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25.05.2006 - 23.45 : tracks - 31/10/08

Vision - Drug movies

Seit den Anfängen des Kinos gibt es immer wieder Regisseure, die vom Thema Drogen einfach nicht die Finger lassen können. Drug-Movies provozieren: Oft am Rande der Legalität und des Erträglichen gehen sie dem Zuschauer direkt unter die Haut. Trotz seltener Ausnahmen wie „Trainspotting“ oder „Fear and Loathing in Las Vegas“, fristen die Drug Movies ihr Dasein im Underground. Der Journalist und Buchautor Jack Stevenson hat den Gebrauch vom Thema Drogen im Kino in seinem Buch „Addicted“ analysiert.

Weitere Artikel zum Thema

Jack Stevenson: "Im Kino ergeben sich viele neue Möglichkeiten, wenn Drogen im Drehbuch auftauchen. Auch heute ist das Thema noch nicht abgedroschen. Drogen sind immer eine gute Zutat für die Dramaturgie eines Filmes."

Cinemadope Format
Die 30er und 40er Jahre sind die Blütezeit der Anti-Drogen Filme. Zu den Bekanntesten zählt wohl „Reefer Madness“, zu Deutsch „Kifferwahn“, dessen Kultstatus ihn Ende der 90er Jahre noch einmal auf die Bühnen Broadways katapultierte. Während der Sixties, sind Drogen Teil der Anti-Kultur. 1967 liefert B-Movie-Guru, Roger Corman, mit „The Trip“, den allerersten psychedellic-Streifen. In den Hauptrollen: Denis Hopper, Jack Nicholson und Peter Fonda - zwei Jahre vor „Easy Rider“. Lichtspiele und visuelle Effekte sollen dem Zuschauer die Wirkung der Drogen vor Augen führen. Ein Streifen im Cinemadope Format.

Schlechter Trip in den 70er
Die 70er Jahre sind, im Kino wie im wahren Leben, für die Junkies ein eher schlechter Trip. Die Trilogie „Flesh“, „Trash“ und „Heat“ von Paul Morissey zeichnet ein dermaßen realistisches Porträt vom trostlosen Leben der Fixer im New Yorker East Village, dass viele es für eine Dokumentar-Reihe halten. Seinen Erfolg verdankt der Film „Trash“ dem schauspielerischen Talent von Joe Dallessandro. Bevor Morrissey ihn für seinen Streifen entdeckt, war Joe in der New Yorker Stricher-Szene unterwegs gewesen.

Wendepunkt bei den Drug-Movies
1982 wird in dem Film „Liquid Sky“ eine Handvoll Punks von Außerirdischen gekidnappt und süchtig gemacht. Der Streifen markiert einen Wendepunkt bei den Drug-Movies: Von nun an sind die Drogen Synonym einer Kranken Gesellschaft. In „Requiem for a Dream“ von Darren Aronofsky, nach einem Roman von Hubert Selby Jr, geht es um die Sucht nach Spaß und Erfolg, die sich durch alle Schichten der amerikanischen Gesellschaft zieht. Auch Familienmütter bleiben darin vom Pillenwahn nicht verschont. Für den perfekten Bilderrausch greift der kanadische Regisseur Steve Sanguedolce bei seinem Film „Dead Time“ von 2005 zu noch radikaleren Methoden. Um die zerstörerischen Auswirkungen der Drogen visuell rüberzubringen, beschädigt er den Filmstreifen.

Ein Schuss Humor
Neu bei den Drug Movies: der Schuss Humor, wie bei „Cocaine Angel“ vom amerikanischen Regisseur Michael Tully, der 24 Stunden aus dem erbärmlichen Leben eines Junkies zeigt. Der Feldzug der Drug-Movies macht vor keinem Kino-Genre halt. Die Helden im Film des japanischen Regisseurs Kudo Kankuro sind zwei homosexuelle und drogensüchtige Samurai im 19ten Jahrhundert.
Kudo Kankuro: "In meinem Film kommt ein Großteil der Komik von den Drogen. Ich wollte auf Spezial Effekte weitestgehend verzichten. Das Element Droge hat die verrücktesten Sachen ermöglicht. Ein guter Trick um die Produktionskosten niedrig zu halten. Die Hauptfigur ist völlig high. Für die Szene, in der er glaubt, eine Militär-Parade zu sehen, brauchte ich keine echten Panzer zu zeigen, da es ein Vision ist."
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Bücher von de Jack Stevenson
Desperate Visions
John Waters und die Brüder Kuchar
Creation Cinema Collection #5

Addicted
The Films of John Waters and the Kuchar Brothers
Creation Cinema Collection #16

Fleshpot
Cinema's Sexual Myth Makers & Taboo Breakers
Critical Vision

Dogme Uncut
Lars von Trier, Thomas Vinterberg, and the Gang That Took on Hollywood
British Film Institute

Land of a thousand balconies
Critical Vision - London


Filmausschnitte
"Pusher 3" von Nicolas Winding Refn
"The mystery of leaping fish" J.Emerson & DW Griffith (1916)
"The Trip" von Roger Corman
"Narcotic" von Vival Sodar’t (1993)
"Refer Madness" von Louis J. Gasnier (1936)
"Trash" von Paul Morrissey
"Liquid Sky" von Slava Tsukerman
"Requiem for a dream" von D. Aronofsky
"Dead Time" von Steve Sanguedolce
"Cocaïne Angel" von Michael Tully
"Yaji & Kita : The Midnight Pilgrims" von Kudo Kankuro

Links
>> Jack Stevenson ou l'éventreur du bon cinéma - Jack Stevenson on Tour in Frankreich

>> "Pusher3" - Trailer
>> "Reefer Madness" - Der Musical
>> "The Trip" von Roger Corman
>> "Maniac" & "Narcotic" von Dwain Esper und Vival Sodar't
>> "Heat" von Paul Morrissey
>> "Requiem for a Dream" von D. Aronofsky
>> "Dead Time" von Steve Sanguedolce
>> "Cocaïne Angel" von Michael Tully
>> "Yaji & Kita : The Midnight Pilgrims" von Kudo Kankuro

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TRACKS
Donnerstag, den 25. Mai 2006 um 23.45 Uhr
Wiederholung am Dienstag, den 30.05 um 01.25 Uhr
Redaktion: Program33
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Erstellt: 24-05-06
Letzte Änderung: 31-10-08


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