, sich davon zu erholen. Nur 20 Jahre später beginnt Nazi-Deutschland den Zweiten Weltkrieg.
Die jüdische Publizistin und Gelehrte Hannah Arendt, geboren 1906 in Hannover, ist eine der Ersten, die frühzeitig bemerkt, dass das nationalsozialistische Regime in den Krieg führen wird und aktiv bekämpft werden muss. Sie steht damit im Gegensatz zu vielen gebildeten Deutschen, die sich mit dem Nationalsozialismus arrangieren wollen. In ihren Schriften kreist Arendt um ein Konzept von "Pluralität" im politischen Raum. Demnach besteht in der Politik zwischen Menschen eine potenzielle Freiheit und Gleichheit, die verlangt, regelmäßig die Perspektive des anderen einzunehmen. Diese Idee wird erst nach dem Zweiten Weltkrieg als wertvoll erkannt und aufgegriffen, um die erneute Annäherung der europäischen Nationen zu befördern.
Aber nicht nur zwischen, auch innerhalb der Nationen wird gekämpft. So tobt von 1936-1939 der Spanische Bürgerkrieg. Einer seiner Protagonisten ist Dolores Ibárruri Gómez, geboren 1895 und "La Pasionaria" genannt. Die kämpferische Frau aus einfachen Verhältnissen wird eine der wichtigsten Sprecherinnen der Kommunistischen Partei Spaniens . Sie ist eine begnadete, mitreißende Rednerin. Ibárruri gilt als überzeugte Stalinistin, gleichzeitig setzt sie sich leidenschaftlich für die Verbesserung der Frauenrechte ein. Sie wird von den spanischen Behörden verfolgt und mehrmals verhaftet. Von ihr stammt der vielzitierte Satz: "Lieber stehend sterben, als auf Knien leben".
Durch die Weltkriege haben die Mächte Europas ihre Weltgeltung verspielt. Die USA übernehmen den Schauplatz. Durch ihre Hilfe ermöglichen sie Europa den Wiederaufstieg, in politischer wie wirtschaftlicher Hinsicht. Jean Monnet, geboren 1888 in Cognac, gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wird als "Vater Europas" bezeichnet. Vor seiner politischen Karriere in Frankreich vollzog er eine beeindruckend, internationale Wirtschaftskarriere. Er treibt den Zusammenschluss der westeuropäischen Schwerindustrie voran und avanciert zu einem der einflussreichsten Wirtschaftslenker Europas.
In den 90er Jahren überwinden weitgehend friedliche Revolutionen die Diktaturen des Kommunismus hinter dem Eisernen Vorhang. So steht in der Tschechoslowakei die "Samtene Revolution" für den politischen Systemwechsel vom autoritären Sozialismus zu einem demokratischen System. Maßgeblich daran beteiligt ist Václav Havel, geboren 1936 in Prag. 1989 wird er Präsident der Tschechoslowakei. Unter anderem durch sein Wirken vollzieht sich der weitgehend gewaltfreie Wechsel innerhalb weniger Wochen. 1998 wird Havel der Westfälische Friedenspreis und 2004 die Freiheitsmedaille ("The Presidential Medal of Freedom") verliehen, die höchste zivile Auszeichnung der USA.
Europa besteht nun aus vielen neuen Nationen auf der Basis demokratischerer Verfassungen. Es hat sich auf typisch europäische Errungenschaften besonnen, die im Verlauf gemeinsamer Geschichte entstanden sind. Am Ende des 20. Jahrhunderts scheint der alte Kontinent wie Phönix aus der Asche wieder auferstanden zu sein.
Die sechste und letzte Folge der Reihe resümiert, was bis zum 20. Jahrhundert aus den europäischen Errungenschaften der vorangegangenen Epochen geworden ist. Wie steht es um den Individualismus? Haben Mündigkeit und freier Geist ihre Bedeutung zurückerlangen können? Was wird aus dem Kapitalismus, dessen Gegenbewegung Kommunismus aus Europa verschwunden ist? Was ist aus den Ideen von Frieden und Freiheit geworden? Und was hat sich aus der Idee von Nation und Volkssouveränität entwickelt?

16:20
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Mohenjo Daro

Das Geheimnis der Induszivilisation

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Am 24. Januar 2012 wäre Friedrich der Große 300 Jahre alt geworden. Schöngeist und Tyrann, Feldherr und Reformer: ein König mit vielen Facetten.

