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Kino auf ARTE - 10/06/10

Yeelen - Das Licht

Ein Film von Souleymane Cissé


Eine mythische Geschichte aus Westafrika. Der junge Protagonist möchte zu der Schicht der Komo, der Weisen Männer, aufsteigen und begibt sich auf eine Initiationsreise durch Mali, verfolgt von seinem hasserfüllten Vater. Parabel auf die Spannung zwischen Tradition und Erneuerung in schönen archaischen Bildern.


Schrille Schreie in der Dämmerung: Ein Huhn wird an einem Holzstab geopfert. Der Heiler Soma ruft auf diese Weise den Komo, das göttliche Wissen, an. Sein Sohn möchte ebenfalls Heiler werden. Doch sein Vater hasst ihn aus tiefstem Herzen, weil er diesen Status für sich behalten möchte. Gemeinsam mit der Mutter beschließt der junge Nyanankoro, die Reise zu seinem Onkel anzutreten, um dem Vater aus dem Weg zu gehen und vom Onkel das Nötige zu lernen. Doch sein Vater verfolgt ihn mit Hilfe des Kolonnkalani, eines magischen Holzpfahls, der die Richtung weist.
Auf dieser Reise quer durch die verschiedenen Stammeszonen wohnt Nyanankoro Kampfritualen bei, kehrt bei fremden Stämmen ein und übernimmt die Verantwortung für eine Frau, die vom Stammeskönig verstoßen wird. Nach langen Märschen durch Savanne, Flüsse, Täler und über Hügel erreichen die beiden endlich den Onkel und Initiator. Hier kann Nyanankoro sich für das unvermeidliche Zusammentreffen mit dem Vater bereitmachen, der ihn töten will.

Mali ist im Norden von der Wüste und in der Südhälfte von Savanne geprägt. Diese magisch anmutenden Landschaften durchquert der junge Nyanankoro auf der Suche nach seinem Onkel. Er selbst gehört zu dem Stamm der Bambaras. Stammeszugehörigkeit ist in Mali sehr wichtig, ebenso wie die Schicht. Zur Schicht der Weisen Männer, die sich Komo nennen, haben nur Ausgewählte Zugang. Nyanankoro möchte, wie sein Vater, Teil von ihr sein. Der Film erzählt von diesem Begehren des Sohnes und der Verweigerung des Vaters in visuell beeindruckenden Bildern von Standeskämpfen, Opfern und Fetischzauber.
Souleymane Cissé besuchte in den 60ern die Filmhochschule in Moskau und kehrte dann nach Mali zurück, um Filme zu machen. Er sucht seine Schauspieler, die oft Laien sind, selbst in den Dörfern Malis. Da sie häufig Analphabeten sind, lernen sie ihren Text direkt beim Dreh.
"Yeelen - Das Licht" ist Cissés vierter Spielfilm, der in Cannes 1987 im Offiziellen Wettbewerb (Sélection Officielle) lief. Weitere Filme von ihm sind "Finye" (1982), "Den Muso" ("La fille", 1975) sowie "Baara" (1978).

Yeelen - Das Licht
Mittwoch 7. Juli 2010 um 03.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Mali, Burkina Faso, Frankreich, 1984, 100mn)
ARTE F

Erstellt: 10-06-10
Letzte Änderung: 10-06-10