Finden Sie, dass sich die Jungendlichen verändert haben? Inwiefern?
Ja, sie haben sich verändert. Sie integrieren sich nur schwer, weil man es ihnen vorher zu leicht macht. Früher fing man mit 14 an zu arbeiten, heute zwischen 16 und 20 Jahren.
Sind die jungen Menschen, die mit Ihnen arbeiten, motiviert?
Manche sind motiviert, aber nicht alle.
Was haben die Bewerber für eine Ausbildung?
Sie müssen eine abgeschlossene Ausbildung als Koch oder Hotelfachfrau, -mann haben.
Denken Sie, dass Schule fit für den Beruf macht?
Auf keinen Fall.
Was könnte oder sollte man ändern? Genügen Praktika? Geben diese ein unverzerrtes Bild des Berufslebens?
Die Praktika, die gemacht werden, sind ungenügend. Sie spiegeln auf keinen Fall das wahre Berufsleben wider, ebenso wenig tut das die Schule.
Was müsste man zusätzlich unterrichten, um sie gut vorzubereiten?
Es ist einfach zu theoretisch, für manche Schüler müsste es weniger Schule, dafür mehr Praxis geben.
Wenn man die heutige Zeit mit der vergleicht, in der Sie angefangen haben, finden Sie, dass die Jungendlichen reif genug sind?
Was fehlt, ist die Motivation. Eltern müssten ihren Kindern klar machen, dass man gerne arbeiten sollte.
Welche Fragen stellen die Bewerber?
Die Fragen, die sie am häufigsten stellen, sind: Wann ist Ruhetag? Wie oft hat man frei? Wann und wie oft sind Pausen? Wie viele Wochen Ferien? Wie viel verdient man?
Sie vergessen aber das Wichtigste: Erst muss man arbeiten, um all das zu bekommen. Früher war man stolz einen Beruf zu haben, heute schämt man sich dafür!
Identifizieren sich die Jugendlichen mit ihrem Beruf? Wie lange bleiben sie in der Regel?
Nur zu selten identifizieren sie sich mit ihrem Beruf. Ob sie lange bleiben oder nicht, kommt auf die Motivation und die Stimmung an, die im Betrieb herrscht, eine Regel gibt es da nicht.
Wenn Ihre Kinder von der Schule sprechen, Ihnen ihre Schulbücher zeigen, was denken Sie? Ist es leichter oder schwerer? Welche unterrichteten Fächer nützen Ihrer Meinung nach einem Jugendlichen, der in Ihrer Firma arbeitet wirklich?
Die Bücher und der Unterricht sind ungefähr gleich geblieben, aber die Lernmethoden sind anders. Es ist einfacher geworden.
Wichtig sind die Fächer Französisch und Mathe. Den Rest muss man einfach nach und nach lernen.
Wer sollte einen jungen Menschen auf das Berufsleben vorbereiten, die Schule oder die Gesellschaft?
Die Eltern müssen die Kinder aufs Berufsleben vorbereiten und sie motivieren, nicht die Schule.
Lea Mischler (4ième 3, La Providence in Vendenheim) interviewte ihren Vater.






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