Jerusalem - 30/03/09
Heilige Städte
Der erste Teil der Dokumentationsreihe über die heiligen Städte der Erde erzählt die Geschichte Jerusalems. Die Stadt bildet das geistige Zentrum dreier Weltreligionen: Juden, Christen und Muslime verehren Jerusalem als heiligen Ort. Der legendäre König Salomon hatte hier den Tempel für die Aufbewahrung der Bundeslade errichten lassen. König Herodes baute in Jerusalem nach der Rückkehr der Juden aus babylonischer Gefangenschaft einen neuen Tempel, in dem Jesus mit jüdischen Gelehrten stritt. Heute leuchtet auf dem Tempelberg die goldene Kuppel des Felsendoms, der ein heiliger Ort für die Muslime ist.
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Jerusalem ist geistiges Zentrum dreier Weltreligionen, ein heiliger Ort für Juden, Christen und Muslime zugleich. Jerusalem ist eine Stadt der Mythen und des Glaubens, der Prophezeiungen und der Sehnsüchte, der Kriege und der Gewalt.
Der Tempelberg ist seit Jahrzehnten heftig umkämpft. Aktuell wird gerade über Bauarbeiten an seinem Fuß zwischen Israelis und Palästinensern gestritten. Hier baute 1.000 Jahre vor Christi Geburt König Salomon seinen sagenumwobenen Tempel als Schrein für die Bundeslade. Er wurde von Nebukadnezar II, dem König Babylons, ausgeraubt und angezündet. Die Bundeslade ist seither verschollen. Herodes der Große veranlasste dann den Bau des zweiten Tempels, ein ebenso imposantes Bauwerk. Jesus besuchte ihn als Kind, beeindruckte hier die Gelehrten und vertrieb die Geldverleiher.
Heute leuchtet hier die goldene Kuppel des Felsendoms. Seit 1.400 Jahren ist der Tempelberg in islamischer Hand. Jerusalem hat für den Glauben der Muslime große Bedeutung und ist nach Mekka und Medina ihr drittheiligster Ort. Von hier - so die Legende - soll Mohammed eine Nachtreise in den Himmel unternommen haben.
Den Streit um die Ansprüche auf dieses Stück Erde tragen heute die Archäologen aus. Zum Beispiel der Israeli Gabriel Barkay und der Palästinenser Youssef Natsche. Barkay meint, einen Beweis für die Existenz des Tempels von König Salomon gefunden zu haben: eine Sandsteintafel mit zehn eingravierten Zeilen aus dem Alten Testament. Natsche bezweifelt die Existenz eines jüdischen Tempels an dieser Stelle. Andere gehen noch weiter und behaupten, es hätte nie ein "jüdisches Staubkorn" auf dem Tempelberg gegeben.
Die Dokumentation begibt sich an die neuralgischen Punkte Jerusalems, lässt durch Computer-Animationen den Tempel Salomons wieder auferstehen und erzählt, wie aus der kleinen unbedeutenden Siedlung, die Jerusalem 3.000 Jahre vor Christi Geburt war, eine der begehrtesten und faszinierendsten Städte der Menschheit wurde. Und sie stellt drei Menschen vor, für die Jerusalem heute Heimat ist: eine junge armenische Christin, die in der Altstadt aufwächst, einen Juden, der zusammen mit seiner Verlobten aus den USA ins gelobte Land übergesiedelt ist, um hier streng orthodox zu leben, und einen Muezzin, der sich jeden Tag auf dem Tempelberg in eine Klause zurückzieht.
Heilige Städte
Samstag 18. Februar 2012 um 13.10 Uhr
Wiederholung am Donnerstag 23. Februar um 03.55 Uhr
(Deutschland, 2007, 52mn)
MDR
Erstellt: 19-03-09
Letzte Änderung: 30-03-09
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