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Love Of Her Life (Real Media, 40")
Nocturne (Real Media, 40")
Grieg’s Last Bow (Real Media, 30")„Wir waren noch nie so weit auseinander wie jetzt“, sagt der Schlagzeuger Eric Schaefer in einem Interview, unter Zustimmung seiner Mitmusiker. Eine Äußerung, welche für einen Großteil von Bandformationen den Todesstoß bedeuten würde, hat für das Berliner Trio dagegen kreatives Potential. Bereits bei ihrem Debüt, das mit Jazz-Newcomer-Preisen überhäuft wurde, überzeugen die Musiker und Komponisten mit einem eigenständigen Jazzsound, der durch ihre musikalische Diversität lebt. Bei ihrem aktuellem dritten Album haben sich Wollny, Kruse und Schaefer zwar weiter voneinander entfernt, da sie sich allesamt als Solisten in diversen Seitenprojekten weiterentwickelt haben. Dennoch haben sie sich durch die regelmäßige Auftrittspraxis als Trio, ein fast blindes Zusammenspiel erarbeitet. Dies ermöglicht ihnen sowohl ihre Autonomie zu bewahren, als auch unvermittelt auf ihre Mitmusiker reagieren zu können. Dieses ‚reife’ Zusammenspiel konterkarieren Wollny, Kruse und Schaefer durch eine experimentelle Spielfreude, für die sie sich von Genres wie Pop oder Hardcore inspirieren lassen. Allein diese Spannung zwischen Virtuosität und Experimentierfreude, die nicht durch Musikeregotrips geprägt ist, lässt das Trio zugleich so frisch und dynamisch klingen.
Im Vergleich zu ihren beiden Vorgängeralben (s. Arte-CD-Tipps vom 09.01.2007) hinterlässt „[em] III“ einen merklich ruhigeren Gesamteindruck, ohne jedoch dabei farblos zu sein. Expressive Momente, in denen das Trio kraftvolle Akzente setzt, sind rarer geworden. Stattdessen stellen sich die Musiker der Herausforderung, einen Jazz zu spielen, der Töne in seinen feinsten Nuancen hörbar macht. Und es lohnt sich, dem Spiel von Wollny, Kruse und Schaeffer genau zuzuhören. Allein wie sie feinste Bande zwischen ihren Improvisationen knüpfen und dabei dennoch fast gänzlich autark agieren, ist äußerst eindrucksvoll. Oder wie sie sich in ihren Phrasierungen umkreisen, um dann völlig überraschend, gemeinsam intonierend, packende Akzente zu setzen.
Das Sprichwort „Aller guten Dinge sind drei“ trifft auf die Besetzung des dynamischen Trios Wollny, Kruse und Schaefer perfekt zu. Jedoch nicht auf ihr drittes Album. Denn von diesem leuchtenden Dreigestirn des jungen deutschen Jazz’, wird man auch nach „[em] III“ noch sehr viel Gutes hören.
Tour:
06.03.2008 - Essen Philharmonie
09.04.2008 - Stuttgart Bix
11.04.2008 - München Jazzclub Unterfahrt
12.04.2008 - Darmstadt Centralstation
23.04.2008 - Karlsruhe Tollhaus
25.04.2008 - Berlin A-Trane
26.04.2008 - Hamburg Birdland Jazzclub
Matthias Schneider







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