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18.04.2008 - 22.40 / 19.04.08 - 03.00 : Tracks - 02/09/08

Zombie Manga

Mangas, zu deutsch etwa “zwanglose Bilder“, entstanden im 18. Jahrhundert als groteske Karikatur und entwickelten sich dann zu einer eigenen Kultur. Im Westen zunächst als Inbegriff von Unschuld und Verniedlichung bekannt geworden, zeigt das moderne Manga jetzt auch seine dunkle Seite.

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Mit diesem Widerspruch spielt auch Chiho Aoshima, neuer Shootingstar der japanischen Kunstszene und Protegée des großen Takashi Murakami. Wie eine Art Alice im Pornoland manipuliert sie die bunte Manga-Bilderwelt, um ihre morbiden sexuellen Fantasien umzusetzen, wie ihre Ausstellung in der Galerie Perrotin in Paris zeigt. Chiho Aoshimas künstlerisches Universum ist vom traditionellen japanischen Geisterfilm geprägt. Im sogenannten “Kaidan eiga“ wimmelt es von unheimlichen Gespenstern, von verlorenen Seelen auf der Suche nach Erlösung.

“Menschen, die von der Darstellung des Todes besessen sind, sammeln Live-Videos von Morden, gruselige Unfallfotos, und Bilder von Leichen aus dem Internet… So was will ich gar nicht sehen. Das finde ich abstoßend! Wenn ich meine Unterwelt darstelle, dann ganz ohne realistische oder schockierende Elemente. Es sind ruhige, heitere Welten, in denen selbst der Schmerz kein Leid zu verursachen scheint.“ (Chiho Aoshimas)

In der Galerie Taché-Lévy in Brüssel wird eine andere Vertreterin des Grusel-Mangas erstmals auf Europa losgelassen. Akino Kondoh, 28, hat eine Stellvertreterin von sich geschaffen. Eiko, die typisch japanische Schülerin mit Uniform und dem obligatorischen Pagenkopf. In Akinos Filmen und Fresken bewegt sich das Mädchen durch seine idyllisch wirkende Welt im Spannungsfeld zwischen Kindheit und sexuellem Erwachen. Ob Tokio, Shanghai, oder New York, Akino Kondohs Werke hängen auf der ganzen Welt. Mit 19 fing sie als Mangazeichnerin an, bevor sie sich ihr ganz eigenes künstlerisches Universum schuf, das übrigens oft mit dem von David Lynch verglichen wird.

Daisuke Ichiba gilt als Meister der schockierenden, erotisch-grotesken Bilder, die in Japan Ero Guro genannt werden. Er ist der geborene Provokateur. Die Buchhandlung und Galerie "Le Monte en L’Air" hat sich auf Subkultur spezialisiert und stellt Ichibas Werke, eine wilde Mischung aus Erotik und Verstümmelung, dieses Frühjahr in Paris aus. Manchmal fotografiert Daisuke Ichiba seine Freundinnen und verwendet ihre Posen als Vorlage für seine Zeichnungen. Aber auch Skandalmeldungen aus den Medien liefern ihm Material für seine blutrünstigen Mord- und Suizid-Visionen.

>> Aktuell: Ausstellung von Daisuke Ichiba und fünf japanische Künstler in der Galerie "Monte en L'Air". Herbst 2008.


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Links
>> Offizielle Website von Chiho Aoshima
>> Chiho Aoshima in "Gloucester Road"
>> Chiho Aoshima in der Galerie Perrotin
>> Akino Kondoh in der Galerie Taché-Levy
>> Website von Daisuke Ichiba


Bücher



Eiko, von Akino Kondoh
Bei Lézard Noir



Mang'arte
Das monatliche Online-Magazin auf arte.tv für das "andere" Manga.
>> Zur Website von Mang'arte

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TRACKS
Freitag, den 18. April 2008 um 22.40 Uhr
Wiederholung am 19. April 2008 um 03.00 Uhr
Redaktion: Program33
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Erstellt: 17-04-08
Letzte Änderung: 02-09-08


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