Zum Dossier Friedrich der Große

Samstag, 29. November 2008 um 16.20 Uhr

Wiederholungen:
20.02.2012 um 05:00
Mohenjo Daro
(Deutschland, 2008, 52mn)
SWR
Regie: Hannes Schuler

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde im Ufergebiet des Indus, im heutigen Pakistan, eine Metropole aus dem dritten Jahrtausend vor Christus entdeckt. Mohenjo Daro war das Zentrum einer Zivilisation, die der Ägyptens und Mesopotamiens gleichzusetzen ist. An die 100.000 Einwohner zählte die Stadt, die wie am Reißbrett entworfen und von breiten Alleen durchzogen auf künstlichen Plateaus erbaut wurde. Michael Jansen, Professor für Stadtbaugeschichte an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, erforscht Mohenjo Daro seit 30 Jahren. Er führt die Zuschauer durch die antike Stadt und lüftet ihre Geheimnisse.

Die antike Stadtanlage Mohenjo Daro am Indus-Fluss stammt aus dem dritten Jahrtausend vor Christus. Bereits ihre Entdecker in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts waren fasziniert von der ungewöhnlichen Bauweise der Anlage. Die Metropole bestand aus Millionen einheitlicher Ziegel. Es gab Wohnhäuser mit moderner Raumaufteilung und jeweils eigenen, nichtöffentlich zugänglichen Brunnen, Straßen mit Abwasserkanalisation und wie nach einem Bebauungsplan getrennte Produktions- und Wohnviertel.
Michael Jansen, Professor für Stadtbaugeschichte in Aachen, forscht seit 30 Jahren über die Metropole am Indus. Nach seiner Vermutung ist Mohenjo Daro das Ergebnis eines Schwellenereignisses der Menschheit, eines einzigartigen zivilisatorischen Sprungs. Danach explodierte innerhalb von nur 50 Jahren der Fortschritt am Indus auf fast allen Gebieten. Eine Schrift wurde erfunden, Großsiedlungen mit ausgelagerten Produktionsstätten entstanden und über Tausende von Kilometern wurde Handel getrieben.
Aber wer waren die Lenker dieses Umbruchs, wer waren die Herrscher von Mohenjo Daro? Die raren Hinweise wie etwa eine Kleinplastik eines sogenannten Priesterkönigs geben Rätsel auf. Die Schriftzeichen, die auf Siegeln entdeckt wurden, sind noch nicht entziffert. Und erst zehn Prozent der Stadt sind ausgegraben. So steht die Erforschung der Indus-Zivilisation fast noch am Anfang. Auch der Untergang der Metropole vor 4.000 Jahren ist noch rätselhaft. Ohne Zeichen von Zerstörung, Krieg oder Vertreibung gaben die Bewohner die Stadt auf, die bald unter dem Schwemmland des Indus verschwand.
1.500 Fundorte auf einer Fläche von einer Million Quadratkilometern werden der Indus-Kultur, die ihren Höhepunkt im dritten Jahrtausend vor Christus hatte, zugeordnet. Damals erstreckte sich Mohenjo Daro über mehrere Quadratkilometer. Mit Bohrungen als Vorstufe eines neuen Forschungsabschnitts will Michael Jansen nun das tatsächliche Ausmaß der Stadt feststellen.

Am 21. November 2008 beginnt in Bonn die Ausstellung "Gandhara -Pakistans buddhistisches Erbe". Sie geht bis 15. März 2009.

17:10
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360° - Geo Reportage

Johana - Make-up und Motorenöl

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Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

Zum Dossier 360° - GEO Reportage

Samstag, 29. November 2008 um 17.10 Uhr

Wiederholungen:
01.05.2009 um 11:00
06.10.2010 um 18:05
22.08.2011 um 18:05
29.08.2011 um 13:00
27.12.2011 um 16:50
03.01.2012 um 13:00
360° - Geo Reportage
(Deutschland, Frankreich, 2008, 53mn)
ARTE
Regie: Stefan Richts

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Wer im Kaffeeanbaugebiet Kolumbiens etwas auf sich hält, fährt einen "Willys". Der legendäre Geländewagen aus den USA wurde bekannt als "das Auto, das den Zweiten Weltkrieg gewann." Seit den 50er Jahren ist der Vater aller Jeeps auch in Kolumbien im Einsatz, denn das robuste Fahrzeug ist wie geschaffen für das bergige Gelände. Bis zu 50 Prozent Gefälle müssen die Fahrzeuge bewältigen, denn etliche Fincas sind nur über unbefestigte Pisten erreichbar. Im Macho-Land Kolumbien saßen bislang nur Männer am Lenkrad der Geländewagen. Johana Londoño setzt dieser Tradition ein Ende. "360° - Geo Reportage" ist unterwegs mit Kolumbiens einziger "Willys"-Fahrerin.

