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Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 03. April 2008 - 02/04/08

Jodhaa Akbar

Ein Film von Ashutosh Gowariker


Opulentes Epos aus Indien

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Indien 2008, 213 Min.
Mit Hrithik Roshan, Ashwarya Rai Bachchan, Sonu Sood, Kulbhushan Kharbanda, Suhasini Mulay, Ila Arun

Synopsis: Nach dem Tod von Humayun, dem zweiten Kaiser des Mughals, wird sein Sohn Jalaluddin Muhammad 1556 im zarten Alter von 13 Jahren Thronnachfolger. Später gelingt es ihm, mehrere hinduistische Reiche Hindustans unter seiner Herrschaft zu einen. Der Rajput-König Bharmal von Amer will sein Volk nicht in einen Krieg führen und bittet deshalb den Mughal-Kaiser, seine Tochter Hira Kunwari alias Jodhaa zu heiraten. Die Ehe wird geschlossen, aber Jodhaa liebt ihren Mann nicht. Doch nach und nach wird aus dem politischen Bündnis zweier Kulturen und Religionen eine tiefe, grenzenüberschreitende Liebe...

Kritik: JODHAA AKBAR ist vor allem eines: Pompös. Es ist ein lauter Film, ein bunter Film, ein Film, der in jeder Einstellung brüllt: "Schaut mich an, wie toll ich bin." 213 Minuten, also 3,5 Stunden zelebriert JODHAA AKBAR sich selbst, die indische Geschichte, seine schönen Darsteller, seine aufwändigen Schlachten, seine protzigen Paläste, sein prunkvolles Dekor, seine vollmundigen Mono- und Dialoge. Dies kann einem schnell zu viel werden, vor allem, wenn man diesen Film mit der eingeübten europäischen Sehweise konsumiert. Besser ist es, den Schalter umzulegen und sich auf eine mehrstündige Reise ins 16. Jahrhundert einzulassen. Wem dies gelingt, der wird reichlich belohnt. Er wird in ein Land reisen, in dem Milch und Honig fließen, in dem eine wirklich kitschige Liebesgeschichte darauf brennt, erzählt zu werden, in dem viele Tänze getanzt und Lieder gesungen werden wollen. Auch die Schlachten kommen natürlich nicht zu kurz, denn zu Zeiten des Mughal-Reiches (1526-1857) floss viel Blut.

Dem indischen Regisseur Ashutosh Gowariker, der durch LAGAAN - ES WAR EINMAL IN INDIEN auch in Deutschland bekannt wurde (sein Film wurde 2002 für den Oscar nominiert), scheint Geschichtstreue relativ bedeutungslos zu sein - er will einfach ein monumentales Epos Film werden lassen. Damit reiht sich JODHAA AKBAR ein in die Phalanx der filmischen Epen, die vor allem in den 60er-Jahren in Hollywood produziert wurden, von BEN HUR bis LAWRENCE VON ARABIEN. All diesen Filmen ist auf jeden Fall eines gemeinsam: ihre Überlänge. Während dies sich nicht unbedingt nachteilig auswirkt, wird es bei JODHAA AKBAR zu einem gewissen Problem. Kaum in der Filmgeschichte gab es je eine so lange, eine ungefähr 90-minütige Exposition zu sehen. All die vielen Details, Haupt- und Nebenhandlungen wollen sich zuerst nicht so recht zusammenfügen. Ihnen fehlt der Fluss, sie reihen sich fade aneinander, obwohl sie doch so pompös daherkommen. Im zweiten Teil des Films allerdings zieht das Tempo an, die Liebesgeschichte und die wichtigsten anderen Handlungen geraten endlich in Bewegung.

Trotz dieser dramaturgischen Schwäche überlässt Ashutosh Gowariker nichts dem Zufall. Besetzt hat er das Liebespaar mit zwei vielversprechenden Darstellern des indischen Films. Hrithik Roshan (DOOM 2 – BACK IN ACITION) spielt Akbar, den Großmogul, und Ashwarya Rai Bachchan (DIE LETZTE LEGION) hat die Rolle der Jodhaa übernommen, und sie besticht durch ihre Schönheit. Bereits 1994 wurde sie zur Miss World gekürt, aber ihre Schönheit strahlt immer noch unübersehbar. Das Drehbuch gönnt ihr nur wenige Dialoge, dafür viele Großaufnahmen. Auch fechten darf sie und natürlich tanzen.

Die unverzichtbaren Tänze sind natürlicher Bestandteil dieses Bollywoodmovies, das sehr deutlich auch auf westliche Zuschauer schielt. Farbenfroh, exotisch, in großartigen Kostümen tanzen Derwische und allerlei andere Palastbewohner unter dem indischen Himmel. Aber auch einen Kampf mit einem Elefanten und aufwendig gedrehte Schlachtszenen mit Tausenden von Statisten (hier wurde kaum CG eingesetzt) hat der bislang teuerste indische Film aller Zeiten zu bieten. 400 Millionen Rupien (ca. 6,36 Mio. Euro) kostete er. Den Soundtrack steuerte kein anderer als der "King des indischen Pop" A.R. Rahman bei.

Schade ist, dass bei all diesem Pomp Regisseur Ashutosh Gowariker seinen Film ausgerechnet in einem speziellen Detail extrem abgespeckt hat: Statt der historisch verbürgten 200 (!) Ehefrauen, die Akbar in seinem Harem leben und lieben ließ, konzentriert sich sein Großmogul auf eine Einzige, der er treu ergeben ist. Dabei hätten wir Zuschauer gar nichts gegen 200 wunderschöne Haremsfrauen einzuwenden gehabt. Sie hätten sicherlich nicht nur die ohnehin bereits sehr beeindruckende Optik des Films, sondern auch dramaturgische Feinheiten aufgewertet.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 01-04-08
Letzte Änderung: 02-04-08