ARTE Reportage
Das internationale Nachrichtenmagazin. Jeden Samstag um 18.20 Uhr. Im Wechsel moderiert von Andrea Fies und William Irigoyen.
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Freitag, 29 März 2002, 20.15 Uhr
Wut im Bauch
Von Wiltrud Kremer
ARTE GEIE / SWR-ARD
Deutschland 2002

Die Israelin Amira Hass lebt seit neun Jahren mitten unter den Feinden Israels: eine israelische Journalistin in Ramallah bei den Palästinensern. Sie ist die einzige Journalistin weltweit und in Israel, die den Alltag der Palästienser teilt, über den sie in der linksliberalen Tageszeitung Ha'aretz schreibt.
Ihre Analyse der politischen Katastrophe im Nahen Osten : Die israelische Politik sei kolonialistisch, rassistisch, fördere die Apartheid und führe beide Völker ins Desaster, zuerst die Palästinenser und irgendwann auch die Israelis.
Genauso unerbittlich prangert sie die Korruption in der palästinensischen Autonomiebehörde unter Arafat an, die Folter in den Gefängnissen dort, die Schnellgerichte und die Todstrafe. Die Wut treibe sie an, sagt sie : "Die Wut
über das, was ich alltäglich erlebe und sehe."
Diese Wut wurzelt in den Erlebnissen ihrer Eltern, beide Opfer des Holocaust.
Ihre Mutter erzählte ihr, wie sie von Jugoslawien nach Bergen-Belsen deportiert wurden, zehn Tage lang, in einem Viehwagen der Reichsbahn.
An der Rampe dann die Selektion - deutsche Frauen schauten teilnahmslos zu. "Dieser teilnahmslose zuschauende Blick hat sich mir eingebrannt und mir war klar, dass ich nie nur Zuschauer sein wollte", sagt Amira Hass.
Wiltrud Kremer hat Amira Hass einige Tage lang in ihrem Alltag begleitet.
Erstellt: 23-04-04
Letzte Änderung: 29-03-02