Seit 14 Jahren gehört der "Willys" zu Johana Londoños Familie. Der Jeep, Baujahr 1963, wurde vom Vater an die Tochter weitergegeben. Die 25-Jährige ist die einzige hauptberufliche "Willys"-Fahrerin in Kolumbien. Sie verdient sich ihr Geld mit dem Jeep als Taxifahrerin rund um die Provinzstadt Calarcá. Am Anfang reagierten die Menschen skeptisch auf die junge Frau hinter dem Steuer. Viele Fahrgäste hatten Angst, von ihr chauffiert zu werden. Nach und nach aber hat sich Johana Londoños ihren Platz in der Männerwelt der "Willys"-Fahrer erkämpft. Kaum jemand fährt sicherer als sie. Schließlich hat Johana das Jeep-Fahren schon als Mädchen auf Kolumbiens abenteuerlichen Bergpisten an den Hängen der zentralen Andenkordillere erlernt.
Wie viele Familien sind auch die Londoños wirtschaftlich von dem Geländewagen abhängig. Neben dem Taxifahren transportiert Johana regelmäßig die Kaffee- und Bananenernte von der 20 Hektar großen Finca zu den Händlern im Umland. Das Vehikel ist dafür ideal. Viele sagen, "Willys" seien "mulas con motor" - motorisierte Esel.
Die Geschichte der "Willys" begann 1940, als die US-Armee ein kleines, geländegängiges Fahrzeug für den Einsatz im Zweiten Weltkrieg entwickeln ließ. Die Firma "Willys-Overland" bekam den Zuschlag. Über ein Entwicklungshilfeprojekt gelangten in den 50er Jahren über 600.000 ausrangierte Exemplare nach Kolumbien. Die für das steile und steinige Gelände idealen - weil widerstandsfähigen - Fahrzeuge erlangten auch hier Kultstatus. Sie werden auf Jeep-Fiestas und in Wettkämpfen gefeiert. In diesem Jahr will Johana Londoño mit an den Start gehen.

18:05
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Hair India - Kahl geschoren für die Reichen

Die Dokumentation berichtet vom globalen Handel mit dem Haar, das Millionen Hindus auf einer Pilgerreise opfern.

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Samstag, 29. November 2008 um 18.05 Uhr

Wiederholungen:
06.12.2008 um 14:00
19.12.2008 um 10:50
Hair India - Kahl geschoren für die Reichen
(Italien, 2008, 52mn)
NDR
Regie: Marco Leopardi, Rafaele Brunetti

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Haare verkörpern Vitalität und Jugend. Haarpracht ist in der Ersten Welt das körperliche Symbol des Erfolgs. Auch für die Armen sind Haare ein ganz persönlicher Schmuck, Ausdruck ihrer Individualität. Was bedeutet dies in einer globalisierten Welt? Fest steht, dass sich die Wohlhabenden häufig nicht mehr mit dem von der Natur verordneten Haarschopf zufriedengeben. Die Dokumentation "Hair India" berichtet vom globalen Handel mit dem Haar, das Millionen Hindus nach uralter Tradition auf einer Pilgerreise opfern.

Die Dokumentation verknüpft die Geschichten zweier indischer Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Hemlata, eine fromme Hindu-Frau, lebt mit ihrer Familie in einem armseligen Dorf in Westbengalen. Sangeeta wiederum ist der Aufstieg gelungen, sie ist Chefredakteurin eines Lifestyle-Magazins in Mumbai und orientiert sich an materiellen Werten.
Hemlata macht sich mit ihren Familienangehörigen auf die Pilgerreise, um im Tempel ihre Haare zu spenden, so will es eine uralte Hindu-Tradition. Wie Millionen Hindus vor ihr opfert sie ihre Haare, weil sie sonst nichts hat, das sie geben kann - eine Gabe an die Götter. Sangeeta hingegen fühlt sich ihren Society-Aufgaben nur mit einer Löwenmähne gewachsen: Die Single-Frau muss das Frauen-Bild, das sie in ihrem Magazin anpreist, auch selbst erfüllen.
Ein englischer Geschäftsmann, Mr. Gold nutzt diese Nachfrage, er organisiert den globalen Handel mit dem Haar - und sorgt dafür, dass Pilger-Haare gewinnbringend "geopfert" werden. Er kauft das geopferte Haar von den Tempeln, lässt es in Italien bearbeiten und verkauft es in die ganze Welt - auch nach Indien. Sangeeta lässt sich letztendlich in einer teuren Zeremonie im Friseursalon herrliche Locken anbasteln.
Tiefe Spiritualität erlebt das Kamerateam, als es Hemlata zum Tempel Simachalam begleitet - ihre erste Reise, die sie aus ihrem Heimatort führt, durch eine große Stadt mit Shopping-Zentren. Der Zuschauer erlebt ihre Verzagtheit, aber auch ihre große Erleichterung nach dem Ritual und die Geborgenheit, die ihr das Ritual vermittelt. Sie ahnt nicht, dass andere mit ihrem Haar Geschäfte machen.

Indem er die Geschichten dieser drei Menschen, die einander im Leben nie treffen werden, ineinander montiert, erzählt Raffaele Brunetti eine große Geschichte vom Zusammenprall verschiedener Wertesysteme. In einer globalen Welt, in der die einen nehmen - und die anderen geben.