USA kritisieren Europas Türkei-Politik
Das Zerwürfnis zwischen Israel und der Türkei beschäftigt selbst die USA. Außenminister Robert Gates warf der Europäischen Union vor, sie habe die Türkei nicht eng genug an Europa gebunden. Damit bezog er sich auf die Verhandlungen für einen türkischen EU-Beitritt, die seit 2005 ergebnisoffen laufen. So sei der außenpolitische Kurswechsel der Türkei, die einst ein enger Verbündeter Israels war, erleichtert worden. Die EU müsse die Türkei wieder enger an sich binden.Erdogan: Hamas "keine Terroristen"
Zuvor hatte der trürkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, die in Gaza regierende Hamas sei keine terroristische Gruppe. Damit war das Verhältnis Israels zu seinem einzigen muslimischen Verbündeten auf dem Tiefpunkt angekommen. Die Außenminister der arabischen Liga beraten bei ihrem Treffen mit der Türkei über die Folgen des Angriffs.Israel favorisiert interne Aufklärung
In Jerusalem berät das israelische Parlament weiter darüber, ob in der Kommission zur Untersuchung des blutigen Angriffs auch internationale Experten vertreten sein sollen. Ein Vorschlag lautet: Die Erleichterung der Land- und Seeblockade des Gaza-Streifens gegen eine interne Lösung, also eine nur mit Israelis besetzte Kommission.Entrüstung ebbt nicht ab
Am vergangenen Freitag hatten wieder tausende Menschen gegen Israel protestiert, vor allem in Istanbul. Der Sturm der Entrüstung ebbt nicht ab, auch nachdem die israelische Regierung alle Aktivisten freigelassen hat, die sich an Bord der Hilfsflotte für den Gazastreifen befanden. Die Rückkehrer erheben zum Teil schwere Vorwürfe gegen Israel - und viele sind entschlossen, die Seeblockade wieder zu brechen.In der Nacht zum 1. Juni hatten israelische Soldaten in internationalen Gewässern sechs Schiffe attackiert, die mit Hilfsgütern in den blockierten Gazastreifen unterwegs waren. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte daraufhin Israels Vorgehen, er forderte eine "unparteiische und transparente" Untersuchung. Auch die EU und die USA setzen sich für eine lückenlose Aufklärung ein. Russlands Präsident Putin verlangte eine "besondere Untersuchung". Der tragische Angriff sei so neuartig, dass darauf eine besondere Antwort nötig sei, um Wiedeholungen zu vermeiden.
ARTE Journal / AFP /dpa







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