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Ein paar einfache Worte

Krystyna ist eine attraktive Frau voller Energie. Sie möchte, dass ihre Tochter beim Casting für eine "Girls Band" vorsingt.

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"KurzSchluss - Das Magazin" zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt - und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.

Zum Dossier Kurzschluss - Das Kurzfilm-Magazin

ZDF © Slawek Bergaski

Dienstag, 2. Dezember 2008 um 01.05 Uhr

Wiederholungen:
05.12.2008 um 04:20
Ein paar einfache Worte
(Polen, 2007, 36mn)
ZDF
Regie: Anna Kazejak-Dawid
Kamera: Slawomir Berdanski
Musik: Jacek Lachowicz, Mirek Mazurczyk, Wojtek Blazejczyk
Schnitt: Maciej Pawlinski
Darsteller: Agata Kulesza (Krystyna), Janusz Chabior (Trainer), Marlena Kazmierczak (Lena), Sylwester Jakimow (Cichy), Tomasz Karolak (Rambo)
Autor: Anna Kazejak-Dawid
Produktion: Polish National Film School
Produzent: Katarzyna Cieslar
Ton: Iga Stankiewicz

16:9 (Breitbildformat)

Krystyna ist eine attraktive, unabhängige Frau voller Energie. Sie möchte, dass ihre Tochter - gegen deren Willen - beim Casting für eine "Girls Band" vorsingt. Auf dem Weg bleibt allerdings ihr alter Kleinbus liegen und sie ist gezwungen, Hilfe zu holen. Sie ruft einen alten Bekannten an, den sie jahrelang nicht mehr gesehen hat. Das Treffen mit ihm wird das Leben aller Beteiligten entscheidend verändern.

Krystyna, eine alleinerziehende Mutter Ende 30, will ihre Tochter unbedingt zu einem Casting für eine "Girls Band" bringen. Die 16 Jahre alte Tochter singt zwar gut, allerdings im Kirchenchor und hat null Interesse für die Pläne ihrer Mutter, die sich als Vertreterin für Kosmetika mehr schlecht als recht durchschlägt. Die Mutter träumt vom Erfolg der Tochter, von dem auch sie profitieren will.
Die beiden machen sich im Kleinbus der Mutter auf den weiten Weg. Doch der altersschwache Wagen bleibt auf der Strecke liegen. So bleibt der Mutter nichts anderes übrig, als einen alten Bekannten um Hilfe zu bitten, mit dem sie vor langer Zeit ein Verhältnis hatte. Der Aufenthalt wird für alle Beteiligten zu einer emotionalen Achterbahnfahrt, an deren Ende die Beziehung zwischen Mutter und Tochter sich grundlegend geändert hat.
Ein unprätentiöser, authentischer und intensiver Film, der seine Protagonisten mit all ihren Schwächen respektiert und niemals vorführt.

Anna Kazejak-Dawid ist 1979 im polnischen Bytom geboren. Sie studiert zunächst Kulturtheorie an der Universität von Silesia, bevor sie 2001 an die Staatliche Filmhochschule Lodz wechselt. Im Laufe ihres Studiums entstehen die Filme "View from the Top" (2002), "Pulse" (2003), "My Place" (2003), "You Are There" (2004) und "Ode to Joy" (2005), für die sie eine Reihe von Preisen erhält. 2007 schließt sie ihr Studium im Fach Regie ab. "Ein paar einfache Worte" gewinnt im gleichen Jahr den ersten Preis beim Internationalen Filmfestival "Next Reel" in Singapur.

01:40
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Faszination Bewusstsein

Das bewusste Denken zeichnet den Menschen als selbstständiges Individuum aus.

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ARTE F

Dienstag, 2. Dezember 2008 um 01.40 Uhr

Wiederholungen:
06.12.2008 um 09:40
11.12.2008 um 05:00
19.12.2008 um 05:00
Faszination Bewusstsein
(Frankreich, 2008, 52mn)
ARTE F
Regie: Françoise Lindeman, Philippe Baylaucq, Véronique Maison

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Das bewusste Denken zeichnet den Menschen als selbstständiges Individuum aus. Aber was wissen wir eigentlich über den Ursprung und die Entwicklung unseres Bewusstseins? Die Dokumentation lässt Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zum neuesten Stand der Forschung zu Wort kommen.

