16/03/10
Zu Tisch in Ägypten
Der Nil umspielt majestätisch die kleinen grünen Inseln, die typisch für das Bild des Flusses in Oberägypten sind. Er ist die Lebensader des ganzen Landes. Muhammad Hashim lebt auf der Insel Gabr als Bauer und Fischer, wie die meisten hier. Er jagt mit seinem Neffen nach Nilbarschen, einem begehrten Speisefisch, den seine Mutter zu Hause nach einer ganz besonderen Art zubereitet.
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Ganz in der Nähe der Touristenstadt Luxor liegt die kleine Insel Gabr. Wie eine grüne Oase leuchtet sie mitten im Nil. Das Eiland wird rein landwirtschaftlich genutzt. Alles was Ägypten an Obst und Feldfrüchten zu bieten hat, wächst hier. Bananenplantagen und Zuckerrohrhaine bestimmen das Landschaftsbild.
Auf Gabr gibt es weder Straßen noch Autos, und die Einwohnerzahl beläuft sich nur auf etwa 500 Menschen. Sie alle stammen von einem Mann ab: Gabr Younis, der die Insel 1895 gekauft hat. Er war mit 14 Frauen verheiratet und hatte 40 Kinder – die bis heute untereinander heiraten.
Muhammad Hashim und seine Familie stammen auch von Gabr Younis ab. Wie die meisten Inselbewohner arbeitet Muhammad als Bauer. In seiner Freizeit spielt er Fußball und geht Fischen. Am liebsten Nil-Barsch, denn der ist ein begehrter Speisefisch. Sein Fleisch ist weiß, fest und kräftig im Geschmack.
Muhammads Mutter Naima kümmert sich um das Vieh. Traditionsgemäß ist sie auch für das Essen zuständig. Sie kocht und backt gemeinsam mit ihrer Tochter Iman und ihrer Schwiegertochter, die wie sie Naima heißt. Meist nutzen sie dazu den verlässlichen Lehmofen draußen auf dem Hof, gleich neben dem Vieh.
Die Frauen bereiten einfache Gerichte zu wie Krumb, die mit Reis, pürierten Tomaten und frischem Koriander gefüllten Kohlröllchen. Aber auch Nilbarsch oder gefüllte Tauben, die in Ägypten eine ganz besondere Delikatesse sind, stehen auf ihrem Speiseplan.
Jeden Freitag besuchen Muhammad Hashim und die anderen Männer die kleine Inselmoschee. Danach treffen sie sich zum großen Inselpalaver, einer Gemeindeversammlung, bei der es meist um wichtige Belange geht. Zum Beispiel um ein Verkehrsproblem: Die 100 Kinder der Insel müssen jeden Morgen mit Ruderbooten den Nil überqueren, um zur Schule zu kommen. Das ist gefährlich, denn die Kleineren können noch nicht schwimmen. Daher sind sich die Männer einig geworden, dass Gabr eine eigene Schule braucht.
Der Nil prägt das Leben auf der Insel. Er ist Herausforderung und Lebensquell zugleich.
Erstellt: 05-02-09
Letzte Änderung: 16-03-10