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Samstag, 9. August 2008, um 21.00 Uhr - 04/08/08

Mission X: Stahlhart zum Atlantik

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Ein mehr als drei Millionen Kilometer langes Pipelinenetz überzieht inzwischen die Erde, um den wertvollen Rohstoff Öl, das "schwarze Gold", aus entlegenen und unwirtlichen Regionen dorthin zu transportieren, wo es verarbeitet wird. Der Idee der Ölpipeline lag ein Zwang zugrunde. Gehörten doch in den USA lange Zeit die Eisenbahnlinien, auf denen das Öl mittels spezieller Waggons transportiert wurde, einem einzigen Mann, John D. Rockefeller. Um sich von dessen Monopol unabhängig zu machen, erfand Byron Benson Ende des 19. Jahrhunderts die Pipeline und löste damit eine technische Revolution aus.

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© ZDF / Engstfeld Film
Im Frühsommer 1878 trifft sich eine handverlesene Gruppe heimlich im Haus des Ölproduzenten Byron Benson in Titusville, Pennsylvania. Die Männer suchen nach einem Weg, sich gegen ihren größten Feind, John D. Rockefeller, zu wehren. Seit Jahren kontrolliert dieser die Eisenbahngesellschaften, mit denen Benson und seine Mitverschwörer ihr Öl, das "schwarze Gold", zu den Raffinerien transportieren, die wiederum zum größten Teil auch Rockefeller gehören. Während dieser die Preise diktiert und ein Vermögen macht, verdienen alle anderen nur einen Bruchteil dessen. Es ist ein erbitterter Kampf um die Kontrolle des Erdöls oder, wie die Zeitungen schreiben, es herrscht "Ölkrieg".

© ZDF / Engstfeld Film
Alle politischen und gerichtlichen Schritte haben versagt. Nun stellt Benson einen verwegenen Plan vor, der ein technisches Erdbeben auslösen wird. Er will das Öl durch eine Metallröhre, eine Pipeline, direkt zu den wenigen noch unabhängigen Raffinerien am Atlantik transportieren. Das ist der Startschuss zu einem der größten Abenteuer des 19. Jahrhunderts. Die technischen Hürden des Projekts scheinen unlösbar. Und der Industriemogul John D. Rockefeller setzt alle Hebel in Bewegung, den Bau der Pipeline zu torpedieren. Es kommt zu einem Krieg, der in Gerichts- und Parlamentssälen, aber auch handgreiflich auf der Baustelle geführt wird.

© ZDF / Engstfeld Film
"Mission X: Stahlhart zum Atlantik" zeichnet das unerbittliche Duell anhand bisher unveröffentlichter Dokumente nach und erzählt ein Abenteuer, dessen Nachwirkungen bis heute zu spüren sind. Von den Eiswüsten Alaskas und Sibiriens bis zu den Einöden der arabischen Wüste, aus den Tiefen der Weltmeere bis auf die Höhen des Kaukasus überzieht heute ein über drei Millionen Kilometer langes Pipelinenetz die Erde. Und die globale Weltwirtschaft hängt am Tropf dieser Stahladern. Täglich werden weltweit 13 Milliarden Liter Öl verbraucht. Wer das Transportnetz kontrolliert, besitzt Macht, hält allein durch die Androhung der Drosselung von Durchflussmengen einen wichtigen Joker im weltweiten Machtpoker in der Hand.

Täglich wird dieses Netz ausgebaut. Die Dokumentation verfolgt die größten Pipelineprojekt in den Tiefen der Weltmeere und zu Lande, zeigt wie diese Megabauten auf Entwicklungen fußen, die bereits beim ersten Pipelinebau unter Byron Benson entwickelt wurden. In aufwendigen Großversuchen wird demonstriert, welche Sicherheitsrichtlinien Pipelines heute erfüllen müssen, kurz - der Zuschauer erhält völlig neue Einblicke in die Ölindustrie.


Wiederholung am 11.8.2008 um 1.55 Uhr
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Mission X
Stahlhart zum Atlantik
Dokumentationsreihe, Deutschland 2008, ZDF
Stereo, Erstausstrahlung, 16:9 / 52 Min.
Regie: Axel Engstfeld

Erstellt: 04-08-08
Letzte Änderung: 04-08-08