
In früheren Zeiten waren sie das Symbol heimlicher Liebe, in Belgien wurde daraus ein Liebestrank hergestellt, in England brachten sie Unheil. Dennoch verkörpern sie die Sittsamkeit. In Deutschland wie in Frankreich bezeugt man mit einem Veilchenbouquet seine Zuneigung. Diese Symbolik rührt her von seinen vegetalen Eigenschaften: haben sie einmal Wurzeln geschlagen, bekommt man sie kaum noch los aus dem Garten. Und nicht zuletzt ist ihr Parfum wie das so mancher Liebe: treu und diskret. Natürlich gehörten Veilchen auch zu den Blumen, die man bei all ihren tatsächlichen oder erträumten Tugenden essen kann und das lange bevor Kapuzinerkresse und Stiefmütterchen auf unseren Tellern in Mode kamen. Bereits seit dem 17. Jahrhundert werden Veilchen für die Patisserie kristallisiert. Und seit 5 Jahren interessiert sich erneut ein Küchenchef für ihre Blüten, aber auch für ihre Blätter, die extrem reich an Vitamin C sind. Veilchen haben schon immer verführt. Heinrich IV und Ludwig XIII. puderten sich mit Veilchen um die Körpergerüche zu vertreiben und ebenso parfümierten die Frauen im 18. Jahrhundert damit ihre Haare. Anschließend vergaßen die Parfümeure das Veilchen. Aber sein veraltetes Image verschwindet und es bekommt neues Leben: die raffiniertesten Parfumhäuser bieten wiederhochdosierten Veilchenduft an .Und auch in der Mode findet man wieder Veilchen satt. Es gibt 400 Arten von Veilchen. Die Viola wird für die Parfümerie destilliert. Jedes Jahr werden in der Gegend von Nizza über hunderttausend Tonnen von Blüten dafür verarbeitet.
Marianne Lessard
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