Yarn Bombing – das klingt gefährlich, ist aber nichts anderes als gestricktes oder gehäkeltes Graffiti aus Wolle, Garn und Faden.
Die Reportage sehen Ein Panzer wird zum Kuscheltier, ein Laternenmast zur Ringelsocke oder eine Parkbank nicht nur gemütlich sondern nebenbei ein Kunstobjekt. Yarn Bombing oder Knit Graffiti nennt sich dieser Street Art-Ableger. Erfunden hat das gestrickte Parallel-Universum Magda Sayeg aus Austin, Texas. Ihr Revier markiert sie mit gestrickten Tags. Egal, ob im Stadtzentrum oder im texanischen Vorort: Je hässlicher und lebloser die Umgebung, desto besser. 2005 gründete Magda die Strick-Guerilla-Gruppe „KnittaPlease“. Die Mitglieder, darunter auch Magdas Bruder, sind weltweit aktiv.
So ist die Yarn Bombing-Welle auch in München angekommen. Die österreichische Strick-Künstlerin
Christine Pavlic hinterlässt auf Parkbänken mit Bohrer, Garn und Nadel gestickte Botschaften.
Doch so harmlos diese Installationen auch wirken, Knit Graffiti ist illegal. Das Münchner Strick-Guerilla-Kollektiv um Klaus Dietl wurde schon mehrmals von der Staatsmacht beim Bomben erwischt. Deswegen ziehen sie – wie echte Sprayer – vor allem nachts durch die Straßen, dann leuchten die Farben des Garns besonders schön und die Welt ist am nächsten Morgen ein wenig kuscheliger geworden.
BUCH"Yarn Bombing - The Art of Crochet and Knit Graffiti"
von Mandy Moore et Leanne Prain erschienen bei Arsenal Pulp Press
LINKSOffizielle Yarn Bombing Website Website von Magda Sayeg Klaus Dietl bei Myspace Website der Münchner Yarn BomberReportage über Knit Graffiti bei Tracks