Das bewusste Denken gehört zum Wesen des Menschen. Denn nur durch sein Bewusstsein wird der Mensch zum selbstständigen Individuum. Als Teil des narzisstischen Selbstverständnisses des Menschen hat sich das Bewusstsein jedoch lange Zeit der akademischen Erforschung entzogen.
Was weiß die Wissenschaft heute von Ursprung und Entwicklung des Bewusstseins? Was ist über die Entstehung von Gedanken bekannt? Woher kommt das Bewusstsein? Hat es verschiedene Formen? In welcher Wechselwirkung stehen sie zueinander? Steht das Bewusstsein in Zusammenhang mit dem Körper und mit dem physischen und sozialen Umfeld? Welche Rolle spielen Biologie und Kultur?
Die jüngsten Entwicklungen der Neurowissenschaften, der Verhaltensbiologie, Psychologie und in der prähistorischen Forschung könnten schon bald Antworten auf diese Fragen liefern, die unsere bisherigen Theorien infrage stellen. Und diese Antworten könnten eine ähnlich bahnbrechende Einsicht liefern wie einst die Erkenntnis, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist.

03:00
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Maria Stuart

Maria Stuart, Königin von Schottland, wird wegen der Ermordung ihres Gatten aus dem Land verjagt und flieht nach England.

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ZDF © Arno Declair

Dienstag, 2. Dezember 2008 um 03.00 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Maria Stuart
(Deutschland, 2008, 107mn)
ZDF
Regie: Peter Schönhofer
Musik: Michael Verhovec
Kostüme: Anja Rabes
Ausstattung: Katja Haß
Inszenierung: Stephan Kimmig
Video: Helena Ratka

Fassung für  Hörbehinderte 16:9 (Breitbildformat) Dolby 2.0 Nativ HD

Maria Stuart, Königin von Schottland, wird wegen der Ermordung ihres Gatten aus dem Land verjagt und flieht nach England. Sie erhofft sich Schutz bei Elisabeth I., der englischen Königin, die jedoch mit Problemen im eigenen Königreich zu kämpfen hat ... Friedrich Schiller greift in seinem Trauerspiel "Maria Stuart" auf wahre historische Begebenheiten zurück. Auch Regisseur Stephan Kimmig verankert in seiner Inszenierung des Dramas die Handlung in der Wirklichkeit und fügt damit zusätzliche Brisanz hinzu: Er inszeniert das Königinnendrama als analytische Studie über Staatsterrorismus. ARTE zeigt die Aufzeichnung einer Aufführung am Thalia Theater Hamburg, die auch beim Berliner Theatertreffen 2008 eingeladen war.

Schillers Trauerspiel "Maria Stuart" beginnt drei Tage vor Maria Stuarts Hinrichtung. Es erzählt von der Eingekerkerten und ihrem Versuch, das bereits verkündete Todesurteil abzuwenden. Währenddessen ringen verschiedene politische Lager, entweder um die Befreiung oder die baldige Hinrichtung der Gefangenen. Elisabeth I., von diesen Kräften umgeben, schwankt. Ein Befreiungsversuch und ein Mordkomplott schlagen fehl. Letztlich unterschreibt Elisabeth die Hinrichtungsurkunde und Maria Stuarts Kopf fällt.
Was wie ein moderner Polit-Thriller anmutet, spiegelt im Grunde die Fragen wider, die sich im Kontext von Herrschaft und Macht seit Menschengedenken stellen: Wie stehen Macht und Moral zueinander? Welche Einflüsse haben ganz private Gefühle und Interessen auf die Politik?
Regisseur Stephan Kimmig hat den Originaltext ironiefrei inszeniert. So genau, wie er in der Sprache Schillers bleibt, so zielgenau platziert er seine Inszenierung in der Gegenwartsbefindlichkeit Angst, die nach dem 11. September mancherorts herrscht. Die Drehbühne ist kühle Bürowelt, Gefängnis und geheime Kommandozentrale.
Paula Dombrowskis Elisabeth ist so gar nicht Königin: Die Arme stets verschränkt, die mageren Schultern im eleganten Hosenanzug schaudernd hochgezogen, die Stimme piepst hoch oben im Hals. Fast denkt man, so jemand kann keine Macht ausüben.
Ihre Widersacherin ist dagegen stark: Die Maria von Susanne Wolff ist an Händen und Füßen an einen Folterstuhl gefesselt. Zum Stillsitzen in grauer Anstaltskleidung und Latschen verdammt, doch ohne Zweifel eine Königin des prallen Lebens. Das kontrastreiche Spiel der beiden Protagonistinnen hat Stephan Kimmig kühl inszeniert und die männlichen Rollen sind unter anderem mit Peter Jordan und Werner Wölbern ebenso exzellent besetzt.
Das Bühnenbild setzt ganz auf heute: Ineinandergeschachtelte Beton- und Glaswände gewähren Durchsichten und camouflieren gleichzeitig die Gewaltstrukturen; Staatsbeamte verstecken Todesurteile in unscheinbaren Aktenmappen, und selbst die Bäume im Innenhof sind nur noch Insignien der unterworfenen Natur.

Die Wut über die Äußerungen des deutschen Innenministers, Folter als Waffe im Kampf gegen den Terror nicht länger ausschließen zu wollen, war für Stephan Kimmig der Auslöser, Schillers "Maria Stuart" als analytische Studie über Staatsterrorismus anzulegen.
Stephan Kimmig erzählt das Historiendrama als Polit-Thriller und hat es dafür so weit von seinem idealistischen Überbau befreit, dass man die Konstruktion der zynischen Machenschaften und die Logik der Staatsgewalt in ihrer ganzen Härte durchschaut. Zugleich zeigt er glasklar, wie man Menschen zu Mördern macht, indem man Verantwortung atomisiert und dadurch jedes Verbrechen anonymisiert. Im Kampf gegen die Terroristin Maria Stuart macht sich der Staat selbst terroristische Methoden zueigen und setzt seine Legitimität aufs Spiel. So rückt uns in Kimmigs luzider und eminent politischer Sichtweise Schillers Tragödie beunruhigend nah, als ebenso brisante wie verstörende Anatomie eines Justizmordes.
Stephan Kimming wurde 1959 in Stuttgart geboren. Nach einer Ausbildung zum Schauspieler war er Regieassistent am Schillertheater in Berlin. Danach lebte und arbeitete er acht Jahre in den Niederlanden und führte dort und in Belgien seit 1986 Regie. Seit 1990 arbeitete er regelmäßig bei Friedrich Schirmer in Freiburg und seit 1993/94 in Stuttgart. Von 1996 bis 1998 war er fester Regisseur in Heidelberg, von 1998-2000 am Schauspiel Staatstheater Stuttgart und seit 2000 am Thalia Theater. Stephan Kimmig inszenierte außerdem am Deutschen Theater Berlin und am Burgtheater Wien. "Das Goldene Vlies"' von Grillparzer wurde mit dem Nestroy-Preis für die beste Regie 2004 ausgezeichnet und an den Münchner Kammerspielen inszenierte er "Mamma Medea" von Tom Lanoye.
Mit seiner Stuttgarter Inszenierung von "Thyestes" wurde er 2002 und mit "Nora" von Henrik Ibsen am Thalia Theater 2003 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Seine Inszenierung von Schillers "Maria Stuart" am Thalia Theater 2007 wurde mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet, mit dem Faust-Preis für beste Regie und zum Berliner Theatertreffen 2008 eingeladen. Im Rahmen dieses Theatertreffens erhielt Kimmig zusammen mit der Bühnenbildnerin Katja Haß für "Maria Stuart" den 3sat-Preis für zukunftsweisende Leistungen des deutschen Schauspiels.