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Meine Wiederholung
Meine Wiederholung

Berberteppiche

Geknüpfte Zauberzeichen

Montag, 27. Oktober 2008 um 19.00 Uhr

Wiederholungen:
03.11.2008 um 16:50
28.03.2011 um 08:00
Berberteppiche
(Deutschland, 2008, 43mn)
NDR
Regie: Monika von Behr

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Echte Berberteppiche haben mit der weißen Fabrikware, wie sie in Europa allgemein verbreitet ist, nichts zu tun. Berberteppiche sind oft leuchtend rot und mit einer Vielfalt von Mustern geschmückt, so dass kein Stück dem anderen gleicht. Bei den als Halbnomaden in den Bergdörfern des Atlasgebirges lebenden Berbern hat das Knüpfen dieser Teppiche eine jahrhundertelange Tradition. Ihnen dienen diese Teppiche nicht nur als Bodenbelag oder wärmende Decke, sondern als Kultgegenstände, deren Muster mystische Zeichen bilden.

Zwischen Atlas und Sahara liegt auf 2.000 Metern Höhe das Dorf Amassine. Die Frauen dieses marokkanischen Ortes sind Meisterinnen der Teppichherstellung. In der jahrhundertealten Tradition der Berber sind Teppiche viel mehr als ein Alltagsgegenstand. Sie dienen nicht nur als wärmender Bodenbelag oder Decke, sondern sind angefüllt mit "Baraka", einer göttlichen Kraft, die auf den Benutzer übergeht. So sollen die Motive, die in den Teppich hineingeknüpft werden, gegen den "bösen Blick" schützen oder Segen und Fruchtbarkeit bringen.
Aicha und Fadma arbeiten für das Projekt "Ait Kozema", das als wissenschaftliches Experiment von Professor Wilfried Stanzer ins Leben gerufen wurde. Der Teppichexperte und Präsident der "International Conference on Oriental Carpets" wollte dem Glanz alter Teppiche auf den Grund kommen und lässt sie so produzieren, wie es die Berber vor 200 Jahren gemacht haben, völlig ohne Chemie.
Das bedeutet allerdings harte Arbeit. Die Rohwolle wird von Hand und im kalten Bach gewaschen. Um die langen von den kurzen Haaren zu trennen, muss die Wolle auf eine spezielle Art gekämmt werden, und gefärbt wird mit Pflanzenfarben. Nach dem Weben machen sich Aicha und Fadma an die liebevolle, aufwendige Endfertigung. Jedes Jahr entstehen so im Rahmen des Projektes etwa 150 Teppiche.
Während sich diese Form der Teppichproduktion an der Vergangenheit orientiert, ist das Dorf Amassine gleichzeitig auf dem Weg in die Moderne. Seit kurzem gibt es hier elektrischen Strom und fließendes Wasser. Das halbnomadische Leben der Einwohner, die wie seit Jahrhunderten jeden Sommer in ein höhergelegenes Dorf ziehen, beginnt sich zu verändern.