Kritik: "Taking Woodstock" beruht auf den Memoiren von Elliot Tiber. Klugerweise hat sich Ang Lee dafür entschieden, in seinem Film das eigentliche Konzert komplett auszusparen, denn das wäre nur ein weiterer Film über das legendäre Festival geworden. Kein einziges Mal zeigt der oscarprämierte Regisseur die Bühne oder die weltberühmten Musiker und kreiert damit einen Film, der jenseits und doch vom Mythos "Woodstock" lebt. Besonders auffällig ist die dominierende, gute Laune die alle Beteiligten - bis auf Elliots Mutter - haben. Sowohl die Organisatoren des Festivals um Michael Lang als auch die Festivalgäste selbst nehmen auch widrige Unannehmlichkeiten in Kauf und lassen sich nicht aus ihrer friedvollen Ruhe aufschrecken. So will der Nachbar, der sein Grundstück für das Festival verleiht auf einmal 75.000 Dollar Miete dafür und die Kleinstädter verkaufen an die Festivalgäste selbst Leitungswasser nur gegen harte Dollar.

USA 2009, 120 Min.
Regie: Ang Lee
Mit Demetri Martin, Dan Fogler, Imelda Staunton, Emile Hirsch
Offizieller Wettbewerbsbeitrag

Ausgehend von diesen Figuren - und natürlich aus der Sicht von Elliot - erzählt Ang Lee seine Geschichte um das legendäre Festival. Von den ersten Hubschraubern die landen, bis zu den Müllbergen, die die Menschen hinterlassen haben. Auch wenn er dabei einige der Figuren - etwa die Mutter - etwas überzeichnet, so versucht er doch stets freundlich zu sein und eine Komödie "ganz ohne Zynismus" zu erzählen. Somit ist "Taking Woodstock" so etwas geworden wie der freundliche Vorbote seines entlarvenden und sezierenden eiskalten Dramas "Der Eissturm", den Ang Lee 1993 gedreht hat und der zeitlich ebenfalls in den 70ern angesiedelt ist.
Nana A.T. Rebhan









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