Zille versteht seine Fotos, entstanden mit der gerade erfundenen Handkamera, als festgehaltene Erinnerungen - nicht als Kunst. Unterwegs in den Straßen und Außenbezirken Berlins zeigt er das Elend, aber auch die Überlebensstrategien: den Stolz, den Witz, das Selbstbewusstsein seiner proletarischen Figuren. 1908 erscheint sein erstes Buch: „Kinder der Straße“, Zille wird berühmt, die Kommerzialisierung setzt ein: Zillebälle, Zillekneipen, Zilles Berliner Milljöh sind erfolgreich, aber auch bald Klischée. 1924 wurde Zille, auf Betreiben von Max Liebermann, in die Akademie der Künste aufgenommen. Nach seinen Vorbildern befragt, nannte er Hogath. Er hätte auch Daumier oder Doré nennen können, aber den unnachahmlichen Berliner Strich hatte nur er allein.
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