30/04/09
Tamara
Tamara Danz war die ostdeutsche Antwort auf Janis Joplin, Tina Turner oder Patty Smith. Ein Star - eigenwillig, aufsässig und intelligent. Ein bunter Vogel im Käfig der Angepassten. Die Frontfrau mit der großen Klappe. Die sichtbare und hörbare Hoffnung auf Veränderung in einem eingemauerten Land. "Tamara" ist ein vielschichtiges, anrührendes, herzliches und ehrliches Porträt über eine außergewöhnliche Sängerin und die wichtigsten Männer in ihrem Leben. Und ganz nebenbei erzählt der Film auch ein Stück Rockgeschichte der DDR, zwischen staatlicher Zensur und eigenem Anspruch.
Binnen weniger Jahre hatte Tamara Danz, Diplomatentochter aus behütetem Haus, eine Band mit neuen Musikern, eigenem Stil und provokanten Texten geformt. Die Silly-Platten "Mont Klamott" und "Bataillon d'amour" wurden Kult und Tamara Danz zu der Rocklady der DDR. Sie wohnte in einer Einraumwohnung in Berlin Prenzlauer Berg und war das Idol Hunderttausender.
Zwei Männer erinnern sich an die wichtigste Frau in ihrem Leben und erzählen eine Liebesgeschichte, ihre eigene Perspektive auf das Leben von Tamara Danz. Rüdiger Barton und Uwe Hassbecker waren die musikalischen Köpfe der Rockband Silly. Sie waren Tamaras Partner auf der Bühne und im Leben. Rivalen, die Freunde geblieben sind. Sie wissen mehr von ihr, als jeder andere. Von wilden Jahren und stillen Momenten, aber auch von Zweifel, Lust, Empörung und von ihrem Kampf mit dem Tod. Im Juli 1996 starb Tamara Danz an Krebs.
Ein Jahr hat der Regisseur Peter Kahane gebraucht, um das Vertrauen der beiden Musiker zu erlangen. Das Warten hat sich gelohnt, denn die beiden engsten Vertrauten der Sängerin öffnen sich sehr in den Gesprächen. So erinnern sie sich an die schwierige Zeit, als Tamara noch mit dem einen zusammen war, sich aber bereits in den anderen verliebt hatte. Die Menage à Trois nahm ein gutes Ende und trotz dieser extremen Zerreißprobe blieb die Band zusammen, hielt die Freundschaft der beiden Männer.
Rüdiger Barton und Uwe Hassbecker erzählen jedoch nicht nur von ihren Gefühlen für diese starke Frau, sondern auch von ihren gemeinsamen Versuchen, mit Texten und Musik Kritik am starren System der DDR zu üben. Ganz nebenbei wird so auch ein Stück Rockgeschichte der DDR, zwischen staatlicher Zensur und eigenem Anspruch, wieder lebendig.
Tamara
Sonntag 17. Mai 2009 um 13.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2007, 58mn)
RBB
Erstellt: 13-03-09
Letzte Änderung: 30-04-09