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Strahlen oder Die Wissenschaft vom Risiko

Mit der rasanten Zunahme an Mobiltelefonen wächst in der Bevölkerung die Sorge über ein Anwachsen der Strahlenbelastung.

Strahlen oder Die Wissenschaft vom Risiko

Strahlen oder Die Wissenschaft vom Risiko - 21/07/09

Zielsetzung des Films

Die Autoren des Dokumentarfilms, Véronique Gaboriau, Maxence Layet und Jean-Christophe Ribot, gehen auf die Zielsetzung ihres Projekts und auf die Schwierigkeiten, auf welche sie gestoßen sind, zurück.

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Die wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der elektromagnetischen Strahlung und deren Auswirkungen auf alles Lebendige: Ein spannendes Thema, bei dem es nicht nur darum geht, wie heute wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden, sondern auch darum, wie diese an die Gesellschaft weitergegeben werden. Es ist ein überaus heikles wissenschaftliches Thema, bei dem wichtige wirtschaftliche und gesundheitliche Interessen aufeinandertreffen und das aufgrund der noch sehr kontroversen Ergebnisse eine echte wissenschaftliche Herausforderung darstellt. „Strahlen oder Die Wissenschaft vom Risiko“ zeigt, warum es so schwierig ist, endgültige Antworten zu geben. Der Film nimmt eine Bestandaufnahme der wissenschaftlichen Erkenntnisse vor und hinterfragt die Vorgehensweise jeder Forschungsarbeit, ihre ursprüngliche Intention, ihre Grenzen und die möglichen Schlussfolgerungen für die Beurteilung der gesundheitlichen Konsequenzen.

 

Die interviewten Wissenschaftler wurden nach zwei Kriterien ausgewählt: Einerseits sollten ihre Experimente eine wichtige Rolle für den Fortschritt der Wissenschaft oder für die Mediatisierung der Problematik der elektromagnetischen Strahlung spielen. Andererseits sollte die enorme Vielfalt der Forschungsgebiete und -methoden aufgezeigt werden, damit klar wird, warum es so schwierig ist, eine Synthese der Arbeiten und endgültige Ergebnisse zu erlangen. Wir haben uns deshalb für eine breit gefächerte wissenschaftliche Erfahrung entschieden, die uns für die Vielfalt der Forschung und die Schwierigkeiten, mit denen sie sich auseinandersetzen muss, repräsentativ erschien. Zudem war es wichtig, die unterschiedlichen Zielsetzungen der Wissenschaftler hervorzuheben. Manche arbeiten direkt für die Mobilfunkindustrie und möchten Richtwerte für die Messung der von Mobiltelefonen ausgehenden Strahlung erarbeiten, andere haben vor, einen Gesundheitsskandal aufzudecken und schrecken nicht davor zurück, in direkten Konflikt mit der Industrie zu treten. Wiederum andere sind besorgt um die Gesundheit ihrer Patienten oder suchen fern von der Polemik nach wissenschaftlichen Erkenntnissen.

 

Eine Herausforderung des Films bestand darin, ein Gleichgewicht zu finden zwischen den Erklärungen der Wissenschaftler und den Interessen, die auf die Forschung Einfluss nehmen: der Einfluss der Industrielobbys, die Berichterstattung der Medien zum Gesundheitsskandal, die politische Debatte um das Vorsorgeprinzip, u.a. All diese Probleme zeigen, dass die Forschung nicht unter Ausschluss der Gesellschaft betrieben wird. Aus diesem Grund ist die Rolle des Schiedsrichters, die der Forschung in der Diskussion zum Gesundheitsskandal zugedacht wird, problematisch. Dies legt nämlich nahe, dass die Forschung objektiv ist, obwohl sie natürlich von Wissenschaftlern betrieben wird, die verschiedene Interessen vertreten, ganz zu schweigen davon, dass Industrielobbys, die Medien und militante Vereine oft zusätzliche Schlüsse aus den Ergebnissen der Wissenschaft ziehen. Auf ein Verdikt der Forschung zu warten verleitet dazu, von den grundlegenden Fragen abzulenken. Als ob das exakte Wissen um die Auswirkungen der elektromagnetischen Strahlung uns schon an sich die zu ergreifenden Maßnahmen aufzeigen würde. Es ist zwar ein wichtiger Parameter, doch die Diskussionen über die Finanzierung der Forschung und das Verhältnis zwischen Vorsorgeprinzip und technologischem Fortschritt darf darüber nicht in Vergessenheit geraten, ebenso wenig wie die Diskussion über das Gleichgewicht zwischen der individuellen Freiheit und der Vermeidung jeglichen Risikos.


Autoren: Véronique Gaboriau, Maxence Layet und Jean-Christophe Ribot

Erstellt: 01-07-09
Letzte Änderung: 21-07-09