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18/05/04

Z-Channel

USA 2004, 120 Min.
Regie : Xan Cassavetes
Mit  Robert Altman, Vera Anderson, Charles Lynn Batten, Jacqueline Bisset, Jim Jarmush, Quentin Tarantino u.v.a.
 
Offizieller Wettbewerbsbeitrag, Außer Konkurrenz
 
Synopsis: Jerry Harvey war ein vom Kino besessener Mensch. Er liebte Arthousefilme, aber auch gute Hollywoodproduktionen. Jahrelang war er Programmdirektor des amerikanischen Pay Tv-Senders Z Channel, der sich längst vergessener cineastischer Perlen annahm. Bis er am 9. April 1988 erst seine Frau und dann sich selbst erschoss.
 
Kritik: Xan Cassavetes, die Tochter des legendären John Cassavetes ist ebenfalls eine Cineastin. Sie wuchs in den 80ern mit dem Programm des Z Channels auf, das sie jahrelang verschlungen hat, und das ihre Sozialisation maßgeblich prägte. Jeanne Moreau, Isabelle Adjani und Romy Schneider dienten der Heranwachsenden als Vorbild weiblichen Verhaltens. Sie lernte viel von ihren europäischen Idolen. So versteht sich, dass ihre Dokumentation auch eine Hommage an das europäische und das amerikanische Independentkino ist. Diese Obsession teilte sie mit Jerry Harvey. Unter anderem sind Ausschnitte aus 8 ½ (Federico Fellini), 1900 (Bernardo Bertolucci), DAS BOOT (Wolfgang Petersen), FITZCARRALDO (Werner Herzog), LA NOTTE (Michelangelo Antonioni) und vielen anderen Filmen zu sehen – Werke ihres Vater sind leider nicht dabei.
 
In vielen thematisch geschnittenen Interviewpassagen, die sich mit Filmausschnitten abwechseln, versucht Xan Cassavetes die Lebensgeschichte von Jerry Harvey zu rekonstruieren. Dabei legt sie besonderen Wert auf die Zeit von 1980 – als er Programmdirektor des Z Channels wurde - bis 1988, als er den tragischen Mord und Selbstmord begangen hat. In Gesprächen mit Doreen Ringer Ross, einer langjährigen Ex-Freundin Harveys und Vera Anderson, seiner ersten Ehefrau wird deutlich, dass Jerry Harvey im täglichen Umgang ein höchst komplizierter Charakter war. Eigentlich lebte er ausschließlich für seine Obsession, das Kino.
 
Leider beschränkt sich die Anwesenheit Jerry Harveys auf Tonmaterial aus Interviews, er selbst ist nur auf Fotos präsent. Xan Cassavetes hat ihre Fragen streng an ihr Konzept angepasst, was es ihr ermöglicht, die Antworten der Interviewten nach Themenblöcken zu ordnen, und jeweils kurze Antwortpassagen hintereinander zuschneiden. Das ändert leider dennoch nichts daran, dass Z CHANNEL – A MAGNIFICENT OBSESSION ein sehr wortlastiger Film geworden ist, auch wenn die vielen Filmausschnitte davon ein wenig ablenken.
 
Die letzten Minuten hat die Regisseurin ganz der gemeinsamen Leidenschaft mit Jerry Harvey gewidmet: Sie zeigt ihre Lieblingsszenen aus diversen Filmen, und entführt den Zuschauer in die Welt ihrer Obsession.
 
Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 16-05-04
Letzte Änderung: 18-05-04