Investoren als Invasoren
Staatsfonds und die neue Konkurrenz um die Macht auf dem Weltmarkt
Von Stephan Kaufmann
Karl Dietz Verlag, Berlin - 2008
Seit Mitte 2007 sehen manche deutsche Politiker ihr Land in einen Belagerungszustand versetzt: Staatsfonds heißt die Bedrohung - ein global operierender Industriezweig staatseigener Fonds, beinahe doppelt so groß wie die Hedge-Fonds-Branche, undurchsichtig für die Außenwelt. Mit diesen milliardenschweren Fonds, heißt es, kaufen die Regierungen Chinas, Russlands und des Nahen Ostens Unternehmen in Europa und den USA auf und übernehmen so nicht nur die produktive Basis, sondern auch die politische Macht der etablierten Industrienationen.
Das Buch untersucht die Welt der Staatsfonds und ihre Stellung innerhalb der globalen Finanzmärkte. Wie mächtig sind diese "Sovereign Wealth Funds" wirklich, woher kommen sie, wie funktionieren sie, und was sind - vermutlich - ihre Ziele? Worin besteht die Sorge hiesiger Politiker, und wie wollen sie Deutschland schützen? Im Fokus stehen hier die Rohstoff exportierenden Staaten des Nahen Ostens sowie die sogenannte BRIC-Gruppe: Brasilien, Russland, Indien, China. Das Buch beschreibt, welchen Stellenwert diese Staatengruppen inzwischen eingenommen haben und welche Konflikte diese neue globale Machtgeographie mit sich bringt, von denen die Staatsfonds-Debatte ein Teil ist. (Klappentext)
Globalisierung : Legende und Wahrheit
Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme
Von Joachim Jahnke
Shaker Media, Aachen - 2008
Joachim Jahnke war lange Jahre Vizepräsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in der Londoner City, dem finanziellen Zentrum der neoliberalen Globalisierung. Nach "Deutschland global?" (2005) und "Falsch globalisiert" (2006) beendet er mit diesem Buch seine Triologie über die neoliberale Form der Globalisierung. "Globalisierung: Legende und Wahrheit - Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme" widersetzt sich den täglichen Verdummungsstrategien von denen, die damit nur ihren eigenen Vorteil sichern wollen. Es wendet sich gegen die falschen Versprechen der Globalisierer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Die kündigen immer nur positive Ergebnisse ihres Tuns an, teilen aber die Welt immer mehr in Arm und Reich oder in Gewinner und Verlierer der Globalisierung auf, und zwar zwischen Ländern und genauso innerhalb. Sie verhindern mit der Ablehnung eines vernünftigen Managements der Globalisierung eigentlich notwendige Anpassungsprozesse und zerstören zugleich immer mehr die natürlichen Lebensbedingungen der Menschheit. Globalisierung fällt nicht vom Himmel. Wenn die Menschen verstehen, wie sie gemacht wird, können sie anfangen, ihre Auswüchse wirkungsvoll einzudämmen. (Quelle: Verlag)
Kleines Afrika-Lexikon
Politik – Wirtschaft – Kultur
Von Rolf Hofmeier und Andreas Mehler (Hrsg.)
Beck, München - 2004
Auf der Grundlage langjähriger wissenschaftlicher und praktischer Erfahrungen entwerfen die Autoren ein breites Panorama der verschiedenen Länder und Regionen Afrikas. Sie bieten in kompakter Form einen Überblick über die aktuelle Situation in allen Staaten, Territorien und Regionalorganisationen. Die Erläuterung zentraler Begriffe und Themen der Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Entwicklungshilfe, aber auch der internationalen Beziehungen und Kultur vermitteln ein umfassendes Bild von Vergangenheit und Gegenwart des heutigen Afrika.
Ein ausführliches Stichwortregister sowie Kurzbiographien der wichtigsten Persönlichkeiten Afrikas runden den Band ab... (Quelle: Verlag)
Nord-Süd-Beziehungen
Kolonialismen und Ansätze zu ihrer Überwindung
Von Birgit Englert, Ingeborg Grau und Andrea Komlosy (Hg.)
Mandelbaum, Wien - 2006
"Nord-Süd-Beziehungen" sind eine ebenso gängige wie irreführende Bezeichnung für die ungleiche internationale Arbeitsteilung. Durch den scheinbar neutralen Begriff werden die herrschenden Machtverhältnisse tatsächlich verschleiert.
Im Ansprechen und Aufdecken verborgener Machtbeziehungen löst sich Nord-Süd aus seiner geographischen Verortung und wird zum Inbegriff eines auf Ungleichheit hervorbringenden Dominanz- und Abhängigkeitsverhältnisses. Ein solches findet sich in der Geschichte nicht nur zwischen den europäischen Kolonialmächten und dem Süden, sondern auch im Verhältnis der europäischen Großmächte zu den inneren Kolonien in Ost- und Südosteuropa. "Nord-Süd-Beziehungen" existieren so gesehen weltweit und auf jeder räumlichen Ebene, von der lokalen bis zur globalen. (Quelle: Verlag)
China in der Modernisierungsfalle
Von Qinglian He
aus dem Chinesischen von Christine Reisner
Hamburger Edition, Hamburg - 2006
China wird heute von einem Bündnis aus mächtigen politischen und wirtschaftlichen Interessengruppen dominiert, die über hervorragende Verbindungen zum ausländischen Kapital verfügen. Diese herrschende Schicht ist der große Gewinner der Wirtschaftsreformen und bestimmt die Politik des Landes. Während die kleine Mittelschicht bescheidenen Anteil am Wohlstand hat, um den Preis der ökonomischen und politischen Abhängigkeit von diesen Interessengruppen, sind die Arbeiter und Bauern die Verlierer. Chinas ökonomische Wandlung hat zu einer wachsenden Schwäche der Regierung, zu systemischer Korruption, einer sich zuspitzenden Krise der Landwirtschaft, zu um sich greifender Untergrundwirtschaft sowie zu wachsenden unterschieden zwischen Arm und Reich geführt. China gilt heute als eines der Länder mit der größten wirtschaftlichen Ungleichheit. Wohl die verheerendste Auswirkung dieser Entwicklung ist der fast völlige Zusammenbruch gesellschaftlicher Moral. Da weder moralisch-ethische noch gesetzliche Restriktionen beachtet werden, findet eine zunehmende Verwahrlosung lokaler politischer Macht statt. Auf dem Land, wo noch immer die Mehrheit der Bevölkerung lebt, breiten sich wieder alte hierarchische Klan-Strukturen aus. Gleichzeitig ist die Kriminalität – von Korruption bis Menschenhandel – erschreckend angestiegen, bedingt auch durch die hohe Arbeitslosigkeit und die prekäre Lage des großen Heeres der Wanderarbeiter.
China treibt auf eine tiefe soziale Krise zu.
Qinglian He räumt grundlegend mit dem Mythos "vom Wandel durch Handel" auf. Anders als viele professionelle China-Beobachter, die, fixiert auf die hohen Wachstumsraten, nur den ermeintlich unaufhaltsamen Aufstieg Chinas zur roßmacht sehen, beschreibt sie das heutige China als ein Land, das gesellschaftlich "auf einem Vulkan" sitzt, der jederzeit ausbrechen kann. (Quelle: Verlag